15.500 Quadratmeter ist die Fläche groß

Millionen-Investition: Neues Logistikzentrum bei Klingele in Betrieb

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Beim Blick von oben wird die enorme Größe des neuen Logistikzentrums ersichtlich. Durch den Anbau ist es dem Unternehmen möglich, auf die drei bisherigen Außenlager des Standorts zu verzichten.

Werne – Beim Wellpappen-Hersteller Klingele an der Brede sind die Bauarbeiten für das neue Logistikzentrum abgeschlossen. Damit hat das Unternehmen seine Logistikkapazitäten am Standort verdreifacht.

Gut neun Millionen Euro hat der XXL-Anbau gekostet. Dazu investiert der Branchenriese noch eine Million Euro in Solartechnik. Der neue Logistikbereich, der seit vergangenem Sommer an bestehende Gebäude angebaut wurde, umfasst eine Fläche von 15.500 Quadratmeter. „In Kombination mit den bereits bestehenden Lagerkapazitäten haben wir nun Platz für über 20.000 Paletten“, sagt Christian Stangrecki, einer der beiden verantwortlichen Leiter des Standortes. 

Der Ausbau und die Modernisierung der gesamten Logistik inklusive der Entstehung einer neuen Zufahrt für Lkw auf dem Firmengelände ist vor allen Dingen wegen der Wünsche der Kunden nötig gewesen. „Immer mehr Kunden nutzen unseren just-in-time-Service – also eine Belieferung genau dann, wenn die Ware vor Ort benötigt wird“, erklärt Amir Mirsakarimi, der andere Leiter des Standortes Werne. Früher haben die Unternehmen Verpackungen bestellt und diese bei sich eingelagert, bis wieder neues Material geordert wurde. 

Doch die Preise für Lagerkosten sind in den vergangenen Jahren gestiegen – auch für die Bereiche, in denen das Verbrauchsmaterial von Herstellern wie Klingele untergebracht ist. „Daher nehmen Kunden vermehrt das Angebot an, direkt im Logistikzentrum Verpackungen zu lagern und bei Bedarf aus einem festen Kontingent zu bestellen“, erklärt Stangrecki. Lange Wartezeiten gibt es ebenfalls nicht mehr. In der Regel rufen die Firmen 24 Stunden vorher in Werne an und geben bei der Bestellung auch durch, wann sie welche Mengen benötigen. 

3000 Artikel im Angebot

Da das Unternehmen, das 2018 sein 50-jähriges Bestehen am Standort Werne gefeiert hat, rund 3 000 Artikel im Angebot hat, ist es nicht möglich, alles spontan zu produzieren. Mirsakarimi erklärt: „Wir können zwar pro Tag bis zu 150 verschiedene Artikel herstellen, aufgrund der kurzen Zeit zwischen Bestellung und Lieferung ist es aber sinnvoller, wenn wir in Absprache mit den Kunden die Artikel, welche sie benötigen, auf Lager haben. Nur so ist es möglich, die Lieferzeiten exakt einzuhalten.“ 

Das neue Logistikzentrum ersetzt seit Anfang August die drei bisherigen Außenlager des Standorts. Beim Lager an der Industriestraße in Bergkamen-Rünthe ist der Mietvertrag gekündigt, die dort beschäftigten zwei Mitarbeiter sind jetzt auch an der Brede tätig. In Hamm und den Niederlanden nahm Klingele bislang Platz bei Spediteuren in Anspruch, auch das ist nicht mehr nötig. Die jetzige Bündelung der Logistik zu einem großen Zentrum bietet folglich noch weitere Vorteile. 

Routen perfektionieren

„Wir sind früher von hier in die drei Außenlager gefahren, haben dort die Ware gelagert und später dann von dort ausgeliefert. Allein nach Rünthe waren am Tag etwa 20 Lkw unterwegs. Jetzt fallen diese Fahrten und die Kosten dafür ebenso wie die damit verbundenen CO2-Emissionen weg“, stellt Stangrecki fest. Zudem sei es nun möglich, die Lkw besser auszulasten und die Routen zu perfektionieren. „Dass wir erst Verpackungen in Rünthe abholen mussten, um die dann nach Münster zu bringen – so etwas gibt es jetzt nicht mehr“, unterstreicht Mirsakarimi. 

Hier gibt es reichlich Platz! Die Klingele-Gruppe hat an ihrem Standort in Werne ein neues Logistikzentrum gebaut. Logistik-Leiter Florian Mischke (l.) führt die beiden Standortleiter Christian Stangrecki und Amir Mirsakarimi (r.) durch das über 15 500 Quadratmeter große Areal.

Damit im Logistikzentrum nicht lange nach Ware gesucht werden muss, ist die Einrichtung als Blocklager gebaut worden. Die Ausstattung mit einer Technologie für Sender-Empfänger-Systeme zum automatischen Identifizieren und Lokalisieren von Objekten optimiert zudem die Prozesse in der internen Logistik. 

Im April dieses Jahres ist zudem für rund eine halbe Million Euro eine ältere, 10 000 Quadratmeter große Lagerhalle mit Solarpaneelen bestückt worden, die 750 KWpeak an Sonnenstrom generiert. „Damit erhalten wir im Sommer schon so viel grünen Strom, wie in der Weiterverarbeitung der Waren benötigt wird. Der Bereich funktioniert also schon autark“, rechnet Mirsakarimi vor. 

WellBag von Klingele: Eine faltbare Einkaufstasche aus Werne

Genau die gleiche Menge an Solarzellen soll 2020 ebenso auf dem Dach des neuen Logistikzentrums installiert werden. Daher soll dann die Energie kommen, die für den ersten Produktionsweg vom Papier zur Wellpappe benötigt wird. Die letzte Baustelle bedeutet die Entstehung des neuen Zentrums nicht. 

„Es ist nicht auszuschließen, dass die Hallen, die heute als Lager dienen, in ein paar Jahren als Produktionshallen genutzt werden, denn die Produktion wird immer größer, und um Wachstumspotenziale zu haben, bauen wir die Gebäude so, dass wir darin lagern und produzieren können“, so Stangrecki. Für ein passendes Beispiel dafür muss man im Wellpappenwerk nicht lange suchen. Denn in der Lagerhalle, die vor zehn Jahren entstanden ist, steht heute bereits eine Produktionsanlage.

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