Jubiläumsfestakt: 25 Jahre Städtepartnerschaft Werne-Walcz

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Beim Jubiläumsfestakt im Garten des Walczer Museums unterzeichneten Ulrich Höltmann (v.l.), Boguslawa Towalewska (Walcz) und Timo Natemeyer (Bad Essen) die Urkunden, mit denen der Austausch über die Städtepartnerschaften bekräftigt wurde.

Walcz - 25 Jahre ist es her, dass sich Deutschland und Polen mit dem Nachbarschaftsvertrag im Großen aufgemacht haben, nach dem Zerfall der Blöcke ihre Beziehungen für ein zusammenwachsendes Europa auszubauen und es sich im Kleinen fügte, dass sich die Städte Werne und Walcz versprachen, über die Städtepartnerschaft in just diesem Kontext einen lokalen Beitrag zu Austausch und Verständigung zu leisten. Das haben die Partnerstädte bei einem Jubiläumsfestakt im Walcz am Wochenende erneut bekräftigt.

Die Unterzeichnung der Jubiläums-Partnerschaftsurkunden durch Boguslawa Towalewska, Bürgermeisterin der Stadt Walcz, und Wernes Stellvertretenden Bürgermeister Ulrich Höltmann war formaler Höhepunkt der Feier, die in Walcz’ neues großes Volksfest „Festival der zwei Seen“ eingebettet war. 

Dabei saß auch Timo Natemeyer, Bürgermeister von Bad Essen, mit am Tisch, um parallel die zehnjährige Städtepartnerschaft seiner Kommune mit der Stadt in Pommern zu würdigen. Das spricht Bände über die Annäherung über die von Krieg und Leid geprägte Geschichte hinweg, in deren Verlauf das polnische Walcz bis 1945 einmal das deutsche Deutsch Krone war. Bad Essen ist Sitz der Organisation ehemaliger Deutsch Kroner; vor 25 Jahren war der Brückenschlag in bestimmten Lagern beider Seiten noch eine heikle Angelegenheit. 

Wie selbstverständlich sich die Partner heute unterm blauen Sternenbanner bewegen, zeigte die Beteiligung der von Beginn an eingebundenen weiteren Partnerstädte. Aus Bailleul, mit dem vor 50 Jahren die Überwindung der angeblichen „Erbfeindschaft“ von Deutschen und Franzosen auf lokaler Ebene ähnlich gelang, und Kyritz (Brandenburg) waren Abordnungen gekommen. Bürgermeisterin Towaleska erinnerte in ihrer Ansprache an den 1992 in Kraft getretenen Nachbarschaftsvertrag, als sie das große Engagement der Akteure in den Partnerstädten für die vielfältigen Begegnungen würdigte. Denn „die Städtepartnerschaften leisten hier einen wichtigen Beitrag“ für die Zusammenarbeit der Staaten. 

Altbürgermeister Willi Lülf erinnerte als Wegbereiter der Partnerschaft an die Fortschritte in 25 Jahren, rechts eine Dolmetscherin.

Ihr Dank galt allen Werner Bürgermeistern seit ‘92, vor allem aber Willi Lülf, der nach den schwierigen ersten Kontakten in den Schranken des Eisernen Vorhangs beharrlich an der Anbahnung der Partnerschaft gearbeitet hatte und in Walcz dafür zum Ehrenbürger ernannt wurde. 

Lülf zollte in seinem Grußwort den polnischen Partnern Respekt für die gelungene Entwicklung der Stadt und hob die Rolle des verstorbenen langjährigen Bürgermeisters und Freundes Zdzislaw Tuderek hervor. „Die letzten 25 Jahre sind eine durchaus außergewöhnliche Geschichte der Zusammenarbeit von Deutschen und Polen, das geeinte Europa zu bauen und zu festigen. Das ist eine herausragende Geschichte der Versöhnung und sie ist Hoffnung für Europa und die Welt“, betonte Ulrich Höltmann noch einmal den großen Rahmen der Verständigung im Kleinen. 

„Manchmal sind Völker weiter als Regierungen“, sagte Höltmann und warb für das erneute Versprechen beider Städte: „Die Partnerschaft fortzusetzen, wodurch die Menschen in unseren beiden Städten erfahren, wie wichtig es ist, in einem geeinten freien und friedlichen Europa leben zu dürfen, ist mir ein wichtiges Anliegen.“ 

Die neue Partnerschaftsbeauftragte Stephanie Viefhues, ihre Vorgängerin Gaby Kuschyk und der Polnisch sprechende Ratsherr Martin Cyperski waren mit nach Walcz gereist. Die Gruppe erlebte ein beeindruckendes Wochenende, das von dem mehrtägigen Festival an der neuen Walczer Seepromenade geprägt war. Dank einer Förderung ist es der Stadt gelungen, ihr touristisches Potenzial in dem Bauwerk samt Bühne zur Geltung zu bringen. Höhepunkt war eine riesige Lasershow.

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