BI "Lebendige Spielstraße" malt Mahnung an Autofahrer auf die Straße 

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Gemeinsam für mehr Rücksicht auf der Straße aktiv: Adrian Kersting (l.) vom Kommunalbetrieb Werne ging den Anliegern zur Hand, als das erste „Achtung Kinder“-Piktogramm mit Unterstützung des Bauhofes aufs Pflaster vor der alten Barbaraschule gemalt wurde.

Werne - Das Engagement der Initiative "Lebendige Spielstraße" trägt weiter Früchte. Vor der alten Barbaraschule wurden erste Piktogramme aufs Pflaster gemalt.

Die Initiative „Lebendige Spielstraße“ kriegt nicht so schnell kalte Füße. Wer das Gegenteil vermutet hat, wurde Dienstag schon von den Jüngsten im Bunde der Familien für mehr Sicherheit und Rücksicht auf der Straße bei der ersten Malaktion eines Besseren belehrt. Bei Marlon Schütte (5), Ahmed Negasch (5), Elias (6) und Jonas (4) Schäper sowie Marlene Swat (6) lag es wohl an der heißen Versuchung, das kalte Pflaster vor der ehemaligen Barbaraschule zu bemalen. Die umstehenden Erwachsenen trotzten für den guten Zweck dem nasskalten Wetter – und bei heißem Kaffee und Kuchen.

Stadt kaufte Schablonen und Farbe

Zur Stimmung trug vor allem bei, dass die aus dem Frust von Anliegern über die Missachtung von Verkehrsberuhigungen geborene Initiative mittlerweile im Zusammenspiel mit der Stadt Werne Erfolge verbucht. Auf erste Flugblattaktionen und die erzieherische Kontrolle von Autofahrern mit Kindern aus der Kita in der alten Barbaraschule folgte gestern die erste Pflastermal-Aktion: Die Stadt Werne hat für etwa 900 Euro bei einer integrativen Holzwerkstatt in Marl zwei Schablonen dafür angeschafft und spendiert die Farbe, wie Adrian Kersting vom Kommunalbetrieb erläuterte.

Anliegertreff bei Kaffee, Kuchen und Kälte

„Wir sind froh, dass jetzt trotz des Wetters eine Aktion gelungen ist“, sagte Daniel Steinhoff, einer der Sprecher der Initiative. „Es war absehbar, dass es erst nach Sim-Jü möglich sein wird, dann kann es mit den Temperaturen schon mal schwierig werden.“ Doch mit Planen zum Schutz vor Regen und einem Gasbrenner zum Trocknen des Pflasters hatten die Anlieger im Beckingsbusch technisch vorgesorgt. Kaffee und Kuchen taten ein Übriges für ausgelassene Stimmung just an einem Tag, an dem sonst wohl niemand zum Nachbarschaftstreff im Freien einladen würde. Das aber soll sich wiederholen.

Nachbarn beklagen Durchgangsverkehr

„Die Schablonen stehen allen Bürgern zur Verfügung, sie können in Absprache für solche Zwecke ausgeliehen werden“, betonte Kersting. Die Akteure hatten ihre Freude daran. Clemens Hohefeld griff als Senior beherzt zum Pinsel, Ludger Osterkamp hoffte, dass damit die Eiligen auf der Straße mal den Fuß vom Gas nehmen. „Es gibt hier einen regen Durchgangsverkehr und keiner fährt langsam“, so der Anwohner. Ortskundige nutzen die Strecke über die Brede und Lippestraße als Abkürzung. Früher hätten die „Anlieger frei“-Schilder die Durchfahrt – zumindest theoretisch – eingeschränkt. Aber die seien ja abmontiert worden. Der Nachbar der Kita in der Schule schüttelt aber auch den Kopf über Mitbürger, denen der Schutz der Kleinen hier wichtig sein sollte: „Wenn die Mütter ihre Kinder hier abgesetzt haben, treten die auch tüchtig aufs Gas.“

Weitere Aktionen schon organisiert

Mit weiteren Partnern setzt die Initiative „Lebendige Spielstraße“ ihre Kampagne für mehr Rücksicht auf der Straße fort. Demnächst sollen 15 000 Flugblätter flächendeckend an alle Haushalte verteilt werden. Darin machen die Akteure mit Unterstützung ortsansässiger Fahrschulen darauf aufmerksam, welche Regeln beispielsweise in verkehrsberuhigten Straßen zu beachten sind. „Die Aktion trägt sich faktisch selbst“, lobte Sprecher Daniel Steinhoff die Kooperation. Die Fahrschulen finanzierten die Druckkosten, die Stadt Werne komme für die Verteilung auf. Außerdem gehe die Malaktion im Evenkamp, am Wiehagen und in der Lütkeheide weiter.

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