Das gab's in 61 Jahren Vereinsgeschichte nicht

Virus legt Vorbereitung lahm: Freilichtbühne Werne sagt die komplette Spielzeit '20 ab

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Auf der Homepage und weiteren Kanälen informiert die Freilichtbühne über die Absage aller eigenen Aufführungen.

Werne – Das hat es in 61 Jahren Vereinsgeschichte nicht gegeben: Die Freilichtbühne Werne hat schweren Herzens die gesamte Saison abgesagt und ins nächste Jahr verschoben.

Nach der unfreiwilligen Corona-Pause bei den Proben und dem weit fortgeschrittenen Bau der Kulissen Anfang März verkündete der Vorsitzende Christoph Bergmann nun das Aus für alle Aufführungen. Einzig beim Open-Air-Kino in Regie des Förderkreises im Spätsommer und der Oldie-Show „Only the Best“ des Veranstalters „Unforgetable Shows“ Ende Juli besteht noch ein Funken Hoffnung, wieder Publikum einlassen zu dürfen. Wer für die Bühnenveranstaltungen „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“, „Vampir Winnie Wackelzahn“ und die 80er-Revue „Schlager, Stars und Deutsche Welle“ schon Gutscheine hat, kann sie in eine Gutschrift für die Saison 2021 umwandeln. Das erledigen die jeweiligen Vorverkaufsstellen.

Lange gehofft, Coronavirus zu entgehen

Per Pressemitteilung, auf der Homepage und mit einer Videobotschaft des Vorsitzenden Bergmann auf Facebook hat der Bühnenvorstand seine Entscheidung publik gemacht. „Andere Bühnen haben schon vor uns alles abgesagt, wir haben immer noch gehofft, es irgendwie hinzukriegen“, erläuterte Sprecher Maximilian Falkenberg. Aber daran sei inzwischen nicht mehr zu denken. Am 17. Mai hätte die Premiere für sechs „Jim Knopf“-Aufführungen sein sollen, ab 7. Juni wäre „Winnie Wackelzahn“ bis 16. August sechs Mal gelaufen. Zudem wollte sich das Ensemble noch das Abendstück „Schlager, Stars und deutsche Welle“ für sechs Auftritte ab 22. August drauf schaffen.

Auf absehbare Zeit keine Vorbereitung möglich

„Angesichts der aktuellen Situation und den damit verbundenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens können wir die Veranstaltungen der Stücke nicht wie geplant stattfinden lassen“, erklärte der Vorsitzende Christoph Bergmann die Entscheidung des Vorstandes per Video. „Es ist momentan kein Probenbetrieb auf absehbare Zeit möglich. Mit Proben, Kulissenbau und dem Schneidern der Kostüme benötigen wir eine gewisse Vorbereitungszeit, diese ist bis zum Sommer nicht darstellbar. Da wir unseren Zuschauern aber wie jedes Jahr qualitativ hochwertige Stücke präsentieren möchten, haben wir uns schweren Herzens dazu entschieden, dass wir dieses Jahr kein Stück darbieten werden“, ergänzte die Geschäftsführerin Karin Zurstraßen. Diese Entscheidung sei schwer gefallen, am Ende aber einstimmig vom Vorstand und den Regie-Teams gefällt worden. 

Termine später im Jahr nicht zu stemmen

Zu einem späteren Zeitpunkt noch einzusteigen, sei keine Option, sagte Falkenberg. „Dafür ist der Aufwand viel zu hoch“. Ohnehin haben die Ehrenamtlichen schon wieder Beachtliches geleistet. „Die halbe Kulisse steht“, so Falkenberg. Gut und gern 20 Paar fleißige Hände hätten das Schloss gebaut, das beiden Kinderstücken dient. An der Nähmaschine haben sich 15 Helferinnen um die Kostüme verdient gemacht. Für den Aufzug der 60 Mitwirkenden im ersten Stück seien die Textproben gut vorangeschritten. Ende dieses Monats hätte die erste Generalprobe stattfinden sollen. 

Stücke kommen nächstes Jahr, Gutscheine umschreiben

„Es ist traurig“, sagte der Sprecher zu den Befindlichkeiten. Die Mitstreiter seien vereinsintern informiert worden und zeigten durch die Bank Verständnis. Die Vorlaufkosten der Saisonvorbereitung seien gedeckt. Und es gibt auch Tröstliches: „Wir haben bereits mit den Verlagen gesprochen und es sieht so aus, als ob wir alle drei Stücke in der Saison 2021 nachholen können“, gab sich Karin Zurstraßen zuversichtlich. Also die Gutscheine schön verwahren ...

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