Landrat Michael Makiolla verurteilt Verhalten

Polizeibeamte bei Einsätzen gezielt angehustet - Landrat: "Widerliches Verhalten"

Polizistin
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Symbolbild

Werne/Kreis Unna - Während einer Unfallaufnahme am Donnerstagmorgen in Werne hat der augenscheinlich alkoholisierte Unfallverursacher den Polizeibeamten mitgeteilt, er sei mit dem Coronavirus infiziert. Dabei hustete er mehrfach demonstrativ in Richtung der Beamten. Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich am Abend in Schwerte. Landrat Michael Makiolla findet harte Worte zu den Vorfällen.

In Werne wurden die Polizeibeamten gegen 9 Uhr zu einem Unfall auf der Varnhöveler Straße gerufen. Ein 54-jähriger Mann, augenscheinlich der Unfallverursacher und alkoholisiert, gab laut Polizeibericht an, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. 

Mehrfach habe er dabei demonstrativ in Richtung der Beamten gehustet, woraufhin sie sich mit Schutzmasken und Einweghandschuhen ausrüsten. "Aufgrund des Verkehrsverstoßes wurde dem Fahrzeugführer, unter Beachtung der erforderlichen Schutzbestimmungen, in den Räumlichkeiten der Wache Werne eine Blutprobe entnommen und der Führerschein sichergestellt", heißt es weiter.

Die Behauptung des 54-Jährigen, mit dem Coronavirus infiziert zu sein, sei lediglich eine Schutzbehauptung. Es liegen keine Hinweise auf eine Coronainfektion vor, so die Polizei.

Coronavirus: 36-Jährige hustet Polizisten an

Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich am Donnerstag in Schwerte. Bei einem Einsatz wegen Ruhestörung gegen 23.55 Uhr hustete eine stark alkoholisierte 36-Jährige aus Schwerte die eingesetzte Streifenwagenbesatzung mehrfach an und äußerte, dass sie mit dem Coronavirus infiziert sei. 

Die eingesetzten Beamten trugen zum Tatzeitpunkt keine Schutzmasken und keine Einweghandschuhe. Anschließende Ermittlungen ergaben, dass die 36-Jährige nicht mit dem Coronavirus infiziert ist, so die Polizei.

Sowohl gegen den 54-jährigen Werner als auch gegen die 36-jährige Schwerterin wurden Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet.

Landrat Makiolla: "Schändliches und widerliches Verhalten"

"Unsere Einsatzkräfte verdienen besonders in der aktuellen Situation, in der sie Großes leisten, großen Respekt - und diese beiden Fälle aus Werne und Schwerte sind an Respektlosigkeit nicht zu überbieten. Vorzutäuschen, mit dem Coronavirus infiziert zu sein, die Kolleginnen und Kollegen gezielt anzuhusten und sie glauben zu lassen, sich nun mit dieser potenziell lebensgefährlichen Krankheit angesteckt zu haben, nur um die rechtlichen Folgen ihrer Taten zu verhindern, ist ein schändliches und widerliches Verhalten. Das ist kein Dummejungenstreich, das ist kein Spaß", betont Landrat Michael Makiolla, Leiter der Kreispolizeibehörde Unna.

Die Kreispolizeibehörde Unna verfügt für sämtliche Fahrzeuge und Beamten ausreichend Schutzausrüstung, falls Einsätze in Zusammenhang mit dem Coronavirus anstehen.

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