Ungewöhnliches Naturereignis

Über hundert Störche machen Rast in Werne

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Ein beeindruckendes Bild: Sieben Störche auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses an der Fischerhof-Brücke.

[Update 14.30 Uhr] Werne -  Am Montagabend steuerten mehr als 100 Weißstörche die Stadt Werne als Nachtquartier an und besetzten im östlichen Stadtteil Hausdächer, Strommasten und Baukräne. Ein spektakuläres Schauspiel.

Gegen 20 Uhr wurden an der Lippestraße in Höhe der Fischerhof-Brücke die ersten Anwohner auf die ungewöhnlichen Gäste auf ihren Dächern aufmerksam. Sie versammelten sich auf der Straße, zückten die Handys und staunten nicht schlecht, als sie bemerkten, dass auch auf den Nachbarhäusern Störche saßen. Der Schwarm, der auf der Durchreise war und in Werne eine Pause einlegte, verteilte sich auch westlich des Hansarings bis in die Innenstadt. Auch auf dem Kapuzinerkloster ließen sich Vögel nieder.

Hausdächer an der Lippestraße dienten als Nachtquartier.

Am Dienstagmorgen waren die Hausdächer wieder leer, dafür bevölkerten die Störche die Lippewiesen – zum Frühstück. Haben die Tiere Not, dass sie ausrechnet in Werne Station machen? Diese Frage stellten sich am Montagabend viele besorgte Anwohner. In der Biologischen Station des Kreises Unna gab es auf Anfrage Entwarnung. Die lang anhaltende Trockenperiode sei sicher dafür verantwortlich, dass sich die Störche einige Wochen früher auf den Weg nach Afrika machen, von Not könne aber keine Rede sein. „Das gute Wetter hat die Brut und Aufzucht begünstigt, sodass die Weißstörche früher ziehen“, sagte Falko Prünte, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Biologischen Station des Kreises Unna.

Frühstück in den Lippewiesen.

Der Experte geht davon aus, dass der Schwarm auf den Weg von Ostdeutschland über den Äquator die Stadt Werne wegen ihrer guten Bedingungen für eine Pause ausgesucht hat. „Das spricht doch für Werne“, sagte Prünte. Er vermute, dass die Störche in der Nähe von Menschen aufgewachsen sind und deshalb keine Berührungsängste haben. Außerdem böten die Lippeauen Nahrung, um für den Weiterflug Kraft zu tanken. „Daran kann man auch den Erfolg unserer ökologischen Renaturierungsmaßnahmen in der Lippeaue bemessen“, sagte Prünte.

Störche ziehen durch Werne und Rünthe

 Seine Kollegin Kerstin Conrad verwies auch auf die Bemühungen, den Weißstorch wieder in der heimischen Region anzusiedeln. In Werne habe es in diesem Jahr die erste erfolgreiche Brut eines Storchenpaares im Kreis Unna gegeben: Drei Jungtiere seien geschlüpft, zwei seien übrig geblieben und inzwischen flügge.

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