Erste gemeinsame Gemeindeversammlung

Katholische und Evangelische Kirchengemeinde nähern sich an

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Im Hintergrund die katholische Kirche St. Sophia, vorne das evangelische Gemeindezentrum: Die beiden großen christlichen Kirchengemeinden in Werne wollen ihre Zusammenarbeit im Bezirk Stockum intensivieren.

Werne/Stockum - Katholische und Evangelische Kirchengemeinde in Werne loten eine intensivere Zusammenarbeit im Bezirk Stockum aus. Dazu wird für Samstag, 25. Mai, zu einer gemeinsamen Gemeindeversammlung eingeladen. So etwas gab’s noch nie.

Die Versammlung findet im Anschluss an einen ökumenischen Gottesdienst statt. Er beginnt um 17 Uhr in der Kirche St. Sophia und steht unter dem Thema „Auf Gott bauen“. Dies sei gemeinsames Anliegen beider christlichen Kirchen, verdeutlichte Pfarrdechant Jürgen Schäfer (St. Christophorus) am Dienstagmorgen in einem Pressegespräch. 

Und beide Gemeinden machten sich unter anderem mit Blick auf die sinkende Zahl von Gläubigen Gedanken zur Zukunft. Schäfer verwies auf die jüngste Kooperation, die im Zuge des Kirchenschiff-Abrisses in St. Konrad entstanden ist und quasi „aus der Not“ heraus geboren wurde. 

So stehe den Katholiken seither das evangelische Dietrich-Bonhoeffer-Zentrum als Ausweichquartier für Gottesdienste zur Verfügung. Darauf ließe sich aufbauen. 

Gemeindemitglieder sollen mitreden können

Alexander Meese, Pfarrer der Evangelischen Gemeinde, betonte, dass man sich „frühzeitig auf den Weg machen“ wolle. Statt auf absehbare Entwicklungen reagieren zu müssen, gelte es, die Zukunft zu gestalten und Ängste vor ihr zu nehmen. Dabei sollen die Mitglieder der beiden Gemeinden mitreden können. 

Wie soll’s in Stockum weitergehen? Diese Frage stellen die Verantwortlichen beider Gemeinden den Interessierten – und hoffen auf viele Antworten. Beim Pressegespräch kündigten die Beteiligten an, dass in den Gremien beider Gemeinden bereits erste Zukunftsideen entwickelt wurden und diese am Samstag auch präsentiert werden sollen. 

Gemeindefest geplant

Wie sie aussehen und ob auch bauliche Belange einbezogen sind, blieb offen. Als Beispiel einer Zukunftsidee nannte Schäfer einzig die Überlegung, künftig ein gemeinsames Gemeindefest zu feiern. „Wir wollen nicht jeder für sich kämpfen und haben zusammen mehr Möglichkeiten, ein attraktives Angebot zu machen“, konstatierte Meese. 

Die Zahlen der in Kirchen organisierten Christen sind auch in Werne tendenziell rückläufig. Von den derzeit rund 8100 Mitgliedern der Evangelischen Kirchengemeinde Werne leben etwa 1200 in Stockum (Gemeindezentrum) und Herbern (Auferstehungskirche), die einen Gemeindebezirk bilden. Die katholische Kirchengemeinde St. Christophorus zählt aktuell rund 15.000 Mitglieder, etwa 3500 wohnen in Stockum und in Horst. 

Amüsanten Anspielungen auf Glaubensunterschiede

Schon vor längerer Zeit haben sich die beiden christlichen Gemeinden in Werne angenähert, bieten an Heiligabend zum Beispiel einen gemeinsamen Gottesdienst an. Ein Grund dafür mag auch sein, dass sich Schäfer und Meese bei aller Leidenschaft für die jeweils eigene Kirche offenbar gut verstehen. 

Bei öffentlichen Terminen sorgen sie überdies mit Selbstironie und amüsanten Anspielungen auf Glaubensunterschiede stets auch für heitere Momente.

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