Aufbau zeitgemäßer Strukturen

Gemeinde feiert mit Richtfest: Neue Heimat für St. Konrad wächst

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Runter damit: Mit einem Wacholderschnaps münsterländischer Provenienz vollzogen Bauleiter Stephan Quante (v.l.), Marianne Schäper-Mürmann vom Pfarreirat, Pfarrdechant Jürgen Schäfer und Architekt Lothar Steinhoff auf dem Dach das Ritual zum Richtfest, tranken tapfer, was nicht jedermanns Geschmack ist und warfen die Gläser zu Boden, weil das Glück bringen soll.

Werne – „Wacholder!?“ – für einen kleinen Moment schüttelt es doch so manchen in der Gesellschaft, die sich nach dem schwer verdaulichen Abriss der Pfarrkirche St. Konrad vor einem Jahr nun zum Richtfest auf dem Kirchberg versammelt hat.

Aber im Graus verzogene Gesichter gibt es an diesem strahlenden Vormittag nur bei der Antwort auf die Frage, was Pfarrdechant Jürgen Schäfer und seine Mitstreiter oben auf dem Dach für den Richtspruch wohl im unerlässlichen Schnapspinchen haben. Ansonsten ist die Freude allseits groß, dass der Wandel der Gemeinde hier sichtbare Fortschritte macht. 

„Es gehört ja leider zum Bild in Deutschland, dass neben vielen Kirchen ein Abbruchbagger steht und die Kirche sich zurückzieht“, greift Schäfer dies sogleich in seinem Grußwort auf, hoch oben an der Dachkante der künftigen Zentralrendantur und im Schatten des als künftigem Sakralraum verbliebenen Kirchturms. 

„Umso schöner ist es, dass hier auf den Bagger der Baukran gefolgt ist“, betont Schäfer, dass hier eben kein Rückzug stattfinde, sondern der Aufbau neuer Strukturen. „Wir sind deshalb sehr froh, heute Richtfest feiern zu können. Die Planung geht gut auf, sodass hier 2020 die neue Heimat von St. Konrad fertiggestellt sein wird.“ Applaus. 

Blick auf die zukünftigen Büros

Architekt Lothar Steinhoff trägt Richtspruch vor, da der Verwaltungsbau mit Flachdach ohne traditionellen Zimmermann entsteht. Dann kippen die beiden mit Marianne Schäper-Mürmann als Pfarreiratsvorsitzende und Bauleiter Stephan Quante tapfer den rituellen Wacholder. Die Schnapsgläser zerschellen am Boden, damit die Scherben das sprichwörtliche Glück für die Vollendung des Werkes bescheren. Applaus. 

Wie weit der mit 1,7 Millionen Euro veranschlagte Bau seit dem Spatenstich im März voran gekommen ist, wird bei der Besichtigung des Rohbaus deutlich. Dabei werfen unter anderem die vorübergehend nebenan im Bruder- Konrad-Haus untergebrachten Mitarbeiter der Zentralrendantur einen Blick auf ihre künftigen Büros. 

Richtfest auf der Baustelle St. Konrad 

Die knapp 30 Mitarbeiter verwalten unter Leitung von Peter Middelhove die Dekanate Werne, Hamm und Lüdinghausen mit 44 Kindergarten und fünf Friedhöfen. Die Einrichtung ist Finanzverwaltung für zwölf Pfarreien. Dass dies von Werne aus geschieht, macht es trotz rückläufiger Mitgliederzahlen und Einnahmen der Kirche möglich, am Standort Evenkamp mit dem Umbau des Kirchturmes der Gemeinde einen Treffpunkt und Andachtsraum zu erhalten.

Photovoltaik-Anlage geplant, aber noch nicht abgesegnet

Daran wird parallel gearbeitet, um beides zum Sommer 2020 zeitgleich fertigzustellen, erläutert Bauleiter Quante. Im Rohbau ist der Einbau der Fenster so gut wie fertig, sobald alles dicht ist, beginnen die Installateure ihr Werk. Herzstück der Heizung wird eine umweltfreundliche Luft-Wärmepumpe sein. 

Ob das baulich dafür gerüstete Flachdach zudem die von der Gemeinde und der Rendantur favorisierte Photovoltaik-Anlage erhält, hängt noch vom Segen des Bistums ab. 

„Es gibt da einen alten Grundsatzbeschluss, auf kirchliche Bauten keine Solaranlagen zu setzen“, berichtet Middelhove. Aber hier gehe es ja nicht um eine Kirche, den Denkmalschutz oder ähnlich sensibles, sondern um einen Verwaltungsbau, bei dem die Dachfläche nicht sichtbar ist. Das lasse eine zeitgemäße Auslegung der Vorgaben sinnvoll erscheinen. Die Bauabteilung des Bistums prüfe das. Auch dort weiß man wohl um die Zeichen der Zeit.

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