200-Euro-Knöllchen für Hundehaufen macht Werne plötzlich berühmt

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So ist's richtig. Wer in Werne Fiffis Haufen nicht beseitigt, dem drohen 200 Euro Bußgeld. 

Werne - 200 Euro Bußgeld für Hundehaufen in der Stadt. Mit dieser drastischen Sanktion macht Werne Schlagzeilen im Land.

Die happige Erhöhung des Knöllchens für rücksichtslose Hundehalter hat der Stadtrat am Mittwochabend mehrheitlich beschlossen – und der kleinen Stadt damit vor der Sitzung große Aufmerksamkeit der Medien beschert: Mehrere Radio- und TV-Sender fragten seit dem Morgen im Stadthaus an. Im ganzen Land NRW, so heißt es, verhänge nur Köln mit maximal 500 Euro noch höhere Knöllchen als Werne. 

Plötzlich großes Medienecho

„Bei uns glühen heute die Drähte“, berichtete Dezernent Frank Gründken, während sich Ordnungsamtsleiterin Kordula Mertens auf diverse TV- und Radio-Interviews vorbereitete. Eine Internetmeldung hatte plötzlich Kreise gezogen. Also erläuterte Mertens, was bekanntlich der Fachausschuss schon vor drei Wochen beschlossen hat: Auf Initiative der FDP-Fraktion, für die Vorsitzende Claudia Lange vor die Kamera musste, setzt Werne das Bußgeld für Hundekot von 35 Euro auf happige 200 herauf. Nicht in Erwartung der Einnahmen, sondern in der Hoffnung auf die erzieherische Wirkung.

Verwaltung setzt auf öffentlichen Impuls

 „Es hilft hoffentlich, dass wir das Thema so noch einmal in der Öffentlichkeit platzieren“, bekräftigte daher Gründken diesen Ansatz mit Blick auf das Echo auch in den Sozialen Medien. Und so kann sich der Dezernent die noch vage in Rede stehenden Extra-Kontrollen der Gassi-Geher „allenfalls als einmalige Aktion für eine erhöhte Aufmerksamkeit vorstellen.“ Aber eben nicht als Hundehaufen-Streife. 

Blick nach Köln zeigt: Es wirkt

Beim "Knöllchen-Primus" Köln haben sich die Verhältnisse auf diesem Wege verbessert, wie Pressesprecherin Inge Schürmann dem WA erläuterte. „Das erhöhte Bußgeld hat gegriffen, weil es eine Drittwirkung gibt. Es macht deutlich, dass es Null Toleranz in der Sache gibt. Wir erleben die Wirkung auf der Straße und sehen, dass immer mehr Leute Tütchen dabei haben. Das war vor fünf bis sechs Jahren so noch nicht der Fall.“ Die „Höchststrafe“ verhänge Köln auch nicht gleich, sondern gegen Unbelehrbare, die wiederholt an sensiblen Stellen wie Spielplätzen erwischt würden. Üblicherweise koste der Haufen 30 bis 50 Euro.

Soziale Kontrolle ist entscheidend

 „Natürlich ist der Nachweis schwierig“, sagte Schürmann über die Bedenken, die auch die Werner Verwaltung sieht. Aber das sei nicht entscheidend, „weil es diese Drittwirkung gibt. Die Leute fühlen sich darin bestätigt, dass es nicht in Ordnung ist, wenn der Hund auf die Wiese macht und sagen das den Haltern auch.“ Das führe zwar zu dem einen oder anderen Disput, unterm Strich aber zu mehr sozialer Kontrolle. „Das ist auch kein Affront gegen Hundehalter und hat zu einer echten Veränderung geführt.“ 

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