Werne ist Fairtrade-Stadt

Die Urkunde zur Aufnahme in den Verein Fairtrade-Towns nahm Bürgermeister Lothar Christ am Samstag entgegen. - Foto: Brüggemann

WERNE -   Mit einem großen Fest vor dem Eine-Welt-Laden am Marktplatz feierte Werne am Samstagmorgen die Aufnahme in den Kreis der Fair-Trade-Städte. Werne ist die 160. Stadt in Deutschland, die sich dem Verein Fairtrade angeschlossen hat und damit dem fairen Handel eine besonderen Stellenwert einräumt.

Bürgermeister Lothar Christ nahm die Urkunde aus den Händen von Manfred Holz, Ehrenbotschafter des Vereins, entgegen.

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"Fairtrade-Stadt" Werne

"Fairtrade-Stadt" Werne

„Heute geht es daraum, ein wichtiges Zeichen in unserer Stadt zu setzen. Ein Zeichen für die Bekämpfung von Armut und sozialer Ungerechtigkeit, ein Zeichen für Solidarität und Fairness, aber auch ein Zeichen dafür, dass die Gemeinschaft der Fairtrade-Towns größer wird“, sagte Lothar Christ in seiner Ansprache. Er dankte dem Eine-Welt-Kreis für die Initiative und der Steuerungsgruppe für ihre Vorarbeit, die notwendig war, damit Werne die strengen Aufnahmebedingungen erfüllt. Unerwähnt ließ er allerdings die langwierige politische Entscheidungsfindung, denn vom Antrag bis zur Urkundenverleihung waren mehr als drei Jahre vergangen.

„Es ist kein Zufal, dass die Steuerungsgruppe Fairtrade Town auf die Idee gekommen ist, die heutige Veranstaltung hier vor dem Eine-Welt-Laden auf dem Marktplatz stattfinden zu lassen. Mit dieser Geste wollen wir die unermüdliche und gute Arbeit des Arbbeitskreises Eine Welt am heutigen Tage ins Blickfeld rücken und allen Aktiven im Arbeitskreis unsere Anerkennung aussprechen“, sagte Christ. Die 16 Mitglieder der Steuerungsgruppe hätten in vielen Sitzungen die Beiträge zum fairen Handel in der Stadt zusammengetragen und neue Ideen, die zum fairen Handel beitragen, die sie unterstützen und darüber informieren, entwickelt. Aktuell gehe es um die Idee, einen Einkaufsführer des fairen Handelns für die Stadt herauszugeben. Christ: „Es werden noch viele weitere Aktivitäten diskutiert, von denen wir in den nächsten Monaten und Jahren einiges hören werden“. Als Beispiel nannte der Bürgermeister die Barbaraschule, die sich erst kürzlich in einer Projektwoche mit dem fairen Handel beschäftigt habe.

Der Bürgermeister appellierte an die Werner Bürger, sich zu engagieren und bewusst einzukaufen: „So wie die Barbaraschule, die Mitglieder des Arbeitskreises Eine Welt oder der Lokalen Agenda 21 und viele andere beispielhaft vorangehen, kann jeder von uns versuchen, seinen Beitrag für einen gerechteren Handel in Werne und auf der Welt zu leisten. Sei es durch Information, durch das Anbieten von gesiegelten Fairtrade-Produkten oder durch die bewusste Entscheidung am Verkaufsregal“.

Fairtrade-Ehrenbotschafter Manfred Holz dankte der Stadt Werne für ihr Engagement. Werne könne jetzt im gleichen Atemzug mit zum Beispiel Manchester, London oder Dortmund genannt werden, die ebenfalls zur Fairtrade-Gemeinde gehören, sagte Holz. „Die Zeit ist reif für ein Streben nach Nachhaltigkeit“, appellierte der Fairtrade-Vertreter für eine Bewusstseinsänderung. Dass noch viel Aufklärungsarbeit erforderlich ist, machte Holz an Zahlen deutlich: 80 Prozent der Bevölkerung würden das Fairtrade-Siegel kennen, von denen wiederum 93 Prozent es für vertrauenswürdig hielten. Demgegenüber liege der Marktanteil von fairem Kaffee bei nur 2,3 Prozent. „Ich appelliere an Sie: Kaufen Sie fair, regional und saisonal“, so Holz.

Begleitet wurde die Feier, an dem neben Vertretern des Eine-Welt-Kreises und der Politik auch einige Schulleiter teilnahmen, von einem unterhaltsamen Begleitprogramm, gestaltet von Saxophonist Michael Gick, der Kabarettgruppe „Kaktusblüten“ und der Gruppe von Trommler Mamadou Beye Diop. Bei fairen Häppchen und Getränken bestand die Gelegenheit zum Gedankenaustausch und zur Information über den Eine-Welt-Kreis. Mitglied Elfriede Pfeiffer-Kuchler gab einen Einblick in die Arbeit der Gruppe, die bereits seit 29 Jahren aktiv ist. - kb

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