Viele Künstler fertigen ihre Handarbeiten live vor Publikum 

Kunstvolle Vielfalt beim Adventsmarkt in der Freilichtbühne

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Allerhand Selbst- und Handgemachtes gab es an den 36 Ständen zu entdecken. Viele Künstler ließen sich bei ihrem kreativen Schaffen auch wieder gern über die Schulter schauen.

Werne - Festliche Dekoration, Künstler und Handwerker, die sich bei ihrer Arbeit gern über die Schulter schauen lassen, und nicht zuletzt - anders als im vergangenen Jahr - ein regenfreies Wochenende: Der Adventsmarkt in der Freilichtbühne lockte auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Besucher aus Werne und der Region an den Südring. 

Die Pforten der Freilichtbühne standen am ersten Adventwochenende offen – und luden Besucher zu einem Rundgang ein, den es so nur einmal im Jahr zu erleben gibt. Statt dem normalen Spielbetrieb warteten weihnachtlich geschmückte Buden auf sie. Mit ihrem 21. Adventsmarkt läutete die Freilichtbühne die Festzeit ein.

„Klassisch ist hier gar nichts“, stellt Förderkreis-Vorsitzender Thorsten Maß direkt klar. Mit „klassisch“ meint er das Negativ-Abziehbild eines typischen Weihnachtsmarkts: Glühwein-Meilen und überteuerten Tand. Der Adventsmarkt hier, sagt er, sei anders – in allen Belangen. Das fängt mit dem Standort an: „Wer für seinen Markt auf eine Freilichtbühne als Szenerie zurückgreifen kann, hat schon viel gewonnen. Die geschmückten Wege, die hinter die Bühnenkulissen führen, die warme Beleuchtung, wenn die Dämmerung einsetzt – da wird adventliches Treiben beinahe zum Selbstläufer.“ Dass viele fleißige Helfer für Organisation und Aufbau im Vorfeld mit anpacken mussten, versteht sich natürlich von selbst.

Der zweite wichtige Punkt: der Fokus auf Hand- und Selbstgemachtes. Viele Händler fertigten ihre Ware live vor Ort, teils zusammen mit ihrem Publikum. Kinder durften sich eigene Holz-Leuchttürme oder -Weihnachtsbäume drechseln, andernorts Seile herstellen: „Hier kann man den Handwerkern auf die Hände schauen“, so Maß. 36 Stände hatte sein Orgateam für den Markt gewinnen können, darunter eine Handvoll Erstlinge.

Ganz ohne Schauspiel musste der Adventsmarkt in der Freilichtbühne nicht auskommen. Die Jugendgruppe bereicherte das Programm mit einer „Lebendigen Krippe“.

Anja Stötzer gehört zur alteingesessenen Händlerriege. Die Thüringer Glaskünstlerin kommt seit etwa zehn Jahren immer wieder in die Werner Freilichtbühne – „einfach weil’s hier so schön ist!“ In der Zeit hat sie sich hier schon eine richtige Fangemeinde aufgebaut: Stammkunden warten auf die jährliche Gelegenheit, sich etwas reparieren oder maßanfertigen zu lassen. Am Samstag werkelte Stötzer unter anderem an einem gläsernen Einhorn und am Abbild des Hundes einer Kundin. Aber nicht nur Handwerkskunst gab es zu bestaunen. Musikalisch verbreitete unter anderem das Bläsercorps St. Marien aus Kaiserau Weihnachtsstimmung. Und Puppenspielerin Jana Raabe verzauberte mit ihren Märchengeschichten und Mitmach-Erzählungen die kleinsten Besucher des Adventsmarktes. Aufwärmen konnten sich alle dann im Anschluss gemeinsam: bei Glühwein und Kakao im Adventscafé.

Das Publikum nahm den Markt wie üblich gut an. Bereits vor Einlass ab 13 Uhr warteten am Samstag etwa hundert Besucher vor den Toren. Sobald die Sonne untergegangen war, füllten sich die Gassen mit vielen Gästen aus der weiteren Region, dem Ruhrgebiet oder dem Münsterland. Der Grund ist oftmals Mundpropaganda – viel Werbung macht der Freilichtbühnen-Förderkreis nicht. Muss er auch nicht, wenn das Wetter mitspielt: Im Gegensatz zum Vorjahr blieb es übers Wochenende diesmal kalt und trocken.

Adventsmarkt auf der Freilichtbühne Werne

Sigrid Grewe und Marlene Schurigt besuchen den Adventsmarkt seit zwei Jahrzehnten. Warum? „Hier gibt’s Gemütlichkeit, kein Tam-Tam – und leckeren Eierpunsch!“ Dennoch vermissten sie einige Stände und Deko-Elemente aus den Vorjahren. Von letzteren war eine Besucherin aus Lünen gerade in diesem Jahr hingegen sehr angetan; besonders die Illumination sei fantastisch. Sie bummelte mit ihren Zwillingsenkeln die Stände ab – eine Premiere für die Fünfjährigen, die die handwerklichen Mitmachgelegenheiten nur zu gern wahrnahmen.

Kaum zwei Meter weit schafften es Nikolaus und Knecht Ruprecht, als die beiden zum Abschluss des Adventsmarktes in der Freilichtbühne Süßigkeiten verteilen wollten. Sobald sie in Sichtweite kamen, scharrten sich dutzende Kinder um sie.

Rund 100 Ehrenamtliche sorgten dafür, dass alles glatt über die (Freilicht-)Bühne ging. Seit September, direkt nach Saisonende, lief die Planungsphase. Die Jugendgruppe präsentierte Musik und Gedichte und stellte aus Eigeninitiative eine „Lebendige Krippe“ auf die Beine – etwas Schauspiel muss eben doch sein. Der Aufwand hat nicht nur ideellen Lohn: Die Markteinnahmen tragen die Kosten des Sommerspielbetriebs entscheidend mit.Richtig voll wurde es noch einmal, als am Sonntagabend Nikolaus und Knecht Ruprecht auf einen Besuch vorbeischauten. Erst spielten und trugen ihnen die Freilichtbühnen-Kinder etwas vor, dann ging es ans Eingemachte: „In Werne gab es dieses Jahr viele brave Kinder“, lobte der Nikolaus seine jungen Zuschauer. Dafür wolle er sie belohnen. Und wie ginge das besser als mit jeder Menge Süßigkeiten?

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