Erste Bilanz neun Monate nach Eröffnung

Knapp 200.000 Gäste, weniger Minus als gedacht: Solebad-GmbH ist zufrieden

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Das im April eröffnete neue Werner Solebad zählte bis Jahresende 2019 fast 200.000 Besucher. Ein Wert, mit dem man „zufrieden“ sei, heißt es. Noch zufriedener sei man mit dem wirtschaftlichen Ergebnis.

Werne – Die Natur-Solebad Werne GmbH zieht ein positives Fazit ihres Premierenjahres. Die Besucherzahlen hätten sich seit Bad-Eröffnung im April 2019 nach Plan entwickelt, die Erlöse sogar deutlich besser als erwartet, sagt Badleiter und Geschäftsführer Jürgen Thöne.

Die 2019er-Statistik hat Thöne in dieser Woche der Gesellschafterversammlung vorgestellt. Die hat beschlossen, dass Inhaber von Ehrenamtskarten künftig einen Nachlass von zehn Prozent auf Tagestickets erhalten. Ansonsten soll es keine Änderungen bei der Tarifstruktur oder bei den Öffnungszeiten geben. Der Badleiter weist darauf hin, dass die aktuellen Solebad-Zahlen auch nur bedingt belastbar seien. Noch liege kein volles Betriebsjahr hinter der GmbH und bis zum ersten Jahresvergleich vergehe noch viel Zeit.

Der Zehn-Prozent-Nachlass für Besitzer einer Ehrenamtskarte soll für Sole- und Familienbad-Tagestickets gelten sowie für das Zwei-Stunden-Ticket. Wer zudem eine Solecard besitzt, profitiert doppelt. So ermäßigt sich der Eintritt von 10,50 Euro auf bis zu 7,56 Euro. Etwa 330 Ehrenamtskarten-Besitzer gibt es in Werne, viele Tausende in ganz NRW. 

„Ich bin zufrieden mit den Besucherzahlen und sehr zufrieden mit dem wirtschaftlichen Ergebnis“, sagt Thöne. Nach vorläufigem ungeprüften Jahresabschluss des städtischen Bäderbetriebs wurden 2019 rund 644 000 Euro an die Bad-GmbH überwiesen – mit etwa einer Million Euro an notwendiger Verlustübernahme war geplant worden.

Die 2019er-Bilanz (Betriebszeit: 14. April bis 31. Dezember) im Einzelnen:

Besucherzahlen:

Das Solebad verzeichnete binnen neun Monaten knapp 200.000 Badegäste. Die meisten davon, nämlich knapp 138.000 suchten den Sole-Bereich auf, etwa 36.000 das Familienbad. Der Rest verteilt sich auf Vereine, Schulen und Kursteilnehmer. Im Altenburg-Gutachten, das der Bad-Planung zugrunde lag, wurde mit 320.000 Besuchen im Gesamtjahr gerechnet.

Besucherzeiten:

Der August 2019 war mit mehr als 30.000 Gästen der besucherstärkste Monat, nicht einmal die Hälfte davon kamen im Oktober, als das Bad wie üblich zu Sim-Jü geschlossen hatte. Die vier besucherstärksten Tage lagen mit bis zu 2.284 Gästen allesamt im Sommer, Platz fünf belegt der Ostermontag mit 1.629 Gästen. 

Besuchergruppen:

In der Sole tummeln sich 62 Prozent Erwachsene, der Rest entfällt auf Kinder, Jugendliche und Studenten (13 Prozent), Familien (11), Frühschwimmer (7), Gruppen (1) und „Sonstige“ wie Kinder unter sechs Jahren und mehr als 3.000 Begleitpersonen von Behinderten, die keinen Eintritt zahlen. Letztere Gruppe macht sechs Prozent in der Sole, aber knapp ein Viertel der Besucher im Familienbad aus. Auch Kinder, Jugendliche und Studenten sind hier deutlich stärker vertreten, der Anteil an Erwachsenen sinkt auf gut 40 Prozent.

Besucheranteile:

„Das Zugpferd des Bades ist eindeutig die Sole“, sagt Thöne mit Blick darauf, dass – das Schul- und Vereinsschwimmen herausgerechnet – 77 Prozent der Badbesucher diesen Bereich aufsuchen. 20 Prozent gehen ins Familienbad, der Rest sucht die Schwimmstätte für Kurse auf. Thöne sagt, dass das Preis-Leistungsverhältnis im Solebad gerade von den auswärtigen Gästen als „gut und angemessen“ gelobt werde. Wie viele Gäste von außerhalb kommen, sei noch nicht ausgewertet worden.

Haupt-Tarife:

79 Prozent der Sole-Gäste ziehen für ihren Besuch ein Tagesticket, acht nutzen die Endspurt-Karte, die für die letzte Stunde vor Badeschluss gültig ist. Beim Familienbad liegt die Tageskarte mit 22 Prozent unter dem Zwei-Stunden-Ticket mit 54 Prozent Anteil.

Spezial-Tarife:

Die ein Jahr gültige Frühschwimmerkarte (335 Euro) wurden 98 mal verkauft. Ihre Besitzer nutzen sie im Durchschnitt für 2,44 Besuche pro Woche. Im Schnitt 8,31 Besuche tätigten die 258 Inhaber der Sommerferienkarte, die sechs Wochen gültig ist. Vom Sozialtarif, der eine 20-prozentige Ermäßigung verspricht, wurde laut Thöne höchst selten Gebrauch gemacht. Der Badleiter verweist darauf, dass Bezieher von Grundsicherung und Hartz- IV-Empfänger nur einmalig in der Bad-Verwaltung ihre Nachweise vorlegen müssten, um den Nachlass zu beantragen.

Solecard:

Das Solebad verzeichnet aktuell über 5.000 Solecard-Inhaber. Diese nutzen die Rabattkarte in drei von vier Fällen zum Kauf eines Tagestickets für den Solebereich. In 14 Prozent der Fälle orderten sie ein Zwei-Stunden-Ticket im Familienbad, auf die Sole-Endspurt-Karte entfielen 11 und auf die Familienbad-Tageskarte ein Prozent. Seit Eröffnung im April seien die Solecard- sowie die Gutschein-Guthaben kontinuierlich gestiegen, erläutert Thöne – ein Zeichen, dass die Zahl der Stammkunden steige. Die Solecard, die eine „hohe Akzeptanz“ bei den Gästen genieße, verspricht je nach Ausführung bis zu 20 Prozent Ermäßigung.

Schwimmkurse:

2019 hat die Solebad-GmbH 83 Schwimmkurse angeboten. Dabei verzeichnete sie 940 Teilnehmer mit 5.199 Besuchen. „Wir haben eine fast 100-prozentige Auslastung“, freut sich Thöne. Als Reaktion auf die starke Nachfrage und viele Folge-Buchungen würden die Stundenzahlen pro Kurs ausgeweitet, kündigt er an.

Schulen/Vereine:

Das Belegungsmanagement für das Schul- und Vereinsschwimmen ist laut Thöne weitgehend abgeschlossen. „Der Übungsbetrieb läuft, die Vereine sind im neuen Bad angekommen“, bilanziert der Badleiter. Mit dem Stadtsportverband sei auch ein Materialkonzept erarbeitet und umgesetzt worden.

Zur Rettung des Stockumer Lehrschwimmbeckens erfragt derweil die dortige Interessengemeinschaft den Bedarf von Vereinen ab.

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