Teilparzelle mit unbehandeltem Gemüse

Georg Laurenz sorgt mit Maisexperiment für Staunen

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Rund drei Meter groß ist der normale Mais, der ohne Unkrautbekämpfungsmittel und Gülledüngung (im Vordergrund) ist nur bis zu 1,90 Meter groß gewachsen.

Stockum – Welche Auswirkungen das Weglassen von Unkrautbekämpfungsmitteln und Gülledüngung haben können, machte Georg Laurenz jetzt auf seinen Maisfeldern deutlich. Die Ergebnissen bringen alle, die es sehen, zum Staunen.

Es ist eine Versuchsparzelle, die bei fast allen, die daran vorbeikommen, Eindruck hinterlässt. Am Blasum steht der Mais derzeit in voller Blüte – allerdings sind die Pflanzen in einem kleinen Areal unterschiedlich groß. Sind Wuchshöhen von knapp drei Metern normal, hat der Mais es an der bestimmten Stelle nicht mal auf 1,90 Meter geschafft. Georg Laurenz erklärt, was dahinter steckt. 

Ernteergebnisse im unbehandelten Bereich sind schlecht

„Wir wollten einmal sichtbar machen, wie es sich auswirkt, wenn man einfach mal auf Unkrautbekämpfungsmittel verzichtet und zudem die Gülledüngung weglässt“, sagt der Landwirt aus Stockum. Wenn der Mais gesät und auf eine Höhe von etwa 10 bis 15 Zentimeter ausgetrieben ist, kommen normalerweise Herbizide zum Einsatz, anschließend wird der junge Mais mit Gülle gedüngt – dies ist auch in diesem Jahr wieder in Stockum so passiert, bis eben auf den kleinen, etwa 200 Quadratmeter großen Bereich gegenüber des Hofes Schulze Blasum. 

„Wenn man beides weglässt, ergibt sich dieses Bild. Das Ernteergebnis im unbehandelten Bereich ist so schlecht, dass man damit nicht mal mehr die Maschine bezahlen kann, die darüberfährt“, sagt der 69-Jährige. Der Grund für das ungewöhnliche Experiment sei nicht die immer wieder von „sogenannten Experten“ geäußerte Kritik an Düngung und Unkrautbekämpfungsmitteln. „Es geht eher um die vielen klar denkenden Menschen, die keinen Kontakt mehr zu solchen Vorgängen haben. 

Früher hat man im Schrebergarten noch vom Großvater gelernt, dass man, wenn gedüngt wird, dementsprechend dickere Rhabarberstangen erntet.“ Radfahrer und Fußgänger haben in den vergangenen Wochen beim ungewöhnlichen Blick auf den ungleich gewachsenen Mais einen Stopp eingelegt und dann das Schild gelesen, das Laurenz zur Erklärung aufgestellt hat. Mit anderen hat Laurenz selbst gesprochen. 

Kritik geht Landwirt auf die Nerven

„Die Leute sind anschließend alle mit offenem Mund weitergefahren, weil sie den Unterschied noch nie in einer solchen Form präsentiert bekommen haben“, sagt Laurenz. Doch auch andere Landwirte haben sich das Phänomen aus nächster Nähe angesehen. Der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Werne, Robert Schulze Kalthoff, war ebenfalls schon vor Ort. „Man muss sich nichts vormachen, wenn man auf Pflanzenschutzmittel verzichtet, kommen am Ende deutlich weniger Erträge heraus. Das ist an diesem Beispiel eindrucksvoll zu sehen.“ 

Was passiert, wenn Mais ohne Herbizid-Behandlung und ohne die Düngung mit Gülle aufwächst, ist auf einer Versuchsparzelle in Stockum zu sehen. Die Pflanzen weisen nicht nur unterschiedliche Wuchshöhen aus, sondern auch sehr unterschiedliche Erträge.

Die immer wiederkehrende Kritik an Düngung und Herbiziden geht ihm auf die Nerven. „Wir gehen mit der Umwelt sehr sorgsam um, und Tieren und Menschen geht es so gut wie nie, aber einige Meinungsmacher versuchen das über die Medien kaputt zu machen.“ Weil sich sein Sohn Johannes ausschließlich auf Sonderkulturen konzentriert, ist das Feld für den Maisanbau an den befreundeten Nachbarn verpachtet. „Das Experiment ist nur möglich gewesen, weil uns Pächterin Beatrix Holle dies dankenswerterweise zugestanden hat“, betont Laurenz. 

Am Freitag beginnt die Ernte in Stockum, dann gehört auch der außergewöhnliche Vergleich der Vergangenheit an. Eine Wiederholung ist nicht unwahrscheinlich. „Die viele Resonanz sind ein guter Grund, so eine Aktion zu wiederholen – dann vielleicht an einer Stelle, an der noch mehr Menschen dran vorbeikommen“, sagt Laurenz.

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