Wirbel-OP in Werne

Hilfsaktion für gelähmten Jugendlichen trägt Früchte

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Eine Geste, die unmöglich war, als Souliman Arbaoui von der „Stiftung Tuisa hilft“ aus Marokko zur Behandlung nach Deutschland geholt wurde. Der vom Hals ab gelähmte 16-Jährige kann nach der OP in Werne dank der weiteren Therapie in Bad Godesberg die Arme bewegen.

Werne - Gute Nachrichten aus der spendenfinanzierten Hilfsaktion für den gelähmten Jugendlichen aus Marokko: Nach der Wirbel-OP im Werner Krankenhaus zeigen sich weitere Therapie-Erfolge in der Reha. Der vom Hals ab gelähmte Karima Souliman kann allmählich die Arme wieder bewegen.

Ein Gruß vom Krankenlager. Der Patient lächelt, winkt in die Kamera. Auf den ersten Blick nichts besonderes. Aber Karima Elbokriui ist tief ergriffen. Auf Momente wie diese hat die Ehrenamtlerin der „Stiftung Tuisa hilft“ mit viel Energie hingearbeitet und gehofft: dass der vom Hals ab gelähmte Souliman Arbaoui (16) Arme und Hände wieder bewegen kann.

OP in Werne leitet Therapie ein

„Es war unglaublich, als ich Souliman auf den neuesten Fotos gesehen habe. Ich habe unsere Betreuer gleich angerufen und gefragt, ob sie ihn in diese Position gelegt haben“, berichtet die Vertreterin der Hilfsorganisation. „Aber er kann vor allem den linken Arm bewegen, nur die Finger leider noch nicht.“

Die Wirbel-Operation im Werner Krankenhaus hat die weitere Therapie möglich gemacht, in der Rehabilitation trägt das nun Früchte. Den Spendern sei Dank. Das Schicksal des jungen Marokkaners hat zu Jahresbeginn viele Menschen in und um Werne bewegt und unter den Mitarbeitern des St. Christophorus-Krankenhauses große Anteilnahme und Hilfsbereitschaft ausgelöst. Nach seinem Badeunfall im Oktober hatten die Ärzte daheim Souliman aufgegeben. Tuisa ließ den 16-Jährigen ausfliegen, damit er eine zweite Chance bekommt. Im Februar nahmen die Spezialisten um Dr. Nicolai El Hindy in Werne den Eingriff am zertrümmerten Wirbel vor, der unmittelbar hätte erfolgen sollen.

Einreise von Soulimans Mutter ermöglicht

Das eingesetzte Implantat ist erste Voraussetzung dafür, dass Souliman mit weniger Schmerzen mobilisiert werden kann. Das soll ihm ein Leben im Rollstuhl ermöglichen. Daran arbeitet nach der bewegenden Entlassung aus dem Christophorus-Krankenhaus das Team im Neurologischen Rehabilitationszentrum Godeshöhe. Dafür ist die „Stiftung Tuisa hilft“ weiter auf Spenden angewiesen. 25.000 der für eine umfängliche Therapie aufgerufenen 100.000 Euro hat der Verein aufbringen können, um mit der Reha zu beginnen. „Es sind aus der Familie 5.000 Euro hinzugekommen und weitere 2.000 aus Aktionen“, sagt Elbokriui weiter. „Die Behandlung ist nicht komplett bezahlt. Wir sind aber in guter Kooperation mit der Klinik und machen weiter bis zum letzten Cent.“

Verein hofft auf weitere Spenden 

Die Klinik in Bad Godesberg unterstütze die Bemühungen, Soulimans Mutter zur Einreise zu verhelfen, um den 16-Jährigen durch vertrauten Beistand psychisch zu stabilisieren. Die Betreuer gehen davon aus, dass er in seinem Trauma allmählich realisiert, das er nie wieder auf die Beine kommt. Gegen Heimweh helfe ein wenig, dass einige Pflegekräfte auch Arabisch sprechen. Zudem besuchen Tuisa-Mitglieder arabischer Herkunft den Schützling regelmäßig.

Hoffnung für Souliman: 16-Jähriger benötigt noch weitere Spenden

Der Aufenthalt der Mutter in der Klinik sei schon Teil der Behandlungskosten, die im Spendenaufruf veranschlagt waren, so Elbokriui. Der Verein hofft auf weitere Zuwendungen und will auch Geld aufbringen, um Soulimanns spätere Versorgung in der Heimat vorzubereiten und ihm eine Perspektive für den ausstehenden Schulabschluss eröffnen. „Wir suchen nach geeigneten technischen Hilfsmitteln, mit denen Souliman beispielsweise eigenständig lesen kann.“

Spendenkonto

Sparkasse Gelsenkirchen, IBAN: DE 47 4205 0001 0164 0206 83, Stichwort: Souliman. Mehr Informationen auf www.tuisa.de.

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