Geschäftsführer weist Vorwürfe zurück

Erste Mitarbeiterin kündigt beim Solebad: Linke fordern bessere Bezahlung

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Werne – Eine Solebad-Mitarbeiterin hat ihren Job gekündigt, um bei der GSW Kamen, Bönen, Bergkamen anzuheuern, bei der sie besser bezahlt wird. Ratsherr Martin Pausch von den „Linken“ nimmt dies zum Anlass, einmal mehr die Anwendung des Tarifvertrags für den Öffentlichen Dienst (TVöD) bei der städtischen Bad-Tochter zu fordern.

Deren Geschäftsführer Jürgen Thöne spricht von einer „ganz normalen Fluktuation“ beim Aufbau eines Teams. „Ein Solebad Werne ohne Tarifvertrag nach TVöD ist auf Dauer ein Solebad ohne gutes Personal“, argumentiert Pausch in einer Pressemitteilung vom Wochenende. 

Was seine Partei prognostiziert habe, dass gute Mitarbeiter zu Bädern mit attraktiveren Bedingungen wechselten, trete „leider schneller als erwartet“ ein. Pausch macht deutlich, dass er im Weggang der Mitarbeiterin keinen Einzelfall sieht. Man gehe davon aus, dass es in Zukunft noch mehr Kündigungen geben werde. 

"Ganz normaler Prozess"

„Gutes Personal ist nur mit einem Tarifvertrag zu halten“, so der Ratsherr. Weiter heißt es: „Wenn man so ein Bad baut, sollte man nicht am Personal sparen. Das ist Sparen am falschen Ende und birgt das zu große Risiko, dass der Zuschuss noch höher ausfällt als geplant.“ 

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Thöne bestätigte im WA-Gespräch den Weggang der Mitarbeiterin. Man wisse um ihre Beweggründe, werde sich dazu aber nicht öffentlich äußern. Auch eine zweite Kraft, in Teilzeit beschäftigt, habe sich aus persönlichen Gründen entschieden zu kündigen. Grundsätzlich sei damit zu rechnen gewesen, dass es anfangs noch zu Veränderungen im Team komme. Das sei ein „ganz normaler Prozess“. 

Der Aufbau einer festen Belegschaft dauere bis zu zwei Jahre. Thöne betont, dass es keine Schwierigkeit gewesen sei, kompetente Mitarbeiter für die Aufgaben im neuen Solebad zu gewinnen. Er rechne damit, dass die frei werdenden Stellen schnell wieder besetzt werden können.

"Brauchen uns mit unserem Tarifgefüge nicht zu verstecken“

Den Vorwurf, die Solebad-GmbH vergüte ihre Mitarbeiter nicht auskömmlich, weist Thöne zurück. So zahle man „marktgerechte“ sowie „faire“ Löhne. Das eigene Tarifgefüge lehne sich zudem an den TVöD an und beinhalte unter anderem Zuschläge, Weihnachtsgeld sowie eine Zusatzversorgung. 

Bei den Bewerbungsgesprächen im Vorfeld der Bad-Eröffnung sei die Entlohnung kein großes Thema gewesen, schildert Thöne. Im Gegenteil: Für die ausgeschriebenen habe man sich die besten Bewerber aussuchen können. „Wir brauchen uns mit unserem Tarifgefüge nicht zu verstecken“, betont der Bad-Leiter mit Blick auf andere Bäderbetriebe.

Gleichwohl wisse er natürlich, dass einzelne Bad-Betreiber ihren Beschäftigten auch bessere Konditionen böten. Die fehlende Tarifbindung der Solebad-GmbH hatte die Gewerkschaft Verdi im Jahr 2014, also noch zu Zeiten des alten Bads, zum Anlass genommen, zu Streiks aufzurufen. 

An 188 Tagen hatte die Mehrzahl der Beschäftigten die Arbeit niedergelegt; zumeist blieb die Schwimmstätte für den öffentlichen Betrieb geschlossen. Im Zuge der Eröffnung des neuen Solebads Mitte April hat sich Verdi bislang nicht zur Tarifsituation dort geäußert.

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