CDU-Antrag: Lehrschwimmbecken auf Dauer erhalten 

Brauer

Werne - Die CDU-Fraktion hat offiziell beantragt, was sie seit Monaten politisch befeuert: Stockums Lehrschwimmbecken soll bleiben.

„Dauerhafter Betrieb des Lehrschwimmbeckens zur langfristigen Sicherstellung des Schul- und Vereinsschwimmens in Stockum und Attraktivitätssteigerung des neuen Sport- und Familienbereiches im Solebad“ ist der Vorstoß überschrieben, den die Union am Dienstag, 20. November, im Bezirksausschuss einbringen will. Dort soll ihr Vertreter Christoph Mürmann, der in der Stockumer Arbeitsgruppe gegen die Schließung unter anderem die Unterschriftensammlung mitorganisiert hat, die Einwände aus dem Ortsteil gegen die Aufgabe der Einrichtung nach Eröffnung des neuen Bades vortragen.

Am 5. Dezember entscheidet der Rat

Das letzte Wort hat Rat am 5. Dezember. Dort zeichnet sich nach bisherigem Meinungsbild keine Mehrheit für den Erhalt des Beckens ab. Für die Einrichtung haben sich bisher nur CDU und UWW positioniert, die UWW plädiert bekanntlich dafür, nach Eröffnung des Werner Bades übergangsweise das Lehrschwimmbecken vorzuhalten, um zu schauen, ob die Übertragung der Trainingszeiten dorthin wirklich funktioniert. Die CDU stellt nun den weitergehenden Antrag dazu und käme mit der UWW auf 18 Stimmen. SPD, Grünen und FDP (19 Stimmen) haben bislang dagegen gehalten, weil der mit etwa 110 000 Euro ins Geld gehen würde und im neuen Bad Ersatz geschaffen wird. Auch Bürgermeister Christ (parteilos) hat mittlerweile „Nein“ gesagt. Und Linke-Ratsherr Martin Pausch würde dem Erhalt nur zustimmen, wenn die Union den Beschäftigten nicht länger eine Bezahlung nach Tarifvertrag verwehrt: "Beim Tariflohn hieß es, dafür sei kein Geld da. Fürs Lehrschwimmbecken ist aber Geld da? Das ist doch total unglaubwürdig." Damit unterläge der Antrag theoretisch mit 18:21 Stimmen. 

Über ihre Beweggründe will die CDU-Fraktion am Nachmittag die Presse eingehender informieren. Hier zunächst der Wortlaut das Antrages:

Der Beschlussvorschlag:

„1. Die Verwaltung wird aufgefordert alle notwendigen Maßnahmen zum dauerhaften Erhalt des Lehrschwimmbeckens in Stockum zu treffen. 2. Um diese Maßnahmen sicher zu stellen, wird die Verwaltung gebeten, den notwendigen Finanzrahmen in den kommenden Haushaltsjahren einzuplanen. 3. Im Falle der Notwendigkeit unvorhersehbar hoher Investitionsmaßnahmen, z. B. durch Großschäden, ist eine erneute Beschlussfassung zu Investitionen dem Stadtrat vorzulegen.

Die Begründung:

In Stockum wurden in der Vergangenheit diverse Einrichtungen geschlossen. Eine Schließung des Lehrschwimmbeckens würde eine der letzten städtischen Einrichtungen im Ortsteil treffen. Zudem wäre nicht nur der eigentliche Schwimmbetrieb betroffen: Es ist unklar, wie und mit welchen Kosten die Turnhalle ohne das Bad weiterbetrieben werden kann. Auch ein Erhalt der Sauna wird nur schwer möglich sein. Zuletzt würde ein Abriss des Bades selbst Kosten in unbekannter Höhe verursachen.

Auswirkungen aufs Vereinsleben 

Eine Schließung hätte nennenswerte negative Auswirkungen für die Stockumer Vereine zur Folge: Alle sportlichen Aktivitäten müssten dauerhaft nach Werne verlegt werden und würden die Tätigkeiten der Stockumer Vereine gefährden. Zudem sind Erweiterungsmöglichkeiten für die Zukunft ausgeschlossen. Dieses gilt für alle wassersportreibenden Vereine in Werne. 

Entlastung des neuen Solebades

Zuletzt bietet ein Erhalt des Lehrschwimmbeckens auch Vorteile für den Betrieb des neuen Solebades. Der Belegungsplan zeigt, dass der Familien- und Sportbereich in einem erheblichen Ausmaß von Vereinen und Schulen genutzt wird. Durch einen Weiterbetrieb des Lehrschwimmbecken kann man Kurse und Angebote von Vereinen nach Stockum auslagern. Das entlastet das neue Solebad, sodass die Attraktivität für alle weiteren Gäste steigt.“

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