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Kläranlage in Werne musste deutlich mehr arbeiten - Das ist der Grund

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Ilias Abawi, Sprecher des Lippeverbandes, schließt aus, dass die Werne im vergangenen Jahr verschwenderischer mit Wasser umgegangen sind als sonst.
Ilias Abawi, Sprecher des Lippeverbandes, schließt aus, dass die Werne im vergangenen Jahr verschwenderischer mit Wasser umgegangen sind als sonst. © Felgenträger/Lippeverband

Die Kläranlage musste im vergangenen Jahr erheblich mehr arbeiten als im Jahr zuvor. Haben die Werner so viel Wasser verbraucht? Die Antwort liegt woanders.

Werne - Einmal im Jahr, zum offiziellen Welttoilettentag am 19. November, gibt der Lippeverband die Kennzahlen der Klärwerke heraus. Für Werne lautet die Klärzahl des Jahres 2021 genau 5,250,328 Kubikmeter. Das ist eine erhebliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Waren die Werner im vergangenen Jahr verschwenderischer mit dem Wasser als in den Vorjahren?

Nein, das kann der Sprecher des Lippeverbandes, Ilias Abawi, auf Anfrage der Redaktion ausschließen. „Die Menge, die die Haushalte oder die Industrie verbrauchen, ist relativ konstant über die Jahre.“ Woher kommt dann eine Steigerung von rund zehn Prozent (4,72 Mio. in 2020 zu 5,25 Mio. Kubikmeter in 2021)?

Abawi kennt die Antwort: „Das hat mit den Niederschlägen zu tun, die dann auch in der Kläranlage landen. Selbst in trockenen Jahren kann es lokal begrenzte Regenfälle geben, die für so eine Steigerung verantwortlich sind.“ Man darf gespannt sein, wie die Kennzahlen für dieses Jahr ausschauen, das ausgesprochen trocken und – bis jetzt – regenarm war.

Keine Medikamente ins WC

Der Lippeverband nutzt den Welttoilettentag, um darauf hinzuweisen, was alles nicht in der Toilette entsorgt werden darf. Dazu gehören neben Hygieneartikeln unter anderem auch Altmedikamente: Die sogenannten Spurenstoffe können auch in modernen Kläranlagen nicht restlos herausgefiltert werden, sie belasten daher die Gewässer und schädigen die Fauna in den Bächen und Flüssen.

In Essen führte die Emschergenossenschaft, die „Schwester“ des Lippeverbandes, daher die Sensibilisierungskampagne „Essen macht’s klar“ durch. Die Bevölkerung wurde dadurch darauf aufmerksam gemacht, dass nicht verbrauchte Medikamente in den regulären Hausmüll gehören – denn dieser wird verbrannt, die Kläranlagen bleiben verschont.

„Jeden Tag kommen die Menschen in Werne mit unserer Arbeit in Berührung: Immer dann, wenn sie die Klospülung betätigen oder den Wasserhahn aufdrehen. Als Deutschlands größter Betreiber von Kläranlagen gewährleisten wir tagtäglich, dass unser aller Abwasser auf hohem technischen Niveau gereinigt und in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgegeben wird“, sagt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender von Emschergenossenschaft und Lippeverband, zum Welttoilettentag am 19. November. „Als öffentlich-rechtliche Unternehmen handeln wir ohne Gewinnorientierung, im Interesse des Gemeinwohls. Dafür stehen wir als Emschergenossenschaft und Lippeverband heute und in Zukunft.“

Der Welttoilettentag wurde erstmals 2001 von der Welttoilettenorganisation ausgerufen. Von den Vereinten Nationen wird der Vorschlag, den 19. November zum regelmäßigen Jahrestag zu machen, mitgetragen (Jörg Heckenkamp).

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