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Grundschul-Neubau: Höhere Kosten fordern Kompromisse

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Von: Jürgen Menke

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Eine Eingangshalle mit viel Licht: So sehen die Planungen für den Grundschul-Neubau aus. Nun muss die Politik darüber nachdenken, ob auf die Glasfassade verzichtet werden soll, um Kosten zu sparen. © Skizze: Architekturbüro h4a

Werne - Nach vollzogener Grundsteinlegung fürs Werner Solebad steht in wenigen Tagen ein weiterer Festakt auf städtischem Grund an: der erste Spatenstich für den geplanten Grundschul-Neubau an der Stockumer Straße. Dieser ist für Mittwoch, 4. Oktober, um 15 Uhr geplant. Allerdings trüben die zu erwartenden Kosten die Vorfreude.

Die liegen nach Auswertung erster Angebote aktuell knapp 413.000 Euro über dem Budget von knapp zehn Millionen Euro. Der Kommunalbetrieb Werne (KBW) bringt nun die Idee ins Spiel, auf die geplante Glasfassade im mittleren der drei miteinander verbundenen Baukörper zu verzichten und stattdessen eine klassische Wand mit Fenstern zu bauen. Über diesen Vorschlag berät unmittelbar nach der Grundsteinlegung der KBW-Betriebsausschuss in seiner öffentlichen Sitzung (17.30 Uhr; Stadthaus).

Dort berichtet dann auch das beauftragte Architektenbüro h4a über den Projektstand. Bekanntlich soll der Grundschul-Neubau die Wiehagenschule ersetzen. Die Fertigstellung ist im Frühjahr 2019 geplant. Laut Beschlussvorlage können durch Verzicht auf eine Glasfassade, wie man sie vom Schulzentrum an der Bahnhofstraße kennt, rund 100.000 Euro gespart werden.

Änderungen nicht zu Lasten des pädagogischen Konzeptes

Weitere Kostenreduzierungen von knapp 186.000 Euro könnten durch zusätzliche Maßnahmen wie verändere Bodenbeläge realisiert werden, heißt es. Und: Zur Kompensation der verbleibenden Finanzierungslücke in Höhe von 127.000 Euro werde der Rückgriff auf aktuelle Förderprogramme empfohlen. Laut KBW liegen derzeit Angebote für die Erd- und Rohbauarbeiten vor sowie für haustechnischen Gewerke wie darunter Heizung, Sanitär und Lüftung. Sie umfassen etwa 50 Prozent des Auftragsvolumens. 

Betont wird in der Vorlage, dass die geplanten Änderungen „weder zu Lasten des pädagogischen Konzeptes noch der Funktionalität“ gingen. KBW-Leiter Frank Adamietz führt die zu erwartenden Mehrkosten auf die gute Auftragslage im Baugewerbe infolge niedriger Bauzinsen zurück. Dadurch erhöhten sich die Preise.

Zusätzlich Rückgriff auf Förderprogramme

Im WA-Gespräch erläuterte Adamietz, dass durch einen Verzicht auf die Glasfassade auch Folgekosten für deren aufwendige Reinigung wegfielen. Optisch ergebe sich gleichwohl eine große Veränderung. Was die besagten Fördermittel angeht, so stehen im Zuge des Programms „Gute Schule 2020“ in den drei kommenden Jahren erneut jeweils 370.000 Euro zur Verfügung, über deren Verwendung noch entschieden werden muss. Genau 846.471 Euro erhält Werne bekanntlich auf Basis des Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes. Auch dieses Geld ist für die Schulinfrastruktur in Kommunen gedacht.

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