Erweiterte Erdgas-Verdichterstation in Werne geht in Betrieb

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Werne - Mit einem symbolischen Knopfdruck wurde am Montagmorgen die erweiterte Erdgas-Verdichterstation der Open Grid Europe GmbH in Werne-Ehringhausen in Betrieb genommen. 170 Millionen Euro hat die Betreiberin in den Ausbau der Anlage investiert.

Fünf Jahre dauerte es von den ersten Überlegungen bis zur Projekt-Realisierung. Nun ist die Erweiterung der Erdgas-Verdichterstation in Werne-Ehringhausen vollzogen. Das feierte die Betreiberin, die Open Grid Europe GmbH mit Sitz in Essen, mit rund 180 geladenen Gästen vor Ort in einem eigenes errichteten Festzelt. Mit dabei waren unter anderem Vertreter des Turbinenherstellers aus den USA – und einer, der es als Werner Bürger deutlich weniger weit hatte: Christoph Dammermann.

Inbetriebnahme der Erweiterung von Open Grid 

Neben dem Staatssekretär im NRW-Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie hielten Bundestagsabgeordneter Michael Thews und Bürgermeister Lothar Christ Ansprachen sowie zwei Mitglieder der Open-Grid-Geschäftsführung: Sprecher Dr. Jörg Bergmann und Technik-Experte Dr. Thomas Hüwener. Sie alle unterstrichen die Notwendigkeit einer Versorgungssicherheit in Deutschland, skizzierten teils ausführlich die Zukunft der Energieversorgung und verwiesen auf die große Bedeutung des Standorts.

Wie eine „Spinne im Netz"

Die hiesige Verdichterstation sei „unsere wichtigste“, konstatierte etwa Bergmann und bezeichnete sie als „Spinne im Netz“. Ein Viertel des in Deutschland verbrauchten Erdgases passiere Werne. Die selbst gestellte Frage, ob es sich lohne, hier zu investieren, beantwortete er mit einem eindeutigen „Ja“. Gas werde auch in den kommenden Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zu einer bezahlbaren und effizienten Energieversorgung leisten.

Damit meinte Bergmann nicht nur Erdgas, sondern darüber hinaus so genanntes „grünes Gas“, also Wasserstoff und auch synthetisches Methan, das mithilfe der Power-to-Gas-Technologie aus Strom gewonnen wird. Es gelte, den Anteil an klimaneutralen Gasen im Netz sukzessive zu erhöhen, so der Sprecher der Geschäftsführung. Dazu müsse man die Energiesektoren intelligent koppeln.

„Brauchen ökologischen Wettbewerb der Energieträger“

Ins gleiche Horn bliesen mit Blick auf den Klimaschutz und den absehbaren Ausstieg aus der Kohle auch Dammermann und Thews; die Akzente freilich waren etwas unterschiedlich. Der Staatssekretär forderte ausdrücklich Planungssicherheit etwa auch für Betreiber von Gas-Kraftwerken ein, deren Bau absehbar nötig werde. Der Bundestagsabgeordnete wünschte im Rahmen der Energiewende einen „ökologischen Wettbewerb der Energieträger“. 

Mehrfach wurde bei der Feierstunde auf die hohe Akzeptanz der Verdichterstation in der Werner Bevölkerung hingewiesen. Bürgermeister Christ erläuterte dazu, dass die hiesigen Bürger „durchaus kritisch“ seien, aber gleichwohl um die Notwendigkeiten der Wirtschaft vor Ort und darüber hinaus wüssten. Die Anfang der 1970er-Jahre entstandene Verdichterstation sei „ein großes Glück“ für die Stadt. Auch heimische Betriebe profitierten. Ausdrücklich sprach Christ auch seinen „Dank für gezahlte Steuern“ aus. 

„Bauen ist ein Mannschaftssport“

Hüwener erläuterte den Gästen technische Einzelheiten zur Station, bedankte sich bei den Nachbarn, den am Bau beteiligten Firmen und den Kollegen von Open Grid. „Bauen ist ein Mannschaftssport“, so Hüwener. Mit der Erweiterung der Station ging eine Reversierung einher. Künftig kann Gas in beide Richtungen fließen. Das wird notwendig, weil absehbar die L-Gas-Quellen etwa in den Niederlanden versiegen und H-Gas aus der Nordsee oder aus Russland mit höherem Brennwert zum Einsatz kommt. 

Die Kosten für die gesamten Baumaßnahmen waren bis dato stets mit 150 Millionen Euro beziffert worden. Am Montag war durchgehend von 170 Millionen Euro die Rede.

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