Facebook statt Fundbüro – das könnte strafbar sein

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So wird’s richtig gemacht: Foto posten und dazuschreiben, dass der Schlüssel im Fundbüro abgeholt werden kann. Dadurch können soziale Netzwerke wie Facebook die Arbeit der Mitarbeiter des Fundbüros unterstützen.

Werne - Wer Smartphone, Schlüssel, Fahrrad oder andere Wertgegenstände verliert, für den war früher das Fundbüro auf der Suche nach dem Eigentum die erste Anlaufstelle. Mittlerweile werden oft soziale Netzwerke wie Facebook digitaler Hort für Fundstücke.

„Fahrrad gefunden, Besitzer kann sich per Privatnachricht melden“: Versehen mit einem Foto werden Fundstücke auch in Werner Gruppen gemeldet. Trotz guter Absicht: Ist diese Vorgehensweise erlaubt? 

Ist es strafbar, Fundstücke online zu posten? 

„Grundsätzlich nicht“, sagt Werner Kneip vom Ordnungsamt der Stadt. Strafbar werde es erst dann, wenn das Fundstück nicht beim städtischen Fundbüro gemeldet wird. „Wer einen Sachgegenstand mit einem Wert von über zehn Euro findet, muss ihn bei uns im Büro registrieren lassen“, so Kneip. Das Fundstück lediglich bei Facebook zu posten, reiche nicht. Das Zusammenspiel zwischen Fundbüro und sozialen Netzwerken bewertet Kneip positiv: „Beispielsweise wenn jemand das Eigentum bei uns registriert und online postet, dass es hier abholbar ist.“

Wie wird der vermeintliche Besitzer überprüft? 

Wer sich auf eine Fundanzeige meldet und seinen Gegenstand beim Fundbüro abholen will, muss Rechnungen vorzeigen oder bestimmte Details über das Fundstück wissen. Das kann online zu kurz kommen. „Wer weiß, ob nicht jemand Fremdes das Fundstück abholt?“, gibt Kneip zu bedenken. Ganz deutlich: „Wenn ich etwas verlieren und statt im Fundbüro nur auf Facebook finden würde, würde ich Strafanzeige stellen“, sagt Kneip.

Wie viel Fundsachen werden jährlich abgegeben? 

Rund 150 bis 200 Gegenstände landen jährlich im Werner Fundbüro. Veränderungen durch Facebook-Gruppen fallen nicht auf, so Kneip.

Wie lang werden Gegenstände im Fundbüro aufbewahrt? 

Die Aufbewahrungsfrist greift ein halbes Jahr lang. Wenn der Finder ein entsprechendes Formular ausgefüllt hat, bekommt er den Gegenstand anschließend ausgehändigt. Eine Ausnahme bilden beispielsweise Smartphones. „Auf den Handys sind persönliche Daten gespeichert. Deshalb werden diese nach Ablauf der Frist vernichtet“, sagt der Mitarbeiter des Ordnungsamtes.

Welche Fundstücke landen am häufigsten im Fundbüro? 

Schlüssel gibt es viele, obwohl diese den Wert von zehn Euro unterschreiten. Ansonsten Fahrräder, Brillen und Smartphones.

Wie ist die Situation bei zugelaufenen Tieren? 

Auch diese müssen beim Fundbüro gemeldet werden. „Für Tiere gilt ebenfalls das Sachenrecht“, erläutert Kneip. Melde sich der Besitzer nicht zeitnah, wird das Tier in ein Tierheim gebracht. „Das versuchen wir zu vermeiden, dabei kann die Suche über Facebook hilfreich sein“, sagt Kneip. 

Fundsachen können beim Bürgerbüro der Stadt, Konrad-Adenauer-Platz 1, Raum E18, EG abgeholt werden. Auf der Website der Stadt Werne www.werne.de sind Fundsachen in einer Datenbank mit Funddatum aufgelistet. Aktuelle Fundstücke sind unter anderem: 21 Fahrräder, 2 Armbänder, je 1 Vogel, Kinder-Buggy, Damentasche, Kette, Armbanduhr, Lautsprecher, Notebook.

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