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Firma in Werne baut riesige Lärmschutzwand „Soll zum nachbarschaftlichen Gemeinwohl beitragen“

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Adelheid Hauschopp-Francke vor der neuen Lärmschutzwand von RCS. (Montage)
Adelheid Hauschopp-Francke vor der neuen Lärmschutzwand von RCS. (Montage) © Felix Püschner / Stadt Werne

Mit einer 120 Meter langen und 8 Meter hohen „ökologischen Lärmschutzwand“ will die Firma RCS etwas Gutes für die Nachbarschaft tun – auch wenn die ziemlich klein ist.

An der Nord- und Ostseite des Firmengrundstücks an der Capeller Straße erstreckt sich eine riesige Wand. Das imposante Bauwerk, das das Entsorgungs- und Recyclingunternehmen RCS hier errichtet hat, erfüllt eine doppelte Funktion. Einerseits soll es „zum nachbarschaftlichen Gemeinwohl beitragen und die Bürgerinnen und Bürger von dem Lärm und Staub des Betriebshofs schützen“, wie die Firma in einer Pressemitteilung erklärt. Andererseits soll die Mauer ökologische Vorteile mit sich bringen.

Vor allem der erste Punkt mag allerdings manch einen Bürger verwundern, der schon einmal an dem Firmengelände vorbeigefahren ist. Denn wirklich groß ist die Nachbarschaft nicht. Lediglich drei kleine Gehöfte befinden sich in unmittelbarer Nähe des nordöstlichen Bereichs. Das genügte RCS jedoch offensichtlich, um tätig zu werden.

„Wir haben 20 Jahre lang hauptsächlich im hinteren Teil des Grundstücks gearbeitet. Aber in dieser Zeit sind wir auch gewachsen“, erklärt Geschäftsführerin Adelheid Hauschopp-Francke auf Anfrage der Redaktion die Baumaßnahme. Folglich herrscht nun auch mehr Betrieb auf dem Gelände. Werktags sind hier im Schnitt 80 LKW unterwegs, wobei die 26 firmeneigenen Fahrzeuge mehrfach das Gelände passieren. Die dadurch verursachte Lärm- und Staubbelastung liegt laut RCS dennoch unter den definierten Grenzwerten. Der Bau der Lärmschutzwand, den man aus eigenen Mitteln finanziert habe, sei somit ohne behördliche Anordnung erfolgt.

Wand soll zu Lebensraum für Insekten werden

Und inwiefern hilft die Mauer nun in Sachen Ökologie beziehungsweise Umwelt- und Klimaschutz? Laut Angaben des Unternehmens soll aus der derzeit noch überwiegend braunen Wand bald eine beidseitig grüne werden. An der Wand wurden Efeu, Clematis und wilder Wein gepflanzt. Das riesige Bauwerk soll auf diese Weise in den kommenden Jahren zum Lebensraum für ganz kleine Bewohner heranwachsen.

Hierzu schreibt RCS: „Speziell Vögel nutzen das immergrüne Blattwerk des Efeus als Schlaf- und Nistplatz. Im Spätsommer blüht die schnellwachsende Kletterpflanze. Die Blüten bieten reichlich Nektar und sind daher bei Bienen und vielen anderen Insekten sehr beliebt. In der kalten Jahreszeit sind die reifen Früchte des Efeus unter anderem für Stare, Amseln und Drosseln eine wichtige Nahrungsquelle.“ Möglicherweise hat die Firma also in Zukunft noch ein paar Nachbarn mehr als jetzt. (Felix Püschner)

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