Erheblich kürzere Anfahrt für Kinder aus Ascheberg und Herbern möglich

Jugendhilfe Werne plant Förderschule im Südkreis Coesfeld

Ascheberg/Werne – Die Jugendhilfe Werne plant die Gründung einer Förderschule mit Primar- und Sekundarbereich in ihrer Trägerschaft. Zum Schuljahr 2021/22 soll der Unterricht beginnen. Das bestätigte am Donnerstag Monika Frantzmann, Bereichsleitung für Angebote an Schulen, auf Nachfrage des WA.

Für die Schule mit den Förderschwerpunkten Lernen sowie Emotionale und Soziale Entwicklung macht man sich bereits auf die Suche nach einem Standort. Dazu hat man die Fühler auch in den Südkreis Coesfeld ausgestreckt und eine offizielle Anfrage an die Kommunen Ascheberg, Lüdinghausen, Nordkirchen und Olfen gerichtet. 

Und hier stößt das Vorhaben der Jugendhilfe auf große Zustimmung, müssen doch Förderschüler nach dem Umzug der Astrid-Lindgren-Schule Lüdinghausen seit Schuljahresbeginn zur neu formierten Steverschule in Nottuln fahren. Die einfache Fahrtzeit liegt – von Ascheberg aus gesehen – bei cirka 60 Minuten und bleibt damit laut Schulentwicklungsplan des Kreises Coesfeld knapp unter dem zumutbaren Limit. 

Die ehemalige Burg-Schule in Davensberg ist heute ein Dorfgemeinschaftshaus. Seit der Schließung der einstigen Förderschule in der Gemeinde Ascheberg müssen die Kinder teils weite Wege bis nach Nottuln in Kauf nehmen.

In Nordkirchen und Olfen wird die Maximalfahrtzeit dagegen sogar überschritten. Doch hier haben die Eltern immerhin die Option, ihre Kinder zur deutlich näher gelegenen Förderschule in Selm/Bork zu schicken – auch über die Kreisgrenze Unna hinaus. Das gilt allerdings nur für den Sekundarbereich, die jüngeren Schüler im Grundschulalter müssen ebenfalls nach Nottuln fahren. 

Für den Jugendhilfe-Träger aus Werne – auch hier wurde die Förderschule bekanntlich geschlossen – gibt es ohnehin Bedarf, Kinder mit Förderbedarf aus den eigenen Einrichtungen an einer Förderschule unterrichten zu lassen. „Es kommen vermehrt Anfragen nach Unterbringung und Schulbesuch“, schilderte Monika Frantzmann den Hintergrund der Überlegungen, nun selbst aktiv zu werden. Bereits an diesem Wochenende sollen die Stellenausschreibungen für die Lehrkräfte herausgegeben werden. 

Frühes Stadium der Planungen

Der Jugendhilfe-Träger setzt auf gemeinsame Planungen mit den Pädagogen. „Sie sollen die Schule von vornherein mitdenken und mitgestalten“, so Frantzmann. Ob das renovierte, leerstehende Schulhaus der Astrid-Lindgren-Schule in Lüdinghausen der Standort für die neue Förderschule sein kann, ist zur Zeit noch offen. Die Lösung hätte aus Sicht vieler Beteiligter aus den umliegenden Kommunen Charme, gleich in mehrfacher Hinsicht. 

Denn das Bestandsgebäude wäre nicht nur sofort beziehbar, auch das verkehrlich gut angebundene und erreichbare Mittelzentrum Lüdinghausen spräche dafür. „Wir befinden uns noch in einem frühen Stadium der Planungen“, sagte Frantzmann. Auch in der Gemeinde Ascheberg sieht man die Pläne positiv, bestätigte Fachbereichsleiter Helmut Sunder- haus. Ohnehin hatten die fünf Südkreis-Kommunen ihre Forderung an den Kreis aufrechterhalten, hier einen Förderschulstandort anzubieten. Denn mit der Lösung des Kreises, das Förderschulangebot nach der Schließung der Burgschule in Davensberg 2017 und dem Umzug der Astrid-Lindgren-Schule nach Nottuln im Nordkreis zu konzentrieren, war und ist man – vorsichtig ausgedrückt – in Ascheberg alles andere als zufrieden. 

„Eine Fahrt von 60 Minuten bei einem einfachen Weg von Ascheberg nach Nottuln ist für die Kinder schon eine arge Belastung“, gibt Fachbereichsleiter Helmut Sunderhaus die Einschätzung im Rathaus wieder. Ein Angebot im Südkreis würde man hier auch mit Blick auf die Wahlmöglichkeiten der Eltern sehr begrüßen, hieß es.

Rubriklistenbild: © Heinkel-Brüggemann

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