Kardinal-von-Galen-Schule: Kinder demonstrieren gegen rücksichtsloses Fahrverhalten der Eltern

+
Die Schüler der Klasse 4b mit ihren Schildern.

Stockum - Die Verkehrssituation vor der Kardinal-von-Galen-Schule finden die Grundschüler untragbar und machten ihrem Ärger gestern Luft. Sie demonstrierten mit Warnschildern gegen das rücksichtslose Fahrverhalten einiger Eltern, die ihre Kinder morgens mit dem Auto zur Schule bringen.

Sprüche wie „Hier nicht halten“, „Achtung, Kinder auf dem Schulweg“ und „Autos Stopp! Fahrräder los!“ waren in leuchtenden Farben auf die Schilder geschrieben. Jedes Auto, das trotz des Durchfahrverbots vor der Schule entlang fuhr, stoppten die Kinder und verteilten Warnzettel an den Fahrer. Dabei wurde kein Auge zugedrückt. 

Bereits am ersten Tag der Aktion bemerkte Schulleiterin Beate Klink-Schmidt einen positiven Unterschied im Fahrverhalten: „Es halten deutlich weniger Autos vor den Kreuzungen, auch die Straße vor der Schule wird kaum befahren. Das ist sehr erfreulich.“ Wie lang diese Entwicklung halte, wisse sie jedoch nicht. 

Andere Maßnahmen haben nichts verändert 

Denn schon in den vergangenen Jahren hatten Schüler gegen das Verhalten demonstriert, auch ein Elternbrief widmete sich dem Thema. Zusätzlich patrouilliert ein Polizeistreifenwagen in regelmäßigen Abständen vor der Schule und ermahnte die Eltern. Doch: Langfristig haben die Maßnahmen nichts verändert. 

Zu Schulzeiten darf die Kirchstraße nicht durchfahren werden, das gilt wegen der offenen Ganztagsbetreuung bis 16 Uhr. Das Halten und Parken an den Kreuzungen Kirchstraße / Boymerstraße und Kirchstraße / Blekamp gefährdet die Schüler ebenfalls. Welche Auswirkung das leichtsinnige Missachten der Verkehrsordnung haben kann, zeigte bereits ein Verkehrsunfall vor der Schule. Ein Bus hatte beim Abbiegen an der Kreuzung Boymerstraße nicht genug Platz, weil ein Autofahrer zu nah an der Kurve geparkt hatte. Diesmal blieb es beim Blechschaden. „Es ist erstaunlich, dass noch kein Kind verletzt wurde“, so Klink-Schmidt. 

Eltern versuchen Kinder bis vor die Schultür zubringen

Laut Umfrage der Schulleitung werden 30 bis 40 Prozent der Kinder, die zur Schule laufen könnten, trotzdem von ihren Eltern gefahren. Die Erwachsenen versuchten, ihre Zöglinge bis vor die Schultür zu bringen, so Klink-Schmidt. Dass es auch anders geht, zeigt der zehnjährige Adrian. „Ich werde von meinen Eltern immer deutlich vor der Kreuzung herausgelassen und laufe dann.“ 

Auch andere Halteplätze sind vorhanden. Vor der Turnhalle am Werthweg liegt ein großer Parkplatz. „Den Weg kennen die Schüler und die Turnhalle ist nicht weit entfernt“, erklärt die Schulleiterin. Von dort könnten Eltern ihre Kinder sorgenfrei laufen lassen. 

Neuer Versuch für das Projekt "Laufbus"

Im nächsten Jahr wird die Schule außerdem einen neuen Versuch für das Projekt „Laufbus“ starten. Dabei gehen die Kinder zusammen zur Schule, Begleitschutz gibt es von einigen Eltern. Überall in der Stadt warten die Schüler an „Haltestellen“, um sich der Gruppe anzuschließen. 

Die Demonstration wird über zwei Wochen jeden Schultag wiederholt. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare