Stadt Werne steht der Idee ergebnissoffen gegenüber

Jugendhilfe hat auch Pläne für eine private Förderschule in Werne

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Seit Schließung der Barbara-Förderschule im Sommer 2016 gibt es in Werne keine Förderschule mehr. Die Jugendhilfe Werne hat Pläne zur Gründung einer privaten Förderschule unter anderem mit Standort in Werne - wo genau ist noch unklar.

Werne – Die Jugendhilfe Werne hat ihre Pläne zur Gründung einer privaten Förderschule mit den Schwerpunkten „Lernen“ und „Emotionale und soziale Entwicklung“ konkretisiert. Es soll einen Standort in Werne und einen im Süden des Kreises Coesfeld geben.

„Die Idee beschäftigt uns schon lange“, sagt Geschäftsführer Uwe Schenk. Hintergrund sei, dass die Jugendhilfe viele Kinder und Jugendliche aufnehme, deren Beschulung schwierig sei, „weil sie gerade mit anderen Problemen beschäftigt sind, oder sie sowieso Förderbedarf haben“. Zuletzt habe das Thema durch die Schließung kleiner und Schaffung zentraler Förderschulen wieder an Fahrt aufgenommen. „In diesem Sommer haben wir die Grundsatzentscheidung getroffen, es jetzt in Angriff nehmen zu wollen.“ 

Der Bedarf sei da. Es gehe um etwa 60 Kinder in den Einrichtungen der Jugendhilfe. „Das sind rund ein Drittel der Kinder, die wir betreuen.“ Ob es eine Schule mit zwei Standorten oder zwei Schulen werden, ist unklar. „Da verschiedene Bezirksregierungen für den Kreis Unna und den Kreis Coesfeld zuständig sind, ist das noch nicht entschieden.“ 

Gespräche mit den Kommunen geführt

Denn den Bezirksregierungen obliege die Kontrolle, ob ein privater Schulgründer die gesetzlichen Bedingungen erfülle. „Jeder, der die Bedingungen erfüllt, kann eine Privatschule gründen.“ Formell müsse die Jugendhilfe keine Gespräche mit den Kommunen führen. „Natürlich tun wir das aber trotzdem.“ Erste Gespräche habe es bereits gegeben. „Wir haben die Kommunen und die Kreise Mitte September über unsere Pläne informiert.“ Die Reaktionen seien überwiegend positiv oder zumindest neutral gewesen. Es gebe aber einen Unterschied zwischen den Kommunen und Kreisen.

„Während die Kommunen im Südkreis Coesfeld die Pläne sehr begrüßen, ist die Lage in Werne weniger angespannt – von hier müssen die Schüler mit Förderbedarf, die keine Regelschule besuchen, nicht so weit fahren, wie im Südkreis“, sagt Schenk. „Die Kreise Unna und Coesfeld sehen natürlich die Konkurrenz, in denen eine private Förderschule zu ihren eigenen Förderschulen steht.“ 

Zum Schuljahr 2021/22 soll die Schule an den Start gehen

Die Verwaltung in Werne steht den Planungen ergebnisoffen gegenüber. „Es müssen erst die grundsätzlichen Fragen beantwortet werden, ehe wir uns positionieren können“, sagt Dezernent Alexander Ruhe. „Noch sind die Fragen offen, um welche Schülerschaft es konkret geht – alle Kinder mit Förderbedarf oder nur die Kinder, die die Jugendhilfe betreut – wo der Standort sein soll, ob es genug Lehrkräfte gibt und wie die Finanzierung aussehen soll.“

Zwar gebe es auch für Ersatzschulen Fördermittel – bei Förderschulen liege der Eigenanteil des Trägers normalerweise bei elf Prozent, in finanziellen Notsituationen nur bei zwei Prozent – trotzdem bleibe es eine große Investition. Das weiß auch Schenk. Deswegen holt die Jugendhilfe externe Berater ins Boot, um sich unter anderem im Bereich der Finanzplanung unter die Arme greifen zu lassen. Zudem sucht sie derzeit nicht nur nach Gebäuden, sondern auch nach Lehrern. Sie sollen bei der Erstellung des Schulkonzepts mit eingebunden sein. 

Den Zeitplan haben Schenk und sein Team relativ klar im Blick: Zum Schuljahr 2021/22 soll die Schule an den Start gehen. „Um das zu schaffen, müssen wir den Antrag bis spätestens Ende nächsten Jahres bei den Bezirksregierungen stellen.“

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