Schotter, Kot und Stolperfallen

Einsamer Schotterweg: Radfahrer kritisieren Umleitung an Lippebrücke

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Schotter und Stolperfallen: Für Fahrradfahrer ist die Radweg-Umleitung entlang des Zechengeländes im doppelten Sinn steinig.

Werne - Mal eben mit dem Fahrrad von Werne nach Rünthe zu fahren, ist für viele Menschen derzeit ein Problem. Wegen der Baustelle an der Lippebrücke führt der Radweg am Zechengelände vorbei, auf der rechten Seite entlang der Flöz-Zollverein-Straße über einen Trampelpfad.

Wer den Schotterweg dort hinter sich lässt, für den kann es nicht nur ruckelig werden, sondern auch gefährlich. Stefan Pichelt geht dort jeden Tag mit seinem Hund spazieren. Der 52-Jährige aus Werne hält die Umleitung für problematisch. „Hierher zu fahren ist ganz schön gefährlich“, sagt er. 

Und darüber hinaus auch eklig: Der Frührentner erzählt, dass der Bereich am Zaun rechts vom Radweg von Lkw-Fahrern, die abends am Zechengelände Rast machen, als „Klo“ genutzt wird. Außerdem ist der Weg nicht ganz ebenerdig. Pichelt befürchtet – vor allem für ältere Radfahrer – einige Stolperfallen. 

Stefan Pichelt geht den Weg jeden Tag mit seinem Hund entlang. Zum Radfahren hält er ihn für zu gefährlich.

Größere Sorgen macht er sich aber auf der anderen Seite der Baustelle: „Die Radfahrer überqueren nicht an der Ampel, sondern erst kurz vor der Lippebrücke die Straße. Da fahren Lkw mit 40 oder 50 Sachen her. Gut ist das nicht“, erklärt er und vermutet, dass viele die Beschilderung nicht richtig verstehen.

Stadt habe "sicherste Variante" gewählt

Für die Stadt ist der Sachverhalt klar. Auf Nachfrage sagt Michael Laschitza von der Abteilung „Straßen und Verkehr“, dass die Beschilderung eindeutig sei. Mit der Umleitung über das Zechengelände an der Lippeaue entlang und über die alte Eisenbahnbrücke habe sich die Stadt für die sicherste Variante entschieden. „Und die Sicherheit steht immer im Vordergrund“, sagt Laschitza.

Viele Radfahrer teilen diese Meinung nicht. Einige verzichten sogar völlig auf die Umleitung: Sie ignorieren die Baustellenabsperrungen und fahren weiterhin über die Lippebrücke. Das haben Manfred und Marianne Pieper aus Rünthe schon oft beobachtet. Das Rentnerpaar fährt mehrmals die Woche mit dem Fahrrad nach Werne, „um etwas für die Umwelt zu tun“, wie Manfred Pieper verrät. 

Die Umleitung ist für ihn und seine Frau unzumutbar: „Wenn ich früh morgens ins Fitnessstudio nach Werne fahre, bin ich auf diesem Weg völlig alleine unterwegs. Ich habe Angst, da überfallen zu werden. Sollte mir das passieren, hört mich kein Mensch“, sagt Marianne Pieper. Ihr Mann Manfred holt sie deshalb regelmäßig mit dem Fahrrad im Fitnessstudio ab. Sie können verstehen, dass Radfahrer den Weg entlang der Baustelle nutzen. 

Zumal man dort ohne große Probleme herfahren könne. „Ehrlich gesagt wissen wir gar nicht, wieso der Weg nicht wieder freigegeben wird“, sagt Manfred Pieper. 

Auf eigene Gefahr an der Baustelle entlang

Laschitz sieht dieses Verhalten der Radfahrer kritisch: „Wenn sie direkt an der Baustelle vorbei fahren, tun sie das auf eigene Gefahr.“ Für ihn gibt es keine Missverständnisse: „Dass es an der Baustelle nicht weiter geht, ist bereits ab der Ampel (Ecke Werner Straße/Ostenhellweg, Anmerkung der Redaktion) ausgeschildert.“ 

Dennoch habe die Stadt registriert, dass es dort ein Problem gibt. „Wir haben uns das angeschaut und suchen nach Alternativen“, erklärt Laschitz. Immerhin müssen Radfahrer, die zwischen Rünthe und Werne hin und her pendeln, noch etwas länger mit der Situation auskommen. Die eigentlichen Bauarbeiten an der Brücke beginnen nämlich erst Ende des Jahres. Die Umleitung bleibt damit möglicherweise noch zwei Jahre bestehen.

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