Digitale Schule

Eine Schul-App für alles: Am AFG sind auch die Eltern gut informiert

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Um iPads für die Fünfer und den Einführungskurs anzuschaffen, hat die Volksbank 2.000 Euro an den Förderverein des Anne-Frank-Gymnasiums gespendet. Den Scheck überreichte Philipp Gärtner (Vierter von rechts) an Katja Böhm und Dirk Pohl (Zweiter von rechts) vom Förderverein.

Werne – Hausaufgaben vergessen? Arbeitsblätter nicht mitgenommen? Oder wissen wollen, ob eine Unterrichtsstunde ausfällt oder ob es einen Vertretungslehrer gibt? Die Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums (AFG) haben seit diesem Schuljahr alles Wichtige zur Schule immer auf ihrem Tablet-PC dabei.

Grund dafür ist eine App des Software-Herstellers „Untis“. 

Als „Digitale Modellschule“ ist das „iPad“ schon jetzt Standard in den meisten Jahrgängen des AFG. Sechs Jahre ist es mittlerweile her, dass die Tablet-PCs erstmals im Unterricht zum Einsatz kamen – seither werden sie immer stärker genutzt. Mit der Einführung der „Untis“-App funktioniert nun auch die Schulverwaltung für Schulleitung und Lehrer sowie für die Schüler und die Eltern per Mouse-Click. Was die digitale Schulverwaltung alles kann und welche Erfahrungen gesammelt wurden, erklärt der WA:

Welche Vorteile bringt die App für die Schulleitung und die Lehrer?
Sie haben alles auf einen Blick und dies immer dabei. Die Schulleitung und die Lehrer können etwa die Raumbelegung sehen und wo freie Räume sind. Ebenso werden die Stundenpläne der Lehrkräfte angezeigt. Die App ersetzt zudem das klassische „Schwarze Brett“, an dem Vertretungspläne und Neuigkeiten zu sehen sind. Mehr noch: Sogar Klassen- und Kursbücher sind nun digitalisiert. Ein weiterer Vorteil: Meldet sich ein Schüler krank, wird dies automatisch dem entsprechenden Kurs- oder Klassenlehrer angezeigt. „So wird die Abwesenheit dokumentiert“, sieht Schulleiter Marcel Damberg in der App eine Vereinfachung der Abläufe.

Wie nutzen die Schüler die App? 
Sie können die Hausaufgaben einsehen, haben für sie relevante Termine und Stundenpläne immer im Blick und auch weitergehendes Unterrichtsmaterial kann von den Lehrern hinterlegt und von den Schülern abgerufen werden. Wer welche Zugriffsrechte bekommt, entscheidet aber die Schulverwaltung. Schüler können etwa nur ihre eigenen Daten, Stundenpläne und die Infos zu ihren jeweiligen Kursen einsehen. Klar, schließlich sei der Datenschutz enorm wichtig, betont Damberg.

Welche Einblicke haben die Eltern?
Bislang ist es so, dass die Eltern über das Tablet ihrer Kinder in den Account Einblicke haben – natürlich nur in den Bereich des eigenen Kindes. Auch die Eltern können so nachverfolgen, ob das Kind Hausaufgaben hat, wegen eines Stundenausfalls früher nach Hause kommt oder einen Klassenbucheintrag erhalten hat. Gerade Letzteres müsse aber nicht nur negativ sein, betont Marcel Damberg. Denn im digitalen Klassenbuch können Lehrer auch positive Aspekte, wie die gute Mitarbeit eines Schülers, vermerken.

Ist das alles nun also ein transparentes und faires System oder schon Überwachung?
Marcel Damberg hat dazu eine klare Meinung. „Auf diese Weise fällt der Stress weg“, sagt der Schulleiter, denn so nütze es nichts mehr für die Schüler, die Eltern anzulügen – etwa im Hinblick auf Zensuren oder bei Ärger an der Schule. Zur Sprache kämen Probleme ohnehin spätestens am Elternsprechtag. Dadurch, dass die Eltern nun aber immer auf dem Laufenden sind, könnten sie schon eingreifen, bevor es beim Eltern-Lehrergespräch zum „großen Knall“ käme. Geplant ist, dass Eltern einen eigenen Zugang erhalten, um auch unabhängig vom Tablet des eigenen Kindes dessen Hausaufgaben und Co. einsehen können. Bisher scheitert dies am fehlenden Server. Dass die Eltern Zugriff auf die Daten der Kinder haben, gilt aber nur, bis diese 18 Jahre alt sind.

Welche Erfahrungen hat die Schule gesammelt? 
Aus Sicht der Schule ist die App eine gute Möglichkeit, um ihrer „Dokumentations- und Informationspflicht“ gegenüber den Schülern und Eltern nachzukommen, findet der Schulleiter. Auch bei den Schülern komme die App gut an. „Man merkt, dass sie es als Tool im Alltag nutzen und fordern es auch von den Lehrern ein“, so Damberg. Von den Eltern habe es bislang „unisono positive Rückmeldungen“ gegeben – selbst von besonders kritischen.

Ausblick:
Deutschlandweit arbeiten viele Schulen mit der App – teilweise noch mehr, als am AFG. So gibt es schon Schulen, die mithilfe des Systems digitale Elternsprechtage anbieten. Geplant ist diese Funktion am AFG derzeit nicht.

Neue iPads für die AFG-Schüler: Mit 2.000 Euro unterstützt die Volksbank Kamen-Werne den Förderverein des Anne-Frank-Gymnasiums (AFG) Werne, um von dem Geld iPads für die neuen Fünftklässler und die Schüler der Einführungsphase in die gymnasiale Oberstufe anzuschaffen. Den Scheck dazu übergab Philipp Gärtner von der Volksbank jetzt im Beisein von Schulleiter Marcel Damberg und dem stellvertretenden Schulleiter Thorsten Kluger an Katja Böhm und Dirk Pohl vom Förderverein des AFG. „Es ist eine sinnvolle Investition in die Zukunft“, begründete Gärtner die Spende. Über die Volksbank läuft zudem das Darlehen des Fördervereins, der die Vorfinanzierung der iPads für die Schüler übernimmt. Die Eltern zahlen die Kosten für die Geräte dann in Raten zurück.

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