Baumängel am Anbau 

Wasserschaden: Stockumer Kita St. Sophia muss geräumt werden

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Die Stockumer Kita St. Sophia muss wegen Wasserschäden geräumt werden.

Stockum - Die 77 Kinder der katholischen Kita St. Sophia werden ihre gewohnte Umgebung in einer Woche verlassen. Bauliche Mängel am 2012 errichteten Anbau zwingen die Kirchengemeinde St. Christophorus als Trägerin zum Eingreifen. Umgezogen wird in das evangelische Gemeindezentrum Stockum.

„Bevor möglicherweise gesundheitliche Schäden entstehen, ziehen wir jetzt die Notbremse“, teilte Pfarrdechant Jürgen Schäfer am Donnerstag bei einem Pressegespräch mit Verbundleiterin Stefanie Heider und der stellvertretenden Einrichtungsleiterin Nicole Sauermann mit. Hauptproblem ist Regenwasser, das langsam durch die Decke in die Räume fließt – wodurch diese nicht mehr benutzbar sind. 

Wasserschäden in mehreren Räumen

Die Problematik ist in der Kita nicht neu, bisher sind die Stellen durch Einzelreparaturen immer wieder abgedichtet worden. Rund die Hälfte der angebauten Räumlichkeiten sind betroffen, sodass es für die vier Gruppen der Kita nun Platzprobleme gibt. Während der Sommerferien hat sich die Lage weiter verschlechtert, sodass jetzt akuter Handlungsbedarf besteht. „Wir hatten einen erneuten Wassereinbruch in einem Gruppenraum, der bisher nicht betroffen war. Dort sind auch Teile der Decke mit heruntergekommen“, schilderte Nicole Sauermann. Eine Gruppe ist daher aktuell im Bewegungsraum untergebracht. 

Pfarrdechant Jürgen Schäfer (M.) informierte am Donnerstag bei einem Pressegespräch mit Verbundleiterin Stefanie Heider (l.) und der stellvertretenden Einrichtungsleiterin Nicole Sauermann (r.) über die Pläne zum Umzug.

Eine Gefährdung für die Kinder und Erzieherinnen sei zu jedem Zeitpunkt ausgeschlossen gewesen, teilte das Trio am Donnerstag mit, denn die betroffenen Räume seien abgeschlossen. Seit 5. August ist die Einrichtung nach der Sommerpause wieder geöffnet. Dass noch nicht alle Kinder aus den Ferien zurückgekehrt sind, ist aktuell von Vorteil. 

Ein zeitnaher Start der notwendigen Renovierungsarbeiten ist nicht möglich, weil aktuell noch das Beweissicherungsverfahren läuft. Hier wartet die Gemeinde dringend auf einen Gutachter, der die Schäden offiziell feststellt. „Die Renovierung wird mindestens sechsstellig werden. Da gilt es, die Frage zu klären, wer jetzt noch für die Gewährleistung eintritt“, so Jürgen Schäfer. Die Schäden finden sich ausschließlich im Erweiterungsbau von 2012. „Die ganze Dachkonstruktion ist erheblich mangelhaft – und das ist noch positiv ausgedrückt“, sagte der Pfarrdechant weiter. 

Hilfe von der evangelischen Kirchengemeinde

Erleichtert aber sind die Protagonisten, dass innerhalb kürzester Zeit eine alternative Unterbringung für die Kinder gefunden worden ist. „Es ist schön, dass sich unsere guten ökumenischen Beziehungen jetzt auszahlen“, sagte Schäfer. Am Freitag, 23. August, soll der Umzug in das knapp 500 Meter entfernte evangelische Gemeindezentrum erfolgen. Erst Ende Mai hatten sich die beiden Gemeinden wegen sinkender Mitgliederzahlen und einem hohen Immobilienstand entschlossen, den Standort Stockum neu zu entwickeln und künftig die Kirche St. Sophia gemeinsam mit Leben zu füllen. Das benachbarte evangelische Gemeindehaus sollte aus Kostengründen aufgegeben werden. Nun werden dort erst einmal die Kinder einziehen. 

„Es ist uns ganz wichtig, den Eltern nicht zuzumuten, über eine längere Zeit keine Kinderbetreuung in Anspruch nehmen zu können“, unterstrich Stefanie Heider. So sei neben der Betreuung auch das tägliche Mittagessen weiterhin gewährleistet. 

Helfer für den Umzug gesucht

Beim Umzug am nächsten Freitag hofft die Gemeinde nicht nur auf Unterstützung vieler Eltern, sondern ebenso aus dem Stockumer Vereinswesen. Die Kinder selbst werden vom Umzug nichts mitbekommen – sie verbringen den Tag auf dem Ferienhof Dahlkamp. Vereine, Gruppen und Einzelpersonen, die beim Umzug am Freitag oder bei den Vorbereitungen dazu helfen möchten, können sich direkt in der Kita unter Tel. 6957 melden.

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