Jugendsinfonieorchester begeistert sein Publikum

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Das Jugendsinfonieorchester mit Dirigent Hans Wolfgang Schneider. ▪

WERNE ▪ Inspiriert durch eine Konzertreise nach Israel im vergangenen Herbst bot das Jugendsinfonieorchester des Musikschulkreises Lüdinghausen am Sonntagnachmittag eine spannende Mischung aus klassischen und modernen Stücken deutscher wie israelischer Komponisten.

Im nahezu ausverkauften Kolpingsaal begeisterte das 60-köpfige Ensemble in gewohnt gekonnter Manier – und nahm das Publikum ganz nebenbei mit auf eine musikalische Reise zwischen Mitteleuropa und dem Nahen Osten. So traf die rheinische Symphonie von Robert Schumann auf ein zeitgenössisches Stück des 2002 verstorbenen israelischen Komponisten Bryan Medwed, das die jungen Musiker bereits bei ihrem Besuch in Eilat, der Partnerstadt von Kamen, uraufführen durften. „Sie werden einige ungewohnte Klänge hören“, warnte Musikschulleiter Hans Wolfgang Schneider die Zuhörer vor.

Tatsächlich erwies sich Medweds Symphonie in drei Sätzen mit ihren vielen Taktwechseln als äußerst anspruchsvoll. Für die 13- bis 19-jährigen Musiker allerdings kein Grund, das Stück nicht fehlerlos zu interpretieren. „Alles, was wir heute spielen, ist eigentlich nichts für Schüler, sondern ausschließlich für Profis geschrieben“, erinnerte Schneider.

Umso bemerkenswerter, mit welcher Routine die Jugendlichen das Programm absolvierten. Als wäre es nichts, wechselten sie zwischen ruhigen und kraftvollen Abschnitten, spielten mal mit Nachdruck, mal mit Sanftheit. Einen Sonderapplaus gab es für die Solisten Paula Schlüter und Tobias Kreutz. Während die „Jugend musiziert“-Preisträgerin Paul Schlüter mit ihrem klaren Spiel auf der Oboe überzeugte, verdiente sich der 15-jährige Tobias Kreutz den Beinamen „Klavierlöwe“, wie Dirigent Schneider seinen Schützling bezeichnete. Das Klavierkonzert in a-Moll von Edvard Grieg, das Kritiker im 19. Jahrhundert noch als „musikartiges Geräusch“ verrissen, spielte Kreutz aus dem Gedächtnis – und demonstrierte damit, dass das Stück entgegen der Meinung damaliger Kritiker sehr wohl für eine Aufführung im Konzertsaal taugt.

Mit seiner eingängigen Melodie eignete es sich außerdem perfekt als Übergang zum zweiten Teil des Konzerts, in dem die Musikschüler bekannte Filmmusik zum Besten gaben. So etwa die Komposition von Oscar-Preisträger Hans Zimmer zum Film Gladiator. ▪ cho

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