Denkmalamt will Haus Steinstraße 21 unter Schutz stellen

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Das Haus Steinstraße 21 (l.) soll unter Schutz gestellt werden. Beim Möllenbrinkschen Nachbarhaus ist das 1992 geschehen.

Werne - Hinter einer so vertrauten wie unscheinbaren Fassade der Steinstraße haben Denkmalschützer das nächste verborgene und bedeutende Zeugnis der Werner Stadt- und Wirtschaftsgeschichte entdeckt, es geht um das Haus Nr. 21.

Die Geschichte des Hauses Steinstraße 21, heute Sitz einer kleinen Pizzeria und in den Jahrzehnten davor einer Chemischen Reinigung, reicht bis in das Jahr 1601 zurück. Der 400 Jahre alte Kern des Fachwerkbaus ist noch erhalten und soll es für weitere Generationen auch bleiben: Das Denkmalamt beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) will es unter Denkmalschutz stellen.

1601 erbaut und Sitz einer Weißgerberei

Schon das Beispiel Steinstraße 1 hat kürzlich gezeigt, dass im historischen Stadtkern hinter Fassaden ohne historische Anmutung noch immer wahre Schätze der Baukultur zu entdecken sind. Den besonderen historischen Wert bescheinigt der LWL-Bauforscher Dr. Fred Kaspar in einem ersten Kurzgutachten zum Haus Steinstraße 21, das in seiner Geschichte mit dem Denkmal Steinstraße 23 nebenan zu betrachten ist. Dabei handelt es sich um das frühere Gasthaus Möllenbrink, dessen Dachstuhl gerade unter Aufsicht des Denkmalschutzes saniert wird. Hier wird das markante Vorderhaus von Kaspar auf das Baujahr 1560 datiert. Das Grundstück Steinstraße 21 habe vormals zu dem ungewöhnlich großen Anwesen des über Jahrhunderte bestehenden Gasthauses gehört, das wiederum überdurchschnittlichen Denkmalwert als Zeugnis großbürgerlicher Bebauung an der Steinstraße habe.

Auch der spätmittelalterliche Kern des Fachwerkhauses nebenan sei ein bemerkenswerter Befund, so der Experte. Kaspar hatte dazu vor Jahrzehnten für sein 1986 vorgelegtes Werk „Fachwerkbauten in Westfalen des 14. bis 16. Jahrhunderts“ schon einmal geforscht. Die Adresse Steinstraße 21 war einmal das Haus Nr. 196 im spätmittelalterlichen Werne und über Generationen Sitz einer Weißgerberei. Johann Dierk Termöllen war 1777 der erste in den Chroniken geführte Vertreter seiner Zunft, Josef Thiele ab 1840 der fünfte und möglicherweise letzte Gerber.

Der bisherige Eigentümer der Immobilie ist kürzlich verstorben. Sobald bekannt ist, in wessen Hände das Haus nun kommt, wird die Stadt Werne den neuen Eigentümer zum Denkmalverfahren anhören. Die Benehmensherstellung mit dem LWL-Denkmalamt in Münster ist Anfang November bereits erfolgt.

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