Vorsitzender Rainer Tappe nimmt Abschied

DRK-Ortsverein sucht verzweifelt einen Vorstand - Kein Nachfolger in Sicht

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Der DRK-Ortsverein sucht neue Vorstandsmitglieder: Schatzmeister Werner Zicke (l.) benötigt einen Vertreter und der 1. Vorsitzende Rainer Tappe (2.v.l.) einen Nachfolger. Für Rotkreuzleiter Wilhelm Benning (2.v.r.) ist dieser schon gefunden. Ulrich Höltmann bleibt dem Vorstand als 2. Vorsitzender enthalten.

Werne – Beim DRK-Ortsverein Werne endet eine Ära. Wenn am 8. Mai bei der Mitgliederversammlung die turnusmäßigen Neuwahlen des Vorstandes und der Rotkreuzleitung anstehen, werden Rotkreuzleiter Wilhelm Benning und der 1. Vorsitzende Rainer Tappe ihre Ämter niederlegen.

Für die Aufgaben von Benning gibt es einen Kandidaten, aber für den Vorsitz sucht der Verein schon länger einen geeigneten Nachfolger. Das ist nicht die einzige Baustelle, weitere Vorstands-Positionen müssen neu besetzt werden.

Der Ortsverein ist schon seit drei Jahren vergeblich auf der Suche nach einem Geschäftsführer. Das Amt des Schriftführers ist ebenfalls seit langer Zeit vakant. Möglichst neu eingeführt werden soll zudem das Amt des stellvertretenden Schatzmeisters, der Werner Zicke bei seiner Arbeit unterstützt. „Beide Schatzmeister müssen immer auf dem aktuellen Datenstand sein, damit beim Ausfall einer dieser Personen der Geschäftsbetrieb weitergeführt werden kann“, erklärt Rainer Tappe.

Tappe legt nach 19 Jahren sein Amt nieder

Der ehemalige Bürgermeister kündigt an, nach 19-jähriger Tätigkeit als 1. Vorsitzender aus privaten Gründen am 8. Mai nicht wieder zu kandidieren. Tappe übernahm die Position 2001 von Bürgermeister Meinhard Wichmann. „Es war Tradition, dass die Bürgermeister beziehungsweise die Stadtdirektoren den DRK-Vorsitz übernommen haben“, erinnert sich Tappe.

Damals war er noch nicht Bürgermeister, er nahm die Aufgabe als SPD-Fraktionsvorsitzender an. Zu dem Zeitpunkt stand der Ortsverein bereits an einem Scheideweg. Neben wirtschaftlichen Problemen, musste sich das DRK, damals noch in der ehemaligen Feuerwehrwache Am Hagen untergebracht, eine neue Bleibe suchen. Die fand man dann in der Flöz-Zollverein-Straße.

Das DRK investierte viel in das Gebäude und errichtete in Eigenarbeit eine Halle für die Fahrzeuge. „Inzwischen ist es uns gelungen, das Gebäude zu erwerben und sogar die Hypothekenbelastung abzutragen. Wir sind völlig schuldenfrei und unsere Finanzlage ist bestens. Die Arbeit hat sich also gelohnt“, sagt Tappe. Dennoch soll nach 19 Jahren nun Schluss sein. „Ich bin sehr reiselustig und nicht mehr sehr häufig in Werne“, nennt der ehemalige Bürgermeister einen Grund für seine Entscheidung. Zudem wird der 66-Jährige in Kürze zum dritten Mal Großvater und ist folglich oft im Rheinland, wo die beiden Töchter wohnen. „Dann kann man der Aufgabe hier einfach nicht mehr gut nachkommen. Außerdem ist es an der Zeit, das Ganze in jüngere Hände zu geben.“

Schubert wird Rotkreuzleiter

Wilhelm Benning ist seit 42 Jahren Mitglied des Ortsvereins und seit zwölf Jahren als Rotkreuzleiter im Vorstand aktiv. „Nach zwölf Jahren muss etwas Jüngeres ran und neue Perspektiven schaffen“, erklärt das 58-jährige DRK-Urgestein. „In der Zeit hat sich viel geändert, die Bürokratie wird immer mehr und wenn da nicht die Jugend früh herangeführt wird, hat sie es hinterher schwer, die Dinge umzusetzen, die nötig sind“, führt Benning weiter aus. Für seine Position ist mittlerweile mit Thomas Schubert ein Nachfolger aus eigenen Reihen gefunden, der bei der Mitgliederversammlung noch bestätigt werden muss.

Der neue 1. Vorsitzende sollte nach Ansicht von Tappe gut in der Stadt vernetzt sein. „Da geht es um Kontakte zur Stadtverwaltung, zur Feuerwehr und den anderen Hilfsdiensten“, sagt er. Ulrich Höltmann, 2. Vorsitzender des Ortsvereins, käme aufgrund seiner Verpflichtungen als stellvertretener Bürgermeister für seine Nachfolge leider nicht in Frage.

Gespräche mit zwei Personen laufen

Daher schrieb Tappe vor vier Wochen die Stadtverwaltung und den Bürgermeister, alle Parteien, Vertreter des örtlichen Handels sowie die beiden lokalen Geldinstitute an, ob sich in ihren Reihen nicht Personen befänden, die sich angesprochen fühlen könnten. „Rückmeldungen erhielt ich lediglich von der SPD, den Linken und der CDU. Alle anderen haben sich nicht gemeldet“, sagte Tappe enttäuscht. Immerhin gibt es zwei Personen, die sich mittlerweile gemeldet haben, mit denen aber noch Gespräche anstehen.

Daher versucht der Verein, jetzt mit Hilfe des Westfälischen Anzeigers weitere Kandidaten für die zu besetzenden Vorstandsaufgaben zu finden. „Wir haben die Voraussetzungen geschaffen, dass alles okay ist, und hinterlassen hier fruchtbaren Boden“.

Ortsverein kämpft mit sinkenden Mitgliederzahlen

Dennoch kämpft der Ortsverein wie fast alle ähnlichen Institutionen und Vereine mit sinkenden Mitglieder- bzw. Unterstützerzahlen. Als Tappe seine jetzige Position übernahm, hatte der Verein gut 1 000 Fördermitglieder, heute sind es noch knapp 300. „Dem DRK sind in erster Linie Menschen verbunden, die den Krieg oder die Nachkriegszeit erlebt haben und wissen, was das Rote Kreuz damals geleistet hat. Die sterben uns natürlich alle weg“, sagt Tappe.

Auch im Bereich der aktiven Mitglieder hat das DRK schon bessere Zeiten erlebt, dennoch aber ist die Handlungsfähigkeit, beispielsweise bei Sanitätsdiensten mit externer Hilfe, noch gegeben. „Wir können nicht mehr alle Dienste übernehmen, die uns angetragen werden, dafür gibt es zu wenig Helfer“, so Tappe. Dies aber nur mit der Anzahl der Helfer in Verbindung zu bringen, sei falsch, denn im Laufe der Jahre seien immer mehr Termine – wie die Begleitung von Reitturnieren – dazugekommen.

Auf Hilfe von anderen Ortsvereinen angewiesen

„Wenn wir alles abdecken wollten, wäre das gar nicht möglich“, gibt Tappe zu. Rotkreuzleiter Benning erklärt dazu: „Es ist schon vorgekommen, dass wir Dienste an auswärtige Ortsvereine abgegeben haben, weil wir das nicht mehr hinbekommen. Die Kollegen aus der Nachbarschaft unterstützen uns, dafür helfen wir bei denen aus, wenn es möglich ist“. Das für Anfang April geplante Turnier auf der Reitanlage von St. Georg Werne wird daher vom Selmer Ortsverein bestückt, beim Fahrrad-Rennen Anfang Mai ist das DRK Bergkamen an der Strecke.

Tappe ist optimistisch, dass für seine Position und für die anderen anstehenden Aufgaben geeigneter Nachwuchs gefunden wird: „Es wird weitergehen.“ Wer sich für eine Vorstandsaufgabe beim heimischen DRK interessiert, kann sich bei Rainer Tappe, Telefon 533928, melden. Auch Bürger, die sich die Arbeit als Helfer bei Blutspenden oder eine aktive Unterstützung bei Veranstaltungen vorstellen können, sind ebenfalls willkommen.

DRK appelliert an Blutspender

Mit der Ausbreitung des Coronavirus wächst bei vielen Bürgern die Angst vor einer Ansteckung. Das trägt dazu bei, dass viele kein Blut spenden. Das DRK appelliert an Blutspender, nicht aus Furcht vor einer Ansteckung auf das Spenden zu verzichten. Der nächste Termin findet am Montag von 15 bis 21 Uhr auf dem Hof Schulze Blasum in Stockum statt. 

Bei diesem und den kommenden Terminen weist das DRK auf entsprechende Hygienemaßnamen hin. Wie immer gilt, dass Menschen mit grippalen Infekten oder Erkältungs-Symptomen sich gar nicht erst auf den Weg zu einer Spendenaktion machen sollten. Der Blutspendedienst West teilt mit, dass auf den Terminen im Regelfall nur gesunde Menschen zusammenkommen. „Daher ist ein mögliches Infektionsrisiko für alle Beteiligten mutmaßlich gering.“

Aufgrund der aktuellen Lage sagt der DRK-Ortsverein die für den 17. März geplante Blutspenderehrung ab. Sie wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben; die zu ehrenden Blutspender werden dann zeitnah informiert.

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