Elektrobefischung in Werne: Quappen haben sich gut entwickelt

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Ein positives Resümee zieht Michael Prill am Samstag nach der Elektrobefischung der Horne in Werne. Die im Juni eingesetzten Quappen haben sich gut entwickelt.

Ein positives Resümee zieht Michael Prill am Samstag nach der Elektrobefischung der Horne in Werne. Die im Juni eingesetzten Quappen haben sich gut entwickelt.

Am Ufer unterstützen ihn Jürgen Hachenei, Friedhelm Bock und Werner Zicke vom Angelverein Werne-Lippetal. Sie tragen die registrierten Fische in eine Liste ein. Nach dem Fang wirft der Elektrofischer, der als Schutzausrüstung einen Neopren-Anzug trägt, sie wieder außerhalb des Stromfeldes ins Wasser.

Elf verschiedene Fischarten landen in seinem Kescher: „Unglaublich, hier finde ich sogar eine Schleie“, ruft er seinen Kollegen zu. In seinem Fund entdeckt er unter anderem dreistachlige Stichlinge, Zwergstichlinge, Schmerlen und Groppen. Sogar einen 40 Zentimeter langen Aal entdeckt er. Wieder mit dabei ist auch der Blaubandbärbling, eigentlich ein Aquariumsfisch, wie der Angler feststellt. „Ich vermute, dass Aquarianer ihn ausgesetzt haben.“ Fischereiberater richtet seinen Blick auf die Quappen

Ein besonderes Augenmerk richtet der Mitarbeiter des Kreises Unna auf die Quappen, allgemein als Süßwasser-Dorsch bekannt und vom Aussterben bedroht. Nach dem außergewöhnlichen Fischsterben im April 2018, hervorgerufen durch einen Gülle-Unfall, ließ der Angelverein Werne-Lippetal 1000 Quappen in die Horne einsetzen. Wiedergefunden hat Prill etwa 18 Stück. „Das mag sich nicht viel anhören“, meint er. Aber die Überlebensquote sei nicht hoch. „Es setzen sich nur die Stärksten durch“, sagt er. Die Größenmessung ergibt 20 Zentimeter. „Sie haben sich gut entwickelt“, stellt der Fischer fest. Beim Einsetzen im Juni 2019 waren sie nur drei bis fünf Zentimeter groß.

Die Quappen finden in der Horne offensichtlich gute Bedingungen vor. 

Mit dem Ergebnis der Befischung ist Prill zufrieden. 849 Fische hat er insgesamt gezählt. „Offensichtlich finden die Fische in der Horne gute Lebensbedingungen“, resümiert er. Für ihn heißt es, das nächste Quappen-Projekt am Montag, 11. Mai, kann starten.

Dann rückt er erneut mit 1000 Larven an, um sie in Höhe des Friedhofs und der Saline in die Horne zu setzen. Die Larven stammen aus dem Fischereibetrieb des Ruhrverbandes an der Möhnetalsperre, wo sie in speziellen Aufzucht-Zylindern angefüttert werden. Der Landesfischereiverband Westfalen und Lippe betreut das Quappen-Projekt. - von Helga Felgenträger

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