Schöne Idee

Coronavirus in Werne: Hilfe gibt es aus der Nachbarschaft

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Zusammen durch den Coronavirus: Kay Hirschhäuser ruft die Werner zur Nachbarschaftshilfe auf.

Bleibt zuhause, um eure Mitmenschen und euch selbst zu schützen! Aber, was wenn ihr selbst nicht mehr Einkaufen könnt und niemanden habt, der helfen könnte? In Werne gibt es da eine Idee. 

In Zeiten von Corona heißt es: soziale Kontakte möglichst vermeiden, gerade, wenn man zur Risikogruppe zählt. Aber wie, wenn man keine Kinder oder Enkel in der Nähe hat, die einem beim Einkauf helfen können? 

Der Werner Kay Hischhäuser plädiert für Nachbarschaftshilfe. Die Idee: Wer jemanden kennt, der auf Hilfe angewiesen ist, kann per Telefon, Social Media oder Fluraushang Hilfe beim Einkaufen anbieten. Die Waren werden dann einfach vor die Tür gestellt. Aber als ausgebildeter Ersthelfer betont Hirschhäuser: „Eigensicherung geht vor Fremdsicherung.“ 

Und auch beim Austausch der Einkaufslisten oder der Lebensmittel rät er, vorher die Hände zu waschen oder zu desinfizieren und sich am besten nur um zwei bis drei Personen gleichzeitig zu kümmern. „Damit sich nicht unendliche Ketten bilden können“, schreibt er. Hirschhäuser kam diese Idee aufgrund eigener Erfahrungen. „Mein Sohn fragte mich: Wie machen wir das eigentlich mit Oma?“, erzählt er. 

Diese wohnt in Lünen, der Bruder aus Münster hat einen zu weiten Anfahrtsweg. Also mussten sie sich etwas überlegen. Hirschhäuser gehört selbst zur Risikogruppe, da er an Asthma erkrankt ist. Deshalb übernimmt er nur die Rolle des Fahrers, während sein Sohn die Einkäufe tätigt und seiner Oma übergibt. „Wenn ich nicht da wäre, wäre sie allein“, meint der 53-Jährige. Da das auch andere betrifft, erstellte er einen Infozettel und verteilte diesen an Apotheken, die das Schreiben in ihren Fenstern aushängten. 

Auch am Busbahnhof und bei Overmann informiert er mit dem Plakat. Darin schreibt er unter anderem: „Die Corona-Krise überstehen wir am besten, wenn die Gesunden den Schwächeren helfen, sich nicht anzustecken.“ Eigentlich wollte er anschließend eine kleine Versammlung einberufen, um die Aktion gemeinsam zu starten. Aber dann verbot ein Erlass des Landes solch ein Treffen. Trotzdem ist er sich sicher, dass die Aktion auch ohne den Termin laufen wird. 

Auch das Team von „Alle gemeinsam, keiner einsam“ will in Werne helfen und für Risikogruppen einkaufen gehen. Bei ihnen ist bisher noch alles ziemlich ruhig. „Das ist auch ganz gut so“, meint Team-Mitglied Martin Pausch. Bisher habe sich eine ältere Person zwar zum Geldabheben gemeldet, aber das habe man abgelehnt: „Die PIN-Nummer müsste dabei genannt werden, und das wollten wir nicht.“ Dafür hat sich die Zahl der Freiwilligen vergrößert: Mittlerweile erklärten sich etwa 30 Personen bereit, im Rahmen dieser Aktion Hilfe zu leisten.

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