Fast alle Teilnehmer bekundeten Bereitschaft zur Mitarbeit

50 Interessierte beim ersten Treffen: Initiative Radverkehr kommt in Fahrt

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Gut 50 interessierte Werner wollten in der ersten Versammlung in „Haus Havers“ hören, wie sich Sprecher Holger Bergemann (l.) und seine Mitstreiter die Förderung des Radverkehrs durch eine Bürgerinitiative vorstellen. Die Akteure waren von dieser Resonanz überwältigt.

Werne - Die „Initiative Radverkehr“ (IR) ist mit Rückenwind gestartet. Gut 50 Werner wollten am Dienstagabend im „Haus Havers“ wissen, wie die Gründer im Bunde mit dem ADFC, dem Radsportclub und dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) den Radverkehr besser in die Spur bringen wollen.

„Wir haben nicht damit gerechnet, dass so viele der Einladung folgen würden“, sagte Sprecher Holger Bergemann, als der engere Kreis der Akteure nach eineinhalb Stunden konstruktiver Diskussion ein erstes freudiges Fazit zog. Fast alle Teilnehmer bekundeten Bereitschaft zur Mitarbeit. Das verleiht Schwung für die nächsten Etappen:

Erst will das IR-Team bei Bürgermeister Lothar Christ mit seinen Vorstellungen für ein Radverkehrskonzept vorstellig werden und danach die Ratsfraktionen überzeugen. Ohnehin müssen sich Verwaltung und Politik darauf einstellen, dass die neue Initiative ihren Forderungen nach Ausbau von Wegen und Abstellanlagen, der Beseitigung von Mängeln und mehr imagefördernder Aufmerksamkeit für die umweltfreundliche Alternative zum Auto öffentlich mehr Nachdruck verleihen wird. 

Etwa mit „Wahlprüfsteinen“ für die Parteien, so ein spontaner wie willkommener Vorschlag aus der Runde. Der kam auf, als Bergemann gerade die Strategie ausführte, sich das Kommunalwahljahr 2020 zu nutze zu machen. Da finden Bürgeranliegen erfahrungsgemäß nun mal mehr Gehör. „Wir wollen der Politik kein Konzept liefern, auch keine Einzelvorschläge machen“, stellte Peter Wenner, zweiter Vorsitzender des RSC ‘79, klar. 

Gefahrenstellen werden gesammelt

Da häuften sich aus den Reihen gerade die Meldungen über Knackpunkte im Wegenetz. „Wir suchen den nötigen Einfluss auf die Politik, damit die ein umfassendes Radverkehrskonzept in Auftrag gibt.“ Gleichwohl hat die IR damit begonnen, Gefahrenstellen zu dokumentieren, und will die Sammlung forcieren. 

Sobald der Internetauftritt steht, sollen Bürger melden, was stört. Laut Initiative ist Werne die einzige Kommune im Kreis Unna, die nicht über ein Radkonzept verfügt. Da habe die Stadt eine Entwicklung verschlafen, werde sich mit der Dynamik der Klimadiskussion aber aufmachen müssen, meinte Bergemann. 

Außerdem: „Radverkehr hat maßgebliche Bedeutung dafür, wie sich unsere Stadt entwickelt. Und mehr Radverkehr heißt mehr Lebensqualität.“ Der Sprecher forderte, aus den günstigen Voraussetzungen eines ebenen, kompakten Siedlungskerns mehr zu machen. Das erfordere mehr Geld und Personal aufseiten der Stadt. 

13 bis 19 Euro pro Einwohner und Jahr, also 400.000 bis 600.000 Euro, sollten in Kombination mit Förderprogrammen investiert werden. Dabei soll ein Runder Tisch mitreden. Und zwar bald: Bei aller Zustimmung zum grundlegenden Konzept kam die Mahnung auf, wegen des anstehenden Stadtumbaus an der Horne keine Zeit zu verlieren. SPD-Ratsherr Dirk Pohl: „Beim Horne-Projekt rollt der Zug an, da müssen wir jetzt aufspringen“. Klaus Schlüter von der Grünen-Fraktion formulierte es angesichts erster Pläne drastischer: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“

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