Verkündung auf dem Marktplatz

"Extinction Rebellion" in Werne: Klimaschützer wollen Ortsgruppe gründen

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Dominik Bünig (links) und Egbert Schmidtke machten am Freitag mit einem Banner und Megafon am Marktplatz auf sich aufmerksam.

Werne - „Achtung, Achtung: Hier spricht ihr schlechtes Gewissen“, hallte es am Freitagmorgen über den Marktplatz. Mit einem Megafon und Banner haben drei Männer das Treiben des Wochenmarktes kurzzeitig unterbrochen. Sie teilten mit: In Werne wird sich eine Ortsgruppe Werne der Umweltschutzbewegung „Extinction Rebellion“ (XR) gründen.

Während des Wochenmarktes wurde um Punkt 10 Uhr aus den oberen Fenstern des Geschäftsgebäudes von "Hussel" ein Banner runtergelassen. Dominik Büning, Vorsitzender der "Parents for Future", guckte aus dem Fenster, nahm ein Megafon in die Hand und verkündete den anwesenden Marktbesuchern die Botschaft: In Werne wird sich eine Gruppe der "Extinction Rebellion" gründen.

"Wir müssen unsere Bürgerpflicht wahrnehmen und handeln", sagte Büning durch das Megafon. Er sprach von einer "akuten Gefährdung" des Klimas. Dann verwies Büning auf die erste Veranstaltung der künftigen Ortsgruppe am nächsten Donnerstag.

Großen Anklang fand die Aktion bei den Marktbesuchern nicht. Nach der kurzen Ansprache hörte man eine Person kurz klatschen, der Rest widmete sich kommentarlos wieder dem Einkauf.

Auf dem Pflaster vor dem Süßwarengeschäft "Hussel" stand mit Kreide der Satz geschrieben: "Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht".

Die ursprünglich aus England stammende Umweltbewegung "Extinction Rebellion" hat das erklärte Ziel, "mit zivilem Ungehorsam gegen die ökologische Katastrophe" vorzugehen. Die Klimaschützer der Bewegung wollen radikal, aber nach eigenen Angaben gewaltfrei die öffentliche Ordnung stören, um auf sich und ihre Anliegen aufmerksam zu machen. 

Noch nicht offiziell gegründet

Auch die Werner Initiatoren betonen, dass sich nicht mit Gewalt oder extremen Handlungen Aufmerksamkeit erregen wollen. "Wir haben mehr Ideen, sind kreativer", sagte Jörg Höll, ebenfalls künftiges Mitglied der Werner XR-Gruppierung, mit Blick auf die bereits bestehenden hiesigen Ortsgruppen "Parents for Future" und "Fridays for Future". 

Noch sei die Ortsgruppe offiziell nicht gegründet, sagte Büning. Man sei in der Gründungsphase, hätte aber bereits Unterstützer gefunden. 

Beim sogenannten "XR-Talk" am Donnerstag, 28. November, um 19.30 Uhr im Dientrich-Bonhoeffer-Zentrum möchten die Initiatoren mit den Werner Bürgern über "Klimakrise, ökologischen Kollaps und zivilen Ungehorsam" sprechen. Der Name der Veranstaltung lautet "Aufstand oder Aussterben?"

Über Facebook und Instagram (Extinction Rebellion Werne) können Interessierte mit der Gruppe in Kontakt treten. Die Initiatoren suchen noch Mitstreiter.

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