Hunderte Helfer bei "Werne putzt sich raus"

+
Die Helfer vom Schützenverein Baaken füllten in ihrer Siedlung mehrere Müllsäcke.

Werne - Pünktlich zum Frühjahrsbeginn rückten Helfer der Aktion „Werne putzt sich raus“ Müll und Unrat im Stadtbild zu Leibe. Vereine und Privatpersonen beteiligten sich am Samstag in der Innenstadt, im Werner Westen und in Langern am Großreinemachen.

Werne putzt sich raus

In der Innenstadt waren unter anderem die Bürgerschützen, die „BVB Supporters“, der Leo-Club Werne-Westfalica und der Club „Spoke Intruders“ am Werk. Resolut nahmen die jeweiligen Vereinsmitglieder Müllsäcke, Eimer und Kneifzangen in die Hand, die sie vom Bauhof erhielten. Auch Mitarbeiter der Stadtverwaltung und viele Fraktionsmitglieder sammelten Abfall. Die Kinderbetreuer der Löwenburg richteten mit den Eltern ihr Gelände wieder her. Insgesamt waren hier etwa 150 Menschen unterwegs. Hinzu kamen 350 Schülerinnen und Schüler von den sechs Werner Schulen, die sich beteiligten. 

Carolin Brautlecht wünscht sich mehr "Bürgerengagement"

Dieser „pädagogische Effekt“ sei wichtig, um die innenstädtische Aktion zu befeuern, erklärte Carolin Brautlecht vom Werne Marketing. Denn anders als in den Ortschaften, die teils seit Jahrzehnten schon ihre eigenen Aufräumaktionen durchführen, gäbe es in der Innenstadt keinen so starken Gemeinsinn. Darum wünschte sich Brautlecht zur vierten „Werne putzt sich raus“-Ausgabe am Samstag auch „mehr spontanes Bürgerengagement“. Letztlich füllten sich beide von der Werner Entsorgungsfirma RCS bereitgestellten Container etwa zur Hälfte, der Bauhof holte außerdem an einigen Stellen den Müll direkt ab. Neben kuriosen Funden wie Unterhosen oder Zahnbürsten dominierten Spirituosenflaschen und Zigarettenkippen das Müll-Bild. Mitunter fanden sich im Erdreich rund um einen Baum bis zu 100 Kippen. 

Lothar Christ: "Stadt nicht so schlimm vermüllt."

Besonders schnell füllten sich die Müllsäcke entlang der Horne im Bereich des Gradierwerks. Bürgermeister Lothar Christ hat den zurückliegenden Karneval als Ursache in Verdacht, findet aber auch: „Die Stadt schien mir nicht so schlimm vermüllt.“ Parallel zur Innenstadt-Truppe arbeiteten die Baakener Schützen im Werner Westen. Von der Bahntrasse bis zum Stadtwald sorgten knapp 20 Freiwillige in fünf Gruppen dafür, dass der Verein sein Schützenfest im Sommer nicht auf zugemüllten Wiesen feiern muss. Beim vergangenen Stadtputz hatten die Schützen 80 Kilogramm, meist Plastik und Styropor, zusammengetragen. Diesmal sah es ähnlich aus. Gefühlt sei der Abfall sogar mehr geworden, gerade entlang der Bellingheide. Insgesamt habe, so die Schützenmeinung, seit der Präsenz Amazons im Gewerbegebiet die Müllbelastung an den Straßenrändern zugenommen.

Müllsammelaktion schweißt zusammen

Gleiches Bild in Langern: Von kleinen Jägermeister- bis leeren Vodka-Flaschen fand sich die ganze Glaspalette in der Natur – häufig an Straßen mit wenig Anliegern wie am Gerlingsbach oder am Sunderbach. Rund 30 Leute vom Schützenverein Langern und der Freiwilligen Feuerwehr füllten einen zugegeben sehr kleinen Container und einen Anhänger der Feuerwehr mit ihren Funden. Den Müll entsorgen sie bei den Wirtschaftsbetrieben Lünen. „Die Aktion schweißt zusammen“, meint Egbert Ortmann vom Schützenverein. Auch wenn die Früchte ihrer Mühen wohl nach dem ersten Mai bereits wieder dahin sein werden, lassen sich Ortmann und viele andere Helfer nicht entmutigen und räumen weiter hinter den Umweltsündern her.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare