Keine Signatur des Malers

Wandgemälde entdeckt: Jahrzehnte verborgen gewesen

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Die Arbeiter entdeckten das Gemälde, als sie ein früheres Schaufenster beseitigten. 

Werne - Beim Umbau des 1904 errichteten Geschäftshauses Bonenstraße 33 ist ein über Jahrzehnte verborgenes Wandbild zum Vorschein gekommen. Die Eigentümer wollen es wenn möglich erhalten.

Das Bild ist direkt auf den Putz gemalt und zeigt eine Mühle inmitten von Bäumen, ein Floß auf einem Fluss und einen Bauern, der mit der Sense hantiert. Eine Signatur des Malers ist nicht zu finden. 

Auf die Frage, ob das idyllische Motiv nach hiesigem Vorbild entstanden ist, gibt es bislang keine Antwort. Die hofft Hendrik Ligges noch zu finden. Der 48-jährige Unternehmer hat das Objekt zusammen mit seiner Ehefrau und einer weiteren Familie zu Beginn des Jahres erworben und widmet sich zurzeit dem Umbau. 

Hinter einer Spanplatte verborgen

Im Erdgeschoss des Gebäudes, das einst das Gardinengeschäft Hoppe beherbergte, entsteht eine Arztpraxis. Das Wandbild befindet sich im Eingangsbereich des Gebäudes. Die Arbeiter entdeckten es, als sie ein früheres Schaufenster beseitigten. 

„Es war hinter einer Spanplatte verborgen“, erzählt Ligges. Er freut sich überdies, dass beim Rückbau der abgehängten Decke in diesem Bereich Jugendstil-Elemente ans Tageslicht kamen. Auch diese sollen erhalten werden. 

Das historische Gebäude Bonenstraße 33 war baulich mit einem Fachwerkhaus im hinteren Teil des Grundstücks verbunden. „Diese Verbindung haben wir abgerissen“, erläutert Ligges. Dafür entstehe ein neuer Anbau für Behandlungsräume. 

Hölzerne Tür und Glaselemente an der Fassade

Künftiger Blickfang inmitten der Praxis dürfte ein schlanker eiserner Kamin sein, der auch statische Funktion hat. Die beiden Wohnungen in den oberen Etagen bleiben im Zuge des Umbaus unangetastet. Das Gebäude selbst steht nicht unter Denkmalschutz, seine Fassade indes wird von der Stadt Werne als erhaltenswert eingestuft. 

Und die soll im Zuge des Umbaus auf Vordermann gebracht werden, kündigt Miteigentümer Ligges an. Demnach sind größere Glaselemente geplant und Putzflächen, die den Farbton der bestehenden aufgreifen. In Absprache mit der Bauordnung der Stadt werde zudem direkt an der Straße eine alte hölzerne Tür eingebaut. 

Wandbild und Jugendstil-Decke waren zwei positive Überraschungen beim Gebäude-Umbau. „Andere waren weniger schön“, sagt Ligges. Zum Beispiel die, dass sich im Holzboden der ersten Etage große Mengen an Kohlenasche und Schlacke befanden, Nebenprodukte industrieller Produktion. 

„Vermutlich diente das Material dem Schall- und Brandschutz“, meint Ligges. „Wer alte Bausubstanz in die Hand nimmt, muss mit Überraschungen rechnen, auch mit Staub.“ 

Viele Mühlen in Werne

In Werne hatte es einst etliche Mühlen gegeben, sowohl an der Horne wie an der Lippe. Von den meisten ist heute nichts mehr zu sehen. Das gilt unter anderem für die Gedemberger Mühle, die nach dem Zweiten Weltkrieg zur Erweiterung des Zechengeländes abgerissen wurde. 

Das Stadtmuseum verfügt über Fotos vom Bauwerk sowie über ein hölzernes Modell.

Neue Nutzung

Der Umbau des Gebäudes Bonenstraße 33 sowie die Errichtung eines neuen Anbaus sollen bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Mit Beginn 2020 werde die Gemeinschaftspraxis Dr. med Brigitte Westhues, Dr. med Maret Stadermann und Dr. med Melanie Ligges die neu gestalteten Räume im Erdgeschoss nutzen, kündigt Hendrik Ligges, Miteigentümer der Immobilie, an. 

Einen Umzugstermin gebe es noch nicht. Die Frauenärztinnen praktizieren derzeit in ihrer Praxis am Markt.

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