Kriminalitätsstatistik 2019

Weniger Straftaten, aber die Gewalt nimmt zu

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Werne – Der Kreis Unna ist 2019 ein Stück sicherer geworden. Im Vergleich zu 2018 wurden fast sieben Prozent weniger Straftaten angezeigt. In Werne stehen 1.418 Straftaten zu Buche, 20 weniger als im Jahr zuvor. Allerdings nahmen die Fälle von Raub und Körperverletzung zu.

Landrat und Polizeichef Michael Makiolla stellte am Montag die Kriminalitätsstatistik 2019 vor. Er sprach in Unna von einer „erfreulichen Entwicklung“. Bei 20.714 angezeigten Taten liege der Mittelwert der vergangenen zehn Jahre im UN-Revier, dazu gehört das Kreisgebiet mit Ausnahme von Lünen (Polizei Dortmund). Die Beamten hätten sich 2019 um 17.063 Anzeigen gekümmert, damit sei der Zehnjahresschnitt um mehr als 17 Prozent unterschritten worden.

Die Straßenkriminalität ist den Zahlen nach um fast 300 Fälle zurückgegangen. „Das ist ein Delikt, vor dem viele Menschen Angst haben und das maßgeblich das subjektive Sicherheitsgefühl beeinflusst“, so Makiolla.

Straßenkriminalität in Werne gestiegen

Was das anbelangt, so hat sich die Situation in Werne nicht entspannt. Nach 466 in 2018 gemeldeten Fällen gab es im vergangenen Jahr 477 Übergriffe, eine Steigerung um gut zwei Prozent. Auf der anderen Lippeseite sieht es da besser aus: In Bergkamen verzeichnete die Polizei 527 Fälle von Straßenkriminalität und damit fast 20 Prozent weniger als 2018. 

Bei der Häufigkeit von Raubdelikten belegt Werne im Kreisvergleich einen der unteren Plätze, dennoch ist die Anzahl mit 14 Fällen im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr (6) mehr als verdoppelt. Gestiegen ist zudem die Zahl der zur Anzeige gebrachten Körperverletzungen; sie stieg von 158 auf 184. Im „Trend“ sind in fast allen Kommunen Fahrraddiebstähle. In Werne schlugen die Langfinger 182 Mal zu, im Jahr davor wurden 172 Fahrräder gestohlen. Nur neun Mal wurde hier ein Täter überführt. Insgesamt sank die Zahl der Diebstähle von 642 auf 589.

Zahl der Einbrüche weiter gesunken

Erfreulich für Makiolla, Polizeidirektor Peter Schwab und den neuen Kriminaloberrat Christoph Strickmann an seiner Seite: Die Einbrüche gingen um zehn Prozent zurück. 432 Fälle gab es insgesamt, 36 in Werne – sieben weniger als 2018. Nur vier (Vorjahr acht) konnten aufgeklärt werden.

„Es zeigt sich, dass die konsequente Ausrichtung der letzten Jahre, in denen wir uns auf den Wohnungseinbruch sowie die Bekämpfung der Straßen- und Jugendkriminalität konzentriert haben, weiter Früchte trägt“, urteilte Makiolla. Hier wie in der Jugendkriminalität liege nach wie vor ein Schwerpunkt der Prävention. 

22 erfolgreiche Fälle von Trickbetrug, 200 Sexualdelikte

Aber es gab mit 59 Anzeigen mehr Gewalt und mehr üble Maschen, um Senioren Geld abzuluchsen. 22 Mal fielen Ältere auf Tricks herein und händigten Geld aus. Die Zahl der Sexualdelikte ist mit 200 Fällen im Vergleich zum Vorjahr (194) fast identisch geblieben, gestiegen ist die Aufklärungsquote, die bei 81,5 Prozent lag. 

Noch einem Problem will sich die Behörde frühzeitig stellen. „Wir haben hier nicht Situationen wie in Dortmund oder Essen und sind kein Schwerpunkt der Clan-Kriminalität. Aber es gibt auch bei uns Aktivitäten solcher Großfamilien“, sagte Makiolla. „Daher werden wir in den kommenden Monaten mit anderen Behörden Kontrollen durchführen, weil ich verhindern möchte, dass wir im Kreis Unna Ausweichgebiet für die Clans aus den Großstädten werden.“

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