Schlager-Revue ein Hit: Bühnen-Publikum schwelgt in den 70ern 

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Zurück in die 70er: Die Freilichtbühne hat eine unterhaltsame Zeitreise inszeniert.

Werne „Schlager lügen nicht“, Zuschauerzahlen ebenso wenig: Die Revue der Freilichtbühne ist ein Hit.

Mit einer Schlager-Revue und damit einem dritten Stück in dieser Saison wagten sich die Mitglieder der Freilichtbühne Werne auf neues Terrain und verbuchten bei der Premiere am Freitagabend etwa stolze 800 Zuschauer. Nicht nur die Neugierde stimmte, die Aufführung ließ ebenfalls nichts zu wünschen übrig. Das Publikum machte begeistert mit. „Ihr wart einfach toll!“, dankte  Maximilian Falkenberg am Ende im Namen des Ensembles den Zuschauern.

Textsicheres Publikum singt begeistert mit

Auf den Rängen ein ungewohntes Bild, wo sonst Kinder dem Stück entgegenfiebern. Erwachsene hatten es sich mit Sitzkissen und Decken gemütlich gemacht. Der spätsommerliche Abend gab sich trocken, aber ein wenig kühl. Der Stimmung tat das keinen Abbruch. Sicherheitshalber machte Marvin Müller ein kleines Aufwärmtraining. Er sprang in die Sitzreihen, hielt jemandem das Mikro unter die Nase und bat um eine Gesangseinlage zur Musik aus dem Off. Tatsächlich ließ sich niemand zweimal bitten.

Frauen zeigten Schlager-Expertise

Vor allem einige Frauen erwiesen sich als Kennerinnen der Szene, waren mit Haarbändern, John-Lennon-Sonnenbrillen und Blumenketten stilecht ausstaffiert. Denn bei der Revue „Schlager lügen nicht“ aus der Feder von Thomas Schiffmann gab es ein Wiederhören mit beliebten Songs aus den 1970ern. Die Regie hatte die Spielorte mit geschickt platzierten Versatzstücken ins passende Milieu verwandelt. Ina Bispinghoff hatte die Schauspieler, je nach Rolle, in glitzernde Schlaghosen, biedere Cordjacken oder poppig gemusterte Kleider gehüllt.

Männer-Poledance an der Plastikpalme

Die recht einfache Handlung stand nicht im Vordergrund, sondern diente als Vehikel für diverse Schlager. Die wurden von den Darstellern mit viel Gefühl, humorvollem Timbre und vor allem nostalgischer Zuneigung intoniert. Sarah-Jane Jücker und Christian Neugebauer mimten ein biederes Ehepaar, Vivian Zurstraßen die schnippische Tochter und Falkenberg deren treuherzigen Freund Jürgen. Die Schlagerszene von damals wurde genüsslich parodiert von Jutta Neugebauer und Holger Schulte als einer Art Cindy & Bert-Verschnitt sowie dem eitlen Sänger Kern (Björn Ibrahim) und dem noch eitleren Moderator Brock – Benedikt Stoltefuß in der aufgesetzten Manier eines Dieter Thomas Heck. Höhepunkt – und später auch Zugabe – wurde die Einlage zu „Ti amo“: Vier der männlichen Darsteller legten einen lasziven Poledance hin, wobei Plastikpalmen als Stange dienten – Jubel pur.

2019: „Konferenz der Tiere“ und „Schatzinsel“ 

Am Ende der Show gab Christoph Bergmann, der Vorsitzende der Freilichtbühne, die Stücke für 2019 bekannt: „Die Schatzinsel“ und „Die Konferenz der Tiere“. Dazu wartet eine Überraschung auf die Fans. Vorher aber gibt es am Freitag und Samstag, 14. und 15. September, jeweils ab 19.30 Uhr, zwei weitere Vorstellungen von „Schlager lügen nicht“.

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