Amtsgericht Lünen

800 Euro Strafe und Fahrverbot: Angehender Lkw-Fahrer sitzt bekifft am Steuer

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Werne – Nachdem ein 27-Jähriger mutmaßlich einen Joint konsumiert hatte, versuchte er am Vormittag des 11. April auf dem Parkplatz des Freiherr-vom-Stein-Berufskollegs in Werne auszuparken. Dabei stieß er gegen einen anderen Wagen. Jetzt saß der 27-Jährige auf der Anklagebank im Amtsgericht Lünen.

Ein Zeuge, der das Ganze beobachtet hatte, macht den Mann auf den Unfall aufmerksam. Doch anstatt zu warten und die Polizei zu alarmieren, verschwand der 27-Jährige mit den Worten: „Ich fahr’ zum Bäcker, dann komme ich gleich wieder.“ Auch, wenn er tatsächlich zurückkam, hatte sich der Mann wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort strafbar gemacht. Dem Vorwurf musste er sich stellen.

Angeklagter hatte Cannabis konsumiert

Zusätzlich warf die Staatsanwaltschaft ihm fahrlässiges Fahren unter Rauschmitteln vor. Der Polizei war nach dem Unfall nämlich aufgefallen, dass der Angeklagte stark zitterte und seine Pupillen verändert waren. Ein Test hatte schließlich den Verdacht bestätigt: Der 27-Jährige hatte Cannabis konsumiert. Seinen Angaben zufolge am Wochenende davor. Ein Gutachten ergab jedoch, dass der Mann etwa eine Stunde vor Fahrtantritt etwas zu sich genommen haben muss.

Sowohl die Richterin, als auch der Vertreter der Staatsanwaltschaft sahen das Verhalten des Angeklagten als besonders verwerflich an, da der 27-Jährige eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer absolviert. „Vor solchen Berufskraftfahrern grault es mir“, äußerte sich der Staatsanwalt ganz offen. „Es ist so, dass wir keine bekifften Berufskraftfahrer auf den Straßen haben wollen“, wurde auch die Vorsitzende deutlich.

Schaden ist bezahlt, keine Vorstrafen

Der Verteidiger des Angeklagten gab an, sein Mandant habe aus der Sache gelernt. Inzwischen sei er von den Drogen los, unterziehe sich regelmäßig Screenings (Drogentest). Den Fremdschaden in Höhe von 662,12 Euro hat die Versicherung des Angeklagten beglichen. Ebenso ein positiver Aspekt, wie das leere Vorstrafenregister des 27-Jährigen.

Am Ende verhängte die Richterin wegen der Fahrt unter Drogen, was eine Ordnungswidrigkeit darstellt, eine Geldbuße von 500 Euro und einen Monat Fahrverbot. Für die Unfallflucht gab es eine Geldstrafe von 300 Euro oben drauf.

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