Insolvenzverschleppung

Ex-Edel-Boutique: Ermittlungen gegen Profi-Fußballer Mo Idrissou laufen weiter

Mo Idrissou sitzt offenbar in Österreich in Abschiebehaft. In Deutschland ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihn.
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Mo Idrissou, Ex-Bundesliga-Profi bei Borussia Mönchengladbach, sitzt offenbar in Österreich in Abschiebehaft. In Deutschland ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihn.

Werne/Dortmund – Die Edel-Boutique „Royal Lion LLvip“ an der Ecke Bonenstraße/Markt ist längst geschlossen, aber ihre Geschichte noch nicht zu Ende. So ist bei der Staatsanwaltschaft Dortmund weiterhin ein Ermittlungsverfahren wegen Insolvenzverschleppung gegen den früheren Betreiber, den Ex-Bundesliga-Profi Mo Idrissou, anhängig.

  • Mo Idrissou sitzt offenbar in Österreich in Abschiebehaft
  • In Deutschland wird immer noch wegen Insolvenzverschleppung gegen ihn ermitteltSeine Edel-Boutique in Werne ist bereits seit über einem Jahr geschlossenUpdate, 19. Dezember:  Droht Mo Idrissou sogar die Abschiebung in sein Heimatland Kamerun? Das berichtet die österreichische Kronenzeitung. Wie es konkret weitergeht, ist aber noch unklar. Das österreichische Innenministerium teilte auf Anfrage der Kronenzeitung nur mit, es gebe einen Abschiebeprozess gegen eine Person "mit fußballerischer Vergangenheit".Mo Idrissou: Ex-Bundesligastar sitzt in Abschiebehaft„Zurzeit ist Herr Idrissou allerdings zur Aufenthaltsermittlung ausgeschrieben“, berichtet Marieke Alberty, Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Ein Hinweis auf seinen aktuellen Aufenthaltsort kam nun aus Österreich. Hier sitzt der gebürtige Kameruner in Abschiebehaft. Laut dpa bestätigte dies der österreichische Viertligist DSV Leoben. Beim DSV Leoben hatte der 39-jährige Fußballer im Sommer angeheuert. Mo Idrissou hätte bei dem Amateurverein spielen und nebenher einer Arbeit nachgehen sollen, sagte Clubchef Edi Lieber. Dafür hatte der Stürmer auch schon ein Stellenangebot und eine Arbeitsbewilligung. Allerdings habe er kein Aufenthaltsvisum erhalten.Das habe mit einer Sache aus Mo Idrissous Vergangenheit in Deutschland zu tun, sagte Lieber, ohne Details zu nennen. Mo Idrissou sei seit September immer wieder nach Deutschland gereist, wo auch seine Kinder lebten, so Lieber weiter. Bei seiner jüngsten Rückreise sei er in Haft genommen worden. Mo Idrissou: Boutique existierte nur ein JahrMo Idrissou absolvierte 139 Bundesligaspiele und kam zudem in 164 Partien in der 2. Liga zum Einsatz. Bei der WM 2010 lief er für sein Heimatland Kamerun auf. Die Boutique „Royal Lion LLvip“ hatte April 2017 neu eröffnet und gerade mal ein Jahr existiert. Im Boot waren damals noch die beiden Mitbegründer, Modedesigner Jan Schick und der Werner Bausachverständige Michel Mazucco, die sich aber später zurückzogen. Gegen Mazucco sei ebenfalls ermittelt worden, heißt es bei der Staatsanwaltschaft. Dieses Verfahren sei aber eingestellt worden. Dem Vernehmen nach soll bei den Ermittlungen gegen Idrissou auch um das Vorenthalten von Sozialversicherungsbeiträgen gehen. Der Fußballer führte das Werner Geschäft mit Designer-Mode unter anderem seines eigenen Labels „Mo the Lion“ zuletzt alleine. Die Boutique im früheren Wäschehaus Kroes sollte der Start für eine expandierende Kette mit Filialen in Städten wie München, Düsseldorf oder Berlin sein.Mo Idrissou: Seit Jahren Wandervogel im europäischen FußballMo Idrissou war 2018 nach Österreich gewechselt, nachdem er in den deutschen Profiligen nicht mehr Fuß fassen konnte. Vom 1. FC Kaiserslautern war er 2014 bereits nach Israel gewechselt. Der Kameruner kehrte zurück nach Uerdingen, wurde aber auch dort nicht glücklich. In Österreich landete er letztendlich beim DSV Leoben.Legendär ist das Lied, das Fans des SC Freiburg für ihn gedichtet haben. Mo Idrissou war von Freiburg nach Mönchengladbach gewechselt und hatte angekündigt, er wolle nicht gegen den Abstieg, sondern Champions League spielen. Als dann Gladbach am Tabellenende stand, sangen die Freiburger Fans hämisch zur Melodie von 'Rivers of Babylon': "Idrissou spielt Champions League, auf PS3, die ganze Nacht, von zwei bis acht...."
  • Seine Edel-Boutique in Werne ist bereits seit über einem Jahr geschlossen
Die Designer-Boutique schloss bereits nach einem Jahr.

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