Grundschulklasse schreibt Briefe an Senioren

Osterfest in Altenheimen: Briefe und Bilder ersetzen den Besuch

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Aus dem Haus Seniorenglück senden die Bewohner diese Ostergrüße per Foto.

Werne/Bergkamen/Bönen – An Ostern geben sich die Besucher in den Altenheimen in der Regel die Klinke in die Hand. Oder die Familien holen ihre Angehörigen für ein paar Stunden nach Hause, damit die Familien beisammen und Omi oder Onkel stundenweise dabei sind. Daraus wird an diesem Wochenende nichts. In Corona-Zeiten kommt in den Heimen nur noch durch die Tür, wer beruflich da zu tun hat. Aber Post darf noch rein und so gibt es beispielsweise in Stockum eine aufmunternde Aktion mit Jung und Alt.

Die Kardinal-von-Galen Grundschule verbindet ohnehin eine Partnerschaft mit dem KMT-Seniorenzentrum in der Panhoff-Stiftung. Schulklassen kommen zu bestimmten Anlässen ins Haus, etwa um gemeinsam zu singen. Weil das nun auch nicht geht, hat sich die Klasse 3 c mit ihrer Lehrerin Adelheid Frerich etwas überlegt: Ostergrüße per Brief, jeweils an einen konkreten Adressaten verfasst und von den Kleinen bunt verziert. Marion Schwerdt von der Klassenpflegschaft hat sie gesammelt und mit einem Körbchen übergeben.

„Wir werden die Briefe am Sonntag verteilen, wenn die Bewohner zur österlichen Kaffeetafel eingeladen sind“, berichtete Doreen Biniasch, Leiterin der Einrichtung in Trägerschaft der Klinik für manuelle Therapie (KMT). Die Senioren würden traditionell mit einem Osterkörbchen bedacht. Dazu werde es auch die Grüße geben. „Wir haben die Angehörigen gebeten, doch Karten zu schreiben. Wer Mühe hat, die Grüße zu lesen, dem lesen wir vor. Auch der Soziale Dienst ist dabei eingebunden“, sagte Biniasch. Am Abend werde ein Buffet für Festtagsstimmung sorgen.

So bunt und liebevoll kommt der Ostergruß der Schüler bei den Bewohnern des KMT-Seniorenzentrums in der Panhoff-Stiftung an. Schüler der Klasse 3 c haben an die 25 Bewohner Briefe geschrieben. Hier eine Auswahl (oben rechts klicken).

Gottes Segen folgt dann notgedrungen nach den Feiertagen. Das Heim hat Pfarrer Karl-Heinz Hense für einen Gottesdienst gewonnen, der den Auflagen entspricht: „Er wird im Innenhof zelebrieren, unsere Bewohner können hinter den Fenstern dabei sein, so Biniasch.

Blumensendungen und Geschenke

Auch im Haus Seniorenglück in Rünthe ist das Team um Geschäftsführerin Stephanie Humpert-Schöße motiviert, das Fest zu etwas Besonderem zu machen. Der Garten ist mit vielen Eiern geschmückt, dazu haben sich bei vielen Bewohnern die Gabentische fast wie zum Weihnachtsfest gefüllt. „Die Angehörigen geben Karten und Geschenke persönlich ab, oder schicken ihre Grüße mit der Post. Dazu haben wir für etliche Bewohner schon Blumensendungen in Empfang genommen und übergeben“, sagt die Einrichtungsleiterin. Zudem ist traditionell gebastelt worden. „Das war anders als in den Vorjahren, hat den Bewohnern aber dennoch Spaß gemacht“, berichtet Humpert-Schöße. Diese Karten gehen nun an die Angehörigen.

Im AWO-Seniorenzentrum Bönen haben die Mitarbeiter wieder viel Zeit und Liebe in die Osterdekorationen investiert. Das kommt bei den 84 Bewohnern gut an. Ein Hingucker ist der mit Eiern, Hasen und Vogelhäuschen verziert Baum im Foyer. „Wir haben mit jahreszeitlichen Dekorationen gute Erfahrungen gemacht, weil dadurch bei manchen dementen Bewohnern das Erinnerungsvermögen zurück kommt“, erklärt Ralf Degenhardt-Ruhoff, Leiter des Seniorenzentrums.

So hübsch ist die Osterdeko im Awo-Seniorenzentrum in Bönen.

In Vorbereitung ist zudem die Einrichtung eines Instant-Messaging-Dienstes, mit dem die Heimbewohner dann unter Anleitung durch das Personal per Bildtelefonie Kontakt zu ihren Lieben, die sie aktuell nicht besuchen dürfen, aufnehmen können.

Kirmesorgel-Konzert für Senioren in Werne

Um den über Wochen isolierten Bewohnern der Seniorenheime etwas Abwechselung und Aufmunterung zu bieten, hat sich Wernes leidenschaftlicher Kirmes-Fachmann Rainer Schulz etwas einfallen lassen. Er bringt etwas nostalgisches Jahrmarkt-Flair zu den Einrichtungen. Er konnt Adolf „Dölfi“ Hirsch dafür gewinnen, eine seiner beiden historischen Jahrmarkt-Orgeln nach Werne zu schaffen. 

Am kommenden Donnerstag wird die mehr als 100 Jahre alte Anlage ab 15.30 Uhr im St. Katharina Melodien spielen, die den Bewohner aus der Jugend bekannt sein dürften. Danach geht es zum Antoniusheim weiter. Das Orchester hält garantiert Abstand.

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