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Die Firma Thermo Sensor hat sich in Werne eingelebt

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Von: Klaus Brüggemann

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200 Mitarbeiter fertigen am neuen Standort im Gewerbegebiet Wahrbrink West Temperaturfühler für die Industrie.
200 Mitarbeiter fertigen am neuen Standort im Gewerbegebiet Wahrbrink West Temperaturfühler für die Industrie. © Volkmer

Werne - Noch ist nicht alles an seinem Platz, noch sind Bagger auf dem Gelände im Einsatz – doch die Produktion läuft reibungslos: Die Thermo Sensor GmbH ist seit Anfang Januar im Gewerbegebiet Wahrbrink West in Betrieb, der Umzug vom bisherigen Standort Bönen hat ohne Probleme geklappt, wie Firmengründer und Geschäftsführer Waldemar Dobslaff erklärt.

Mit dem Umzug aus dem Indupark Bönen hat Dobslaff seine seit Jahrzehnten gepflegte Unternehmensphilosophie noch verfeinert. Die besagt, dass die Beschäftigten sich am Arbeitsplatz wohlfühlen müssen, um einen guten Job zu machen und Qualität zu produzieren.

Dafür haben Dobslaff und seine Tochter Birthe, die mit in der Geschäftsleitung sitzt, einiges getan. Durch die bodentiefen Fenster der 6 000 Quadratmeter großen Werkshalle schauen die Mitarbeiter ins Grüne, es gibt keine Räume ohne Tageslicht und lärmende Maschinen werden in abgeschirmte Nebenräume verbannt. Rund zwei Drittel der Belegschaft in der Fertigung sind Frauen, die Temperaturfühler in filigraner Handarbeit herstellen. „Dafür benötigt man sehr viel Konzentration“, so Dobslaff.

Modern, hell und freundlich ist auch der gut 2000 Quadratmeter große Verwaltungstrakt, in dem Dobslaff bewusst auf Großraumbüros verzichtet hat. Maximal sechs Kollegen teilen sich einen Raum, mehr Geräuschkulisse möchte der Chef seinem Team nicht zumuten. Auch hier schweift der Blick vom Schreibtisch in die freie Landschaft oder in den betriebseigenen Park, den Dobslaff in den nächsten Wochen anlegen lässt. Neben dem Chill- out-Raum ein weiterer Ort, wo sich die Mitarbeiter in den Pausen entspannen können. „Ich bin ein sehr naturverbundener Mensch. Deshalb lege ich viel Wert auf Grün um unseren Betrieb“, so der Geschäftsführer.

Zum Wohlfühlklima trägt auch die Kantine bei, die in der Firmensprache ganz bewusst Restaurant genannt wird. Die vom Standort Bönen mitgebrachten Kantinen-Möbel werden demnächst durch eine hochwertige Einrichtung ausgetauscht, auch eine Terrasse wird es geben. Und am Herd steht mit Dieter Neumann ein bekannter Koch, der viele Jahre im „Nauticus“ in der Rünther Marina die Gäste verwöhnt hat. Er betreibt das Firmenrestaurant gemeinsam mit Ehefrau Dagmar, Tochter Jennifer und Schwiegersohn Martin Müller.

Auf den Tisch kommt Bio-Kost aus der Region, täglich gibt es zwei Mittagsgerichte zum Preis von 4 oder 2.90 Euro. Wer will, kann auch Mahlzeiten für die Familie mit nach Hause nehmen, dafür stehen geeignete Transportgefäße zur Verfügung. „Wir leisten einen Beitrag zur gesunden Ernährung und erleichtern den Mitarbeiterinnen, die eine Familie versorgen müssen, den Alltag“, sagt Dobslaff.

Apropos Familie: Der Arbeitgeber plant auch die Einrichtung einer betriebseigenen Betreuung für Kindergarten- und Schulkinder. Flexible Arbeitszeiten, die für die meisten Mitarbeiter in der Produktion angeboten werden, erleichtern zusätzlich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Der Betrieb läuft rund um die Uhr, die Kollegen können ihre Arbeitszeit frei wählen.

Motivierte Mitarbeiter sind für Dobslaff und seine Tochter Birthe die Voraussetzung, um Thermo Sensor weiter auf Erfolgskurs zu halten. Und auf dem segelt das Unternehmen schon seit Jahren konsequent, was den Umzug nach Werne erforderlich machte. Im Gebäude und auf dem 43 000 Quadratmeter großen Grundstück ist ausreichend Platz für weitere Expansionen, Dobslaff geht davon aus, dass sich die derzeit 200-köpfige Belegschaft in kürzester Zeit verdoppeln wird. „Im vergangenen Jahr hatten wir eine Umsatzsteigerung von acht Prozent, im nächsten Jahr erwarten wir bereits 25 Prozent. Darauf bereite sich das Unternehmen schon jetzt durch die Einstellung zusätzlicher Mitarbeiter vor.

In der Belegschaft werden 16 Sprachen gesprochen, deshalb ist Deutschunterricht für alle ausländischen Mitarbeiter Pflichtprogramm. Der wird während der Arbeitszeit erteilt. „Wir wollen uns schließlich untereinander verständigen können“, so Dobslaff. Alle Mitarbeiter mit Kundenkontakt erhalten zudem eine Auffrischung in Englisch. Auch das ist ein Beitrag der Unternehmensphilosophie, oder wie es der Geschäftsführer sagt: „Das bin ich meinen Mitarbeitern schuldig.“

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