Eigene Kunstwerke

Kunst gegen Kritzeleien: AFG-Schüler besprühen die Lindert-Sporthalle

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Werne – An der Lindert-Sporthalle sagen 36 Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums den Schmierereien an den Hallenwänden den Kampf an. Statt Schimpfworten und wüsten Kritzeleien sollen in Zukunft von Schülern gestaltete Kunstwerke in Form von Graffiti die Turnhalle zieren.

Unter Anleitung des Künstlers Oliver Marke aus Coesfeld und Kunstlehrerin Sarah Meier-Böke erfolgte am Montag der Startschuss des Kunstprojekts. Mit einem Mundschutz übten die Schüler, gerade Linien mit den Sprühdosen zu ziehen und keine Flecken zu hinterlassen. Bis zu den Herbstferien soll die Lindert-Sporthalle „ein Hingucker“ werden, verspricht Meier-Böke. 

Die Idee für das Kunstprojekt entwickelte sich bereits im vergangenen Jahr. Dem neuen Schulleiter Marcel Damberg waren die Schmierereien von Anfang an ein Dorn im Auge. „Ich war erschüttert, wie das aussieht“, erinnert sich Damberg. Nach kurzer Überlegung und in Absprache mit der Stadt als Trägerin der Halle entstand die Idee, sozusagen Graffiti mit Graffiti zu bekämpfen. „Frau Meier-Böke hatte die Idee dankbar aufgegriffen“, so Damberg weiter. 

Kunstprojekt des AFG - mit Graffiti die Linderthalle verschönern

Mit ihren Kunstschülern der Einführungsphase legte Meier-Böke dann los: In Anlehnung an den französischen Künstler Henri Matisse entwickelten die Schüler jeweils ein zusammenhängendes Kunstwerk auf mehreren DIN-A4-Blättern. „Es sollte mehr als nur Dekoration sein. Es sollte Kunst sein“, erklärt Meier-Böke. 

Vier Motive wurden ausgewählt – jeweils ein Motiv für die zwei durchgehenden Turnhallen-Seiten zum Beachvolleyball- und zum Fußballplatz hin und zwei für die Flächen links und rechts des Eingangs. Die Seite zum Gymnasium St. Christophorus sei durch die Bäume schlecht zu erreichen. Damberg: „Außerdem sind die Schmierereien dort sehr hoch. Das wäre zu gefährlich für die Schüler.“ An diesen Stellen soll der Kommunalbetrieb tätig werden und streichen. 

Diese Motive werden schon bald die Lindert-Sporthalle am AFG zieren – nur um einiges größer. Für das Projekt arbeiten Schulleitung, Stadt, Schüler und Künstler zusammen.

Bis zu der Höhe von 2,50 Meter werden die Kunstwerke von den Schülern an die Wand gesprüht. Für die meisten ist es das erste Mal an der Sprühdose. So auch für Sophie Schadt. Die 18-Jährige hatte viel Spaß bei der Sache – auch wenn das Projekt außerhalb des Regelunterrichts am Nachmittag stattfindet. „Ich finde das cool. Wenn man später mal an der Halle vorbeiläuft, weiß man: Das habe ich gemacht“, findet Sophie. 

Stadt sofort überzeugt

Auch die Stadt freut sich über das Projekt. Beim Startschuss am Montagnachmittag machte sich Schuldezernent Alexander Ruhe selbst ein Bild von der Situation vor Ort. „Wir waren sofort überzeugt und sind gespannt, wie es aussieht, wenn es fertig ist“, so Ruhe. 

Die Lindert-Sporthalle ist übersät mit Schmierereien.

Angst, dass die schönen Kunstwerke erneut beschmiert werden könnten, haben die Verantwortlichen nicht. Marke, Damberg und Meier-Böke hoffen auf den Ehren-Kodex unter den Sprayern: Andere Kunstwerke sind tabu, Bilder werden nicht übersprüht.

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