„Schwerer und bitterer Schlag“

Entlassung bei AB Elektronik: Stadt wartet Gespräche ab

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Werne – Einen „schweren und bitteren Schlag“ nennt Bürgermeister Lothar Christ die Ankündigung der Geschäftsleitung der AB Elektronik GmbH von Donnerstag, jeden dritten der 360 Beschäftigten in Werne entlassen zu wollen.

Anders als beim erfolgreichen Arbeitskampf der Belegschaft für einen Sanierungstarifvertrag in 2013/14, mit dem eine umfassende Verlegung von Arbeitsplätzen nach Rumänien begrenzt wurde, sieht Wernes Stadtoberhaupt derzeit aber keinen Anlass für eine Initiative der Kommune. 

„Damals war AB Elektronik ein im Grundsatz gesundes Unternehmen am Markt und es ging nicht um absolut gefährdete Arbeitsplätze. Das war eine andere Situation“, beschrieb Christ auf Anfrage, was man weniger diplomatisch Profitmaximierung nennen könnte. Nun aber gehe es offenbar um einen konjunkturbedingten Rückgang der Geschäfte, wie er auch an anderer Stelle seit einiger Zeit wahrnehmbar sei. 

Bürgermeister Lothar Christ

Dabei müsse die Stadt auch zur Kenntnis nehmen, dass „die Automobil-Zulieferer für konjunkturpolitische Ausschläge besonders anfällig“ seien. Mit dem Verweis auf die wieder schwächelnde Kfz-Branche hatte AB-Geschäftsführer Thomas Rinschede den geplanten Stellenabbau in einer Pressemitteilung begründet.

Er werde mit Spannung beobachten, wie die Verhandlungen mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft verlaufen, so Christ. „Wichtig sind da zwei Punkte: Die fraglichen Veränderungen sollten sich in den Grenzen des absolut Notwendigen halten und müssen, wenn sie unabdingbar sind, sozialverträglich gestaltet werden.“ 

Und noch etwas ist für den Bürgermeister gesetzt: „AB Elektronik muss in Werne ein starker Standort bleiben. Zumindest die IG Metall sieht das in ihrer ersten Reaktion als gefährdet an.“ Das Werk müsse Kompetenzzentrum für die Entwicklung der Sensoren und Elektronikkomponenten im Fahrzeugbau bleiben. „Dazu sitzen die Tarifpartner nun am Tisch. Wir müssen abwarten, was die Gespräche ergeben.“

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