Fast 670 Einsätze im letzten Jahr

Helfen, wenn's bei der Sprache hakt: Kreis sucht neue Sprachmittler

+
Der Kreis Unna sucht neue Sprachmittler. Sie helfen bei Verständigungsschwierigkeiten beispielsweise bei Gesundheitsbehörden.

Kreis Unna – Wer die deutsche Sprache nicht richtig beherrscht, stößt bei Gesprächen mit der Schule, in der Kita oder „auf dem Amt“ oftmals an seine Grenzen. Sogenannte Sprachmittler bieten in solchen Fällen schnell Unterstützung. Bei 42 Gesprächen haben Sprachmittler im vergangenen Jahr in Werne geholfen.

Insgesamt gab es für die Ehrenamtler fast 670 Einsätze in 2019. Das geht aus einer Statistik hervor, die der Kreis Unna jetzt veröffentlicht hat – mit dem Hinweis, dass aktuell wieder Personen gesucht werden, die ehrenamtlich als Sprachmittler helfen möchten. „Dem Sprachmittler-Pool gehören aktuell fast 60 Ehrenamtliche an. Sie decken über 25 Sprachen ab und unterstützten im letzten Jahr bei 670 Gesprächen. Besonders oft angefragt waren 2019 arabisch sprechende Helfer“, sagt die Projektverantwortliche Katja Arens vom Kommunalen Integrationszentrum (KI) des Kreises Unna. 

Auch rumänisch, kurdisch und persisch sprechende Helfer wurden laut Statistik im vergangenen Jahr oft zu Gesprächen hinzugezogen. In Anspruch genommen wurde die Hilfe vor allem von Schulen (71 Prozent). Das KI Kreis Unna hat auch die Einsatzorte statistisch erfasst: Lünen steht mit 187 Einsätzen an der Spitze. Es folgen Kamen (70), Bergkamen (61) und Unna (60). 

Die Sprachmittler im Kreis Unna haben vor allem arabisch und rumänisch sprechenden Menschen im letzten Jahr bei Gesprächen geholfen. (oben rechts klicken für die gesamte Grafik)

Osteuropäische Sprachkenntnisse besonders nachgefragt

Wer als Sprachmittler helfen möchte, muss mindestens 18 Jahre alt sein, neben der Fremdsprache gut Deutsch sprechen und an einer zweitägigen Schulung teilnehmen. Besonders angesprochen sind nach Angaben der Kreisverwaltung Menschen mit osteuropäischen Sprachkenntnissen wie Rumänisch und Bulgarisch. 

Ebenfalls gefragt seien Kenner afrikanischer Sprachen wie Twi und Somali oder der Sprachen aus dem Kaukasus sowie kurdisch sprechende Menschen. 

Die nächste Schulung für Sprachmittler findet am 10. und 11. März von 9 bis 16 Uhr in Unna statt und wird in Kooperation mit InVia Unna e.V. durchgeführt. Wer sich vorab informieren möchte, kann sich beim KI an Katja Arens unter Telefon 02307/9248869 oder katja.arens@kreis-unna.de wenden.

Kostenfrei gebucht werden können die Sprachmittler von öffentlichen Einrichtungen wie zum Beispiel Kitas, Schulen, Familienbüros, Gesundheitsbehörden oder Beratungsstellen. Das Verfahren sei unkompliziert, so die Kreisverwaltung, und funktioniere über ein im Internet bereitgestelltes Formular. - PKU

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare