Wallfahrt nach Werl

Fußwallfahrt fällt aus: Gläubige feiern dennoch Gottesdienst im Kloster Werne

Gottesdienst statt Fußwallfahrt: Mit genügend Sicherheitsabstand beteten und sangen die Gläubigen gemeinsam unter freiem Himmel am Kapuzinerkloster in Werne.
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Gottesdienst statt Fußwallfahrt: Mit genügend Sicherheitsabstand beteten und sangen die Gläubigen gemeinsam unter freiem Himmel am Kapuzinerkloster in Werne.

Gottesdienst statt Fußwallfahrt: Die 344. Wallfahrt nach Werl konnte nicht wie gewohnt zu Fuß bewältigt werden. Stattdessen füllte sich der Innenhof des Kapuzinerklosters mit rund 200 Gläubigen.

Ganz ohne Besuch des Wallfahrtsorts ging es in diesem Jahr aber doch nicht: Einige der Katholiken reisten bereits am Samstag nach Werl, um gemeinsam den Kreuzweg zu beten und das Pilgerhochamt zu feiern. Bis zu 300 Pilgerinnen und Pilger konnten dort an einer Festmesse teilnehmen. Als besonderer Gast war Weihbischof Dieter Geerlings zugegen, der auch am Sonntag, 9. August, seinen Weg nach Werne fand.

Mit „Gegrüßet seist du Maria“ startete die Gemeinde singend in die Pilgermesse. Die Begleitung des Bläsercorps Werne sorgte für eine festliche Atmosphäre. Mit Humor begrüßte Pater Romuald den besonderen Gast, der später die Predigt übernahm. 

Weihbischof predigt im Klostergarten

In dieser nahm er Bezug auf das Evangelium, welches davon berichtete, dass Jesus über Wasser gegangen sei. „Haben die Menschen so einfach an Wunder geglaubt?“, fragte der Weihbischof rhetorisch in die Gemeinde. Schon damals seien diese Geschichten eher symbolisch gewesen. „Der Weg zum Glauben an Gott ist wie ein Weg auf dem Wasser.“

Weihbischof Dieter Geerlings übernahm die Predigt in der Pilgermesse.

Schließlich bezog sich Geerlings auf die aktuelle Corona-Krise. „Für viele ist doch alles im Moment wie auf Wasser gebaut.“ Damit referierte er auf die zahlreichen Probleme, die die Menschen gerade zu bewältigen haben: Kurzarbeit, keine Schule, Existenzprobleme und ausfallende Gottesdienste seien nur einige davon.

Kein Fußmarsch nach Werl

Und auch die Zeit, in der das Evangelium entstand, sei ein Zeitalter der Angst gewesen. Dabei bat Jesus um das Vertrauen der Menschen. „Das Gehen über das Wasser ist Symbol über die Macht Jesu über die Ohnmachtsgefühle der Menschen“, erklärte der Weihbischof.

Der Bläsercorps Werne begleitete die festliche Messe im Kloster-Innenhof.

„Wir dürfen vertrauen, auch wenn es uns manchmal so vorkommt als würden wir auf Wasser gehen.“ Ihr Vertrauen und ihren Glauben gab die Gemeinde dann im Lied „Ich glaube an den Vater“ preis, welches feierlich durch den Klostergarten schallte.

So war die Festmesse mit ihrer Feierlichkeit zwar kein Ersatz für den jährlichen Fußmarsch nach Werl, konnte aber wenigstens etwas über den Ausfall hinwegtrösten. - von Karolin-Sophie Mersch

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