Viele Helfer von Anfang an dabei

Ehrenamtler unterstützen seit 15 Jahren die Werner Tafel-Ausgabestelle

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Zwölf Ehrenamtliche engagieren sich bei der Ausgabestelle der Tafel in Werne. Viele von ihnen waren schon beim Start im Jahr 2005 dabei.

Werne – Anderswo „überschüssige“ Lebensmittel unter die Leute bringen und an sozial und wirtschaftlich benachteiligte Leute verteilen – das ist die Aufgabe der Tafel. Seit vielen Jahren auch in Werne – in diesem Monat jährt sich der Tag der ersten Ausgabe zum 15. Mal.

Die Zusammensetzung der Kundschaft hat sich über die Jahre etwas verändert: Das Team dagegen ist größtenteils gleich geblieben. 2004 ging die Tafel im Kreis Unna an den Start. Nach einigen wenigen Ausgabeterminen in der Kreisstadt war klar: Das Warenangebot ist so üppig, dass sich das Konzept auf weitere Städte ausweiten lässt. 

In Werne fand sich schnell eine Truppe von rund 20 Ehrenamtlern zusammen, die die Aufgabe übernehmen wollten. Schon beim ersten Ausgabetag in Werne am 26. Januar 2005 mit dabei war Dieter Schimmel. Er hält bis heute den Kontakt zur Mutterorganisation in Unna. Und er ist mit einigen seiner Kollegen in Werne – derzeit sind noch zwölf Ehrenamtliche an Bord – und Umgebung unterwegs, um Waren für die Ausgabe abzuholen. 

60 bis 70 Abholer pro Termin

„Das meiste bekommen wir zwar aus Unna geliefert, aber wir fahren zum Beispiel auch die Bäckereien und Konditoreien in Werne an, um dort Brot und Backwaren abzuholen“, erzählt Schimmel. Jeden Mittwochvormittag ab 10 Uhr verteilen die Helfer die Waren an ihre Kunden. Rund 60 bis 70 kommen pro Termin zum ehemaligen Möbelhaus Reuter-Tönies an der Burgstraße.

„Früher hat ein Abholer im Schnitt 2,2 Personen versorgt“, erinnert sich Schimmel. Inzwischen seien es knapp über drei Personen. Schimmel: „Dadurch ist unser Arbeitsaufwand gestiegen, auch wenn nach wie vor ähnlich viele Menschen zur Ausgabestelle kommen.“

Seien es früher viele Hartz-IV-Empfänger gewesen, die zur Tafel kamen, sei ihre Zahl inzwischen gesunken. „An ihre Stelle sind Geflüchtete getreten.“ Vor allem im Zuge der Flüchtlingskrise ab 2015 sei die Zahl geflüchteter Tafelgänger in Werne gestiegen. 

„Wir lieben unsere Aufgaben"

Ansonsten habe sich nicht viel verändert über die Jahre. Zwar musste die Ausgabestelle zwischenzeitig vorübergehend in der Steintorschule unterkommen, weil das einstige Möbelhaus verkauft worden war und es etwa eineinhalb Jahre dauerte, ehe die Rückkehr an den ursprünglichen Standort möglich war – und zwar nachdem die Stadt das Gebäude gekauft hatte. 

Die Arbeit sei aber an beiden Standorten gleich gewesen. Und die Motivation des Teams sowieso. „Wir lieben unsere Aufgaben. Wir kennen die Kunden, unterhalten uns und genießen das Zusammensein“, betont Schimmel. Die Motivation findet nicht nur in der Tafel-Kundschaft Anerkennung: 2016 bekam die Ausgabestelle Werne die Ehrenmedaille der Stadt verliehen. „Das war schon etwas Besonderes“, erinnert er sich. 

Besonders sei aber auch das Engagement der Werner Kino-Betreiber, des Anne-Frank-Gymnasiums und der Wiehagenschule. „Vom Kino bekomme ich ganz unkompliziert Freikarten“, freut sich Schimmel über die Spende für die Tafelkunden. Die Eltern und Kinder des AFG packten zu Weihnachten regelmäßig etwa 100 Päckchen für die Kinder. Schimmel: „Und die Wiehagenschüler und ihre Eltern spenden zu Weihnachten Lebensmittel oder durchforsten die Kinderzimmer nach Spielsachen, die sie spenden wollen.“

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