Hörgeschädigte dürfen Vereinsheim an der Barbaraschule vorerst weiter nutzen

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Die Mitglieder des HFV Werne feierten bei ihrem Sommerfest das 25-jährige Bestehen ihres Vereinsheims und hoffen, dort noch lange bleiben zu können.

Werne - Pünktlich zum 25. Jubiläum des Vereinsheims haben die Mitglieder des Hörgeschädigtenvereins 76/80 Werne (HFV) Hoffnung, ihre angestammte Heimat doch nicht verlassen zu müssen: Das gab HFV-Vorsitzender Thomas Schlüter während des Sommerfests am Samstag bekannt.

Lange Zeit galt es als sicher: Die Gebäude der einstigen Barbaraschule sollten für den Bau von Wohnflächen weichen. Doch die Räumlichkeiten sollten zunächst als Unterkunft für Flüchtlinge vorgehalten werden. Nun wurde entschieden: Die Schule soll zu einem Integrationszentrum ausgeweitet werden, es sollen Beratungsstellen entstehen und Integrations- und Sprachkurse durchgeführt werden, berichtete Schlüter den Anwesenden. Die Einrichtung eines Baugebiets sei auf unbestimmte Zeit vertagt.

Suche nach neuem Vereinsheim

Diese Planung ist gleichzeitig auch eine Verlängerung der Gnadenfrist für den Hörgeschädigtenverein. Zumindest solange, bis auch das Integrationszentrum seine Pforten möglicherweise wieder schließt. Findet der Verein bis dahin keine andere Unterkunft, müsse er sich auflösen, allein schon weil er ohne feste Sitz keine gemeinnützigen Gelder mehr generieren könne.

Seit der Freizeitverein von den Abrissplänen der Stadt in Kenntnis gesetzt wurde, sei man händeringend auf der Suche nach einer Alternative. Bisher aber erfolglos. Entweder scheitere man an den Kosten oder die benötigten Zeiten seien nicht umsetzbar. „Fast jede Woche trifft sich der Vorstand hier, um die Situation zu bereden. Unsere Not hat uns auch dazu getrieben, über eine Räumlichkeit außerhalb von Werne nachzudenken. Doch das ist eigentlich nicht Sinn der Sache“, sagte Dolmetscher Thorsten Rose.

Die Stadtverwaltung habe bisher keine adäquaten Alternativen anbieten können, sodass der Verein selbstständig verschiedene Träger kontaktiere. Generell sei die Stadt nicht als bemüht in der Angelegenheit aufgefallen. Sie könne sicherlich weitaus mehr in Gang setzen. „Die Behörden haben viel weitergehende Möglichkeiten, als diese, die sie bisher umsetzen“, sagte Rose.

Vereinsmitglieder hängen am „Pavillon“

Während des Festes, das die Mitglieder zum gemütlichen Beisammensein nutzten, wurde deutlich: Alle Mitglieder und auch die rund 80 Gäste hängen sehr am „Pavillon“. „Das Vereinsheim war von Anfang an ein Segen für uns“, so Schlüter. Aber noch mehr hängen die Mitglieder am Verein selbst. Man wolle sich mit allen Kräften gegen die drohende Auflösung stemmen. Dabei helfen könnte die Amazon-Niederlassung, die den Verein finanziell unterstützt. Die Schwerbehinderten-Vertreter des Werner Sitzes des Unternehmens überreichten am Samstag eine Spende. Auch waren viele weitere Gäste von befreundeten Vereinen, sowie Michael Richter vom Verband der Gehörlosen NRW angereist. Ebenfalls zu einem privaten Besuch vorbeigekommen waren der CDU-Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe und seine Frau, sowie Heinz Mangels, der zu den Gründungsmitgliedern des Werner Hörgeschädigtenvereins zählt.

Auf das 36. Sommerfest des Vereins folgt am 8. Oktober das Oktoberfest – zumindest in diesem Jahr noch im Pavillon an der Barbaraschule.

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