Die "Ladybugs" trotzen der Krankheit

Gemeinsam paddeln diese Frauen in Pink gegen den Brustkrebs

+
Markenzeichen pink: Wegen der Bezeichnung „Pink Paddler“ tragen die „Ladybugs“ ihre pinken Vereinsjacken. Auch ihr Drachenboot strahlt in der gleichen Farbe.

Werne - Diagnose Brustkrebs: Für viele Frauen bricht damit eine Welt zusammen. Die „Ladybugs“ sind Brustkrebspatientinnen aus Lünen, die der Krankheit mit Paddeln, Spaß und vor allem ganz viel Pink trotzen. Auch zwei Wernerinnen finden in der Gemeinschaft Unterstützung.

„Pink Paddler“ sind Frauen, die in ihrem Leben an Brustkrebs erkrankt sind und sich mit dem Drachenbootpaddeln gemeinsam zurück ins Leben kämpfen. Die „Ladybugs“ aus Lünen gehören dazu. Zusammen gegen den Krebs: 17 Frauen treffen sich regelmäßig und paddeln über den Datteln-Hamm-Kanal. 

Auch Heike Auel aus Werne ist Teil der Gruppe. „Vor meiner Erkrankung hatte mir eine Freundin bereits von der Gruppe erzählt“, erklärt die 55-Jährige. Damals habe sie nicht damit gerechnet, irgendwann selbst betroffen zu sein. 2011 dann die schockierende Nachricht: Brustkrebs. „Das kam mir sehr unwirklich vor. Es ist schwierig, so eine Diagnose zu verarbeiten, zu realisieren“, erklärt die Wernerin. 

Enormer gesundheitlicher Nutzen

2012 schloss sie sich dann den „Ladybugs“ an. „Der Zusammenhalt hier ist unglaublich“, sagt Auel. „Ich bin jedes Mal begeistert und freue mich auf das Training.“ Dem pflichtet Margot Andreß aus Werne bei. 2008 erkrankte sie an Brustkrebs. 

Die „Ladybugs“ trotzen dem Krebs mit einer großen Portion Spaß. Die Frauen aus Lünen und Umgebung trainieren einmal wöchentlich auf dem Datteln-Hamm-Kanal. Mit ihrem Drachenboot, einer besonderen Form des Paddelboots, nehmen sie auch an Wettkämpfen teil.

Das Paddeln habe bei ihrer Reha sehr geholfen. „Der gesundheitliche Nutzen ist enorm“, sagt die 67-Jährige. Drachenbootpaddeln ist anerkannter Rehasport. Eine Studie aus Kanada hat die positiven Auswirkungen des Sports belegt. Das Paddeln ist demnach gut für die Beweglichkeit des Rumpfes, hat einen positiven Einfluss auf das Lymphsystem und verbessert die Rückenmuskulatur. 

Auch werden die Abwehrkräfte gestärkt. „Nach unserem Training bin ich immer sehr positiv gestimmt“, so die 55-jährige Auel. Stärkung nicht nur für den Körper, sondern auch für den Geist: „Wir haben so viel Spaß zusammen. Die Ladybugs sind wie eine eigene kleine Familie“, so Auel. 

Zwei „Ladybugs“ aus Werne: Margot Andreß (links) und Heike Auel paddeln gemeinsam in Lünen.

Eigenes Drachenboot mit pinkem Untersatz

Die Frauen kommen aus der Umgebung. Ob Werne, Bergkamen, Lünen oder Dortmund: Alle wollen am wöchentlichen Training teilnehmen. Benannt haben die Frauen ihre Gruppe nach dem Marien-Hospital in Lünen. Dort gründeten die „Ladybugs“ (englisch: Marienkäfer) ihre Gruppe. 

Dank Sponsoren haben die Frauen mittlerweile auch ihr eigenes Drachenboot. Entsprechend ihrem Markenzeichen leuchtet der wasserfeste Untersatz strahlend pink. Einen Unterschlupf haben die Paddlerinnen für ihr Boot bei den Lüner Löwen des KSC Lünen gefunden. „Die Kooperation ist wirklich super. Wir lernen immer wieder Neues von den Sportlern“, erklärt Auel. 

Blumen-Zeremonie für die Verstorbenen

Auch wenn die „Marienkäfer“ vorrangig wegen des Spaßes paddeln, treten sie regelmäßig bei Wettkämpfen an. Zuletzt 2018 bei der internationalen Drachenbootregatta in Florenz. Dort vertraten die „Ladybugs“ zusammen mit anderen deutschen Frauen ihr Heimatland. „Es war unglaublich. Über 3000 Betroffene und 1000 Unterstützer, alle pink gekleidet, die zusammen paddeln. Das war ein tolles Bild“, sagt Auel.

„Bei Wettkämpfen wird auch der Frauen gedacht, die den Kampf gegen den Krebs verloren haben“, so die 55-Jährige. Bei der Blumen-Zeremonie legen die Frauen ein ganzes Meer aus pinken Blüten auf das Wasser. Kaum jemand könne dabei die Tränen zurückhalten.

Wer will, kann das Training der „Ladybugs“ mittwochs um 18 Uhr auf dem Gelände des KSC Lünen, Bergstraße 86, besuchen und hereinschnuppern.

Spendenkonto: Damit die „Ladybugs“ auch in Zukunft an Wettkämpfen weltweit teilnehmen können, sind die Frauen auf Spenden angewiesen. 

Spendenkonto: KSC Lünen, IBAN: DE23 4415 2370 00 1000 2434, BIC: WELADED1LUN, Kontonummer: 1000 2434, Sparkasse Lünen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare