Stadt prüft Denkmalschutz für das Schlunz-Gebäude an der Steinstraße

Dieses Foto zeigt, wie das Haus Schlunz etwa in den 1930er Jahren aussah.

Werne - Das Haus Steinstraße 1 wird womöglich unter Denkmalschutz gestellt. Derzeit jedenfalls überprüft die Stadt Werne als Untere Denkmalbehörde unter Beratung des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe (LWL), ob dies geboten ist. Anlass ist der Antrag auf Abrissgenehmigung durch die Neu-Eigentümer des Gebäudes, das ehemals die Verkaufsräume der Traditionsfleischerei Schlunz beherbergte.

Wie Monika Geißler von der Bauabteilung der Stadt auf WA-Anfrage erläutert, liegt der Antrag seit Mitte Januar vor, bis Mitte April solle darüber entschieden werden. Im Rahmen der Bereichssatzung Altstadt von 2004 gelte die Steinstraße 1 als erhaltenswert, deshalb sei eine gutachterliche Untersuchung des Gebäudes veranlasst worden. Die Ergebnisse lägen noch nicht vor und müssten vor Veröffentlichung gesichtet und bewertet werden.

Fassade in den 1950er Jahren erneuert

Die Fassade des Hauses lässt kaum vermuten, dass sich hinter ihr historische Bausubstanz verbirgt. Sie wurde nachträglich vorgebaut. Doch lassen sich hier offenbar noch Spuren eines Fachwerkhauses finden, dessen Ständerbau „nach dendrochronologischer Datierung des Dachwerks 1524 errichtet wurde“. Das besagt ein Artikel in dem 1988 erschienenen Buch „Beiträge zum städtischen Bauen und Wohnen in Nordwestdeutschland“. Der Artikel wurde verfasst vom Mitherausgeber Dr. Fred Kaspar, Denkmalexperte beim LWL – und dieser hat auch die neuerliche Untersuchung durchgeführt. 

Denkmalbehörde gibt keine Auskunft

Über die Erkenntnisse wollte weder er noch die für den Kreis Unna zuständige Kollegin Dr. Ing. Bettina Heine-Hippler berichten. Aus der Pressestelle des Landschaftsverbandes heißt es, man gebe keinerlei Auskunft zu laufenden Verfahren. Überdies stehe man der Stadt Werne nur beratend zur Seite; diese sei federführend in der Sache. Die Steinstraße 1 hat seit einigen Monaten neue Eigentümer; Thomas Hölscher und Ulf Klaverkamp erwarben das Objekt zusammen mit dem dahinter liegenden Gebäude Klosterstraße 10. Auch dieses wurde einst von der Fleischerei Schlunz genutzt.

Haus an der Klosterstraße wird renoviert

 Im Gebäude an der Klosterstraße wird seit geraumer Zeit gearbeitet. Was an der Steinstraße nach dem beabsichtigten Abriss entstehen soll und welche Alternativ-Pläne es für den Fall einer Unterschutzstellung gibt, darüber ist nichts zu erfahren. Man wolle sich äußern, „wenn die Zeit gekommen ist“, teilte Thomas Hölscher auf Anfrage mit. Die Baudenkmal-Liste der Stadt umfasst derzeit 115 Objekte. Das Haus Steinstraße 1 wurde laut Buchbeitrag mehrfach stark umgebaut. Im Ständerabstand ähnele der Bau dem benachbarten, nur wenig jüngeren Gebäude Markt 2 (Baumhove). J am

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare